Für den Notfall

Liebe Schüler*innen! Für den Fall, dass es Euch (in den Ferien) so richtig dreckig geht und ihr Euch komplett isoliert und mit Euren Problemen alleinegelassen gefühlt, hier ein paar Nummern für den Notfall:

Umwelt-AG gewinnt Engagement Preis 2020

 

Neben all den weniger schönen Nachrichten der letzten Zeit, hier ein Lichtblick, der Lust auf die Zukunft macht: Die Umwelt AG der KSS hat den Engagement Preis 2020 bei der Ausschreibung “AG aktive SchülerInnen” der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung in Berlin e.V. (DVPB e.V.) abgeräumt.

Ihr großartiger Einsatz für eine energieeffiziente Schule und vor allem ihr erfolgreicher Kampf, um eine Änderung des Schulmenüs zu veganem Essen an einem Tag in der Woche und regelmäßigen vegetarischen Varianten, hat das Komitee des DVPB e.V. ganz besonders beeindruckt. Aber lest selbst:

“Besonders hat uns beeindruckt, dass ihr als AG eine umfangreiche Verantwortung für die nachhaltige Gestaltung eurer Schule übernehmt. Dass ein veganes Menü angeboten wird, ist ein toller Erfolg und für eine Schulkantine sicherlich nicht selbstverständlich. Eine solch positive Entwicklung zeugt von großer Durchsetzungskraft. Sicherlich habt ihr auch so einige Debatten in eurer Schule ausgelöst. Genau durch solche Aktionen kann eine aktive Diskussionskultur und das Hinterfragen eigener Gewohnheiten angestoßen werden.”

Liebe Umwelt AG, Eure Sozis sind stolz auf Euch und beglückwünschen Euch zu diesem Erfolg. Weiter so!

Die Wiedereröffnung von Museen in Corona-Zeiten – Das „Pergamon Panorama“

Von Paula Hermsen, 11b

Sechs Wochen Corona-Lockdown – das dauert einigen Interessierten im Kunst-und Kulturbereich bereits zu lange. Nun stehen einige Museen vor der Wiedereröffnung und bereiten sich achtsam und bedacht auf die ersten Besucher vor.

Als bekannt gegeben wurde, dass am 12. Mai nun allmählich viele Museen nacheinander wieder öffnen sollen, kaufte die Mutter einer Freundin von mir Eintrittskarten für das „Pergamon Panorama“ und fragte mich ob ich Interesse hätte mit zu kommen. Ich war von der Idee begeistert und nahm das Angebot mit Freude entgegen.

Das „Pergamon Panorama“ findet man auf der Museumsinsel in Berlin und ist ein, von dem Künstler und Architekten Yadegar Asisi, erstelltes Panorama. Das 360 Grad Rundbild zeigt Eindrücke der antiken Metropole, ist 14 Meter hoch und 60 Meter lang.

Als  der 12. Mai gekommen ist, treffen wir uns zu dritt, natürlich mit Mundschutz und auf 1,5 Metern Abstand vor dem „Pergamon Panorama“. Auch wenn die Museen nach sechs wöchiger Schließung, wieder geöffnet hatten, ist dieser Besuch ebenfalls mit Vorsicht zu genießen.

Der Schutz der Besucher und Mitarbeiter hat in allen Museen oberste Priorität und setzt umfangreiche Maßnahmen in allen Häusern voraus. Als wir nacheinander, mit

Mund-Nasen-Bedeckung, in das „Pergamon Panorama“ eintreten dürfen, fühle ich mich vollkommen kontrolliert und beobachtet. Der Kassen – und Gaderobenbereich ist mit Schutzscheiben ausgestattet und überall auf dem Boden findet man gelbe 1,5 Meter Abstandsmakierungen.

Nachdem wir am Einlass unsere vorher gekauften online Tickets vorzeigen, betreten wir den ersten Ausstellungsraum. Wir bekommen Audioguides zur Verfügung gestellt, die nach Benutzung anderer Museumsbesucher gründlich desinfiziert werden.

Der erste Raum ist dunkel gehalten und präsentiert angestrahlte, renommierte Fundstücke der klassisch-archäologischen Sammlungen aus der griechisch-antiken Stadt Pergamon in Kleinasien. Verschiedenfarbige Lichtinstallationen rufen verschiedenste Stimmungen hervor und lassen die Skulpturen greifbarer wirken. Wir schauen uns alles genau an und bekommen durch die Audioguides passende und spannende Informationen zu den jeweiligen Austellungsstücken mitgeteilt. Die Besucheranzahl hält sich erstaunlicherweise in Maßen und alle scheinen sehr froh zu sein, wieder etwas Normalität leben zu können.

Als wir alles im ersten Austellungsraum erkundet haben, begeben wir uns in den zweiten und größten Raum – das Highlight des Pergamon Panoramas. Raum kann man das nicht mehr nennen. Eine große und vor allem hohe Halle mit einem Aussichtsturm in der Mitte und rundherum das riesige Rundbild von Pergamon.

Dargestellt ist hier die römische Zeit, eingebettet in die Terrassen der Akropolis auf dem 300 Meter hohen Burgberg. Dort fügen sich monumentale Bauwerke mit ihren Tempeln und dem Theater in die hügelige Landschaft ein. Am Horizont ist das Mittelmeer zu erahnen und man kann Pergamanen in verschiedenen Szenen, die das Leben vor 2000 Jahren verkörpern, entdecken. Tag und Nacht werden durch verschiedene

Lichthelligkeiten simuliert und es ist eine vielfältige Geräuschkulisse vorhanden. Durch diese Mittel verfalle ich in eine Zeitreise ins Jahr 129 nach Christus und fühle mich kurzeitig so, als stände ich in mitten der Stadt Pergamon. Dieses Gefühl wird nochmals stärker, als wir ganz oben auf dem Turm stehen. Das ganze Bild wirkt wie, als würde man auf eine wirkliche, gerade vor einem, erstreckte Stadt schauen. Jedes kleine Detail schafft einen einzigartigen und unvergesslichen Effekt. Die allgemeine Stimmung der Besucher ist ruhig und gelassen. Es scheint so, als wäre jeder in seiner ganz eigenen Welt.

Sobald wir alles auf uns einwirken lassen haben, begeben wir uns zu dem erstellten Rundgang, versteckt hinter dem aufgebauten Panorama. Dort finden wir nochmal viele Fundstücke und Ausgrabungen von vor langer Zeit. Diese sind meist auf einen Sockel gesetzt und werden von unten mit grellem Licht angestrahlt, so dass in den Gesichtern der Statuen Schatten entstehen. Auch Bilder, aus winzigen Mosaikteilchen sind an den Wänden zu bestaunen.

Das Personal ist andauernd an Ort und Stelle und überprüft ob sich alle Besucher an die aktuellen Regeln und Maßnahmen halten. Auch sie müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und dafür sorgen, dass sie 1,5 Meter Abstand, sowohl von den Besuchern, als auch vom Personal halten.

Auf dem Rückweg in den Eingangsbereich, kommen wir an dem Museumsshop vorbei, doch auch dort sind Maßnahmen ein zu halten die vor dem Schutz des Corona-Virus beitragen sollen. Es gibt keine Ansichtsexemplare und auch hier ist an der Kasse eine Schutzscheibe befestigt. Nach 2 Stunden ausführlichem Rundgang, verabschieden wir uns beim Ein-und Ausgangspersonal und verlassen das „Pergamon Panorama“.

Es ist erstaunlich zu sehen, dass ein Museumsbesuch auch in solchen Zeiten ein voller Erfolg sein kann und man Kultur trotz Corona, noch erleben darf. Doch ich kann nach meinen Beobachtungen und Recherchen sagen, dass es auf jeden Fall einfacher ist das Museum zu schließen, als es wieder zu öffnen, da einige Vorbereitungen getroffen werden mussten.

“Unsere ganze Gesellschaft ist so sexistisch”

Jetzt kommt der zweite Teil von meinem Interview mit Lina Burghausen.

Im ersten Beitrag zu 365 Female MCs haben Sie geschrieben: „Frauen im Rap, Frauen am Mic. Ein Thema, das auch 2018 viel diskutiert wird.“. Würden Sie das Gleiche auch 2020 schreiben?

Ja, auf jeden Fall. Es wird immer noch viel diskutiert und viel darüber geredet, aber es hat sich auch etwas getan. Es hat sich jedoch noch nicht so viel getan, so dass ich sagen würde, ich müsste so eine Aktion heute nicht mehr starten, das ist definitiv nicht der Fall. Aber was sich verändert hat, ist ein stückweit, dass Frauen auf jeden Fall im Hip-Hop mehr wahrgenommen werden.

Das liegt sicher zum Teil an meiner Aktion, das liegt aber auch daran, dass es inzwischen auch mehr erfolgreiche Rapperinnen gibt. In den letzten 2 Jahren sind Loredana und Juju auf 1 gegangen und es gibt echt viele Female-Rap-Alben, sowohl in Deutschland, in den USA, einfach in der ganzen Welt. Da hat sich auf jeden Fall echt noch mal was getan, was die Legitimation von Frauen am Mic anbelangt, dass sie erfolgreicher und sichtbarer geworden sind […].

Zum Beispiel haben größere Festivals gemerkt, dass man dort was machen muss, dass man auch irgendwie eine Verantwortung hat und nicht nur dieselben 20 Kerle buchen kann. Von daher würde ich sagen, es gibt eine Veränderung, aber wahrscheinlich müsste ich es heute nochmal genauso schreiben, weil wir definitiv noch einen langen Weg vor uns haben.

 

Kann man den ganzen Deutschrap so pauschalisieren und sagen, er sei sexistisch, oder sollte man das differenzieren?

Man kann Rap und Hip-Hop nie pauschalisieren „never“. Hip-Hop und Rap sind so divers und auch Deutschrap ist so divers, dass ich nie sagen würde, Rap ist per se sexistisch. Es gibt aber natürlich weite Teile im deutschen Hip-Hop und im deutschen Rap, die sexistisch sind. Entweder durch Inhalte oder Verhaltensweisen anderen männlichen oder vor allem weiblichen Menschen gegenüber, wo es auf jeden Fall ein Thema ist, das würde ich unterschreiben.

Aber was mir auch immer wichtig ist zu sagen: das ist ein Problem im Hip-Hop, aber kein explizites Problem im Hip-Hop. Unsere ganze Gesellschaft ist so sexistisch.

Ich finde es immer schade, wenn mit dem Finger auf den Deutsch-Rap gezeigt wird: ihr seid alle voll sexistisch, und dann laufen die Leute bei einem Werbeplakat vorbei, wo eine halbnackte Frau zu sehen ist und das ist dann kein Problem. Ich finde, wir müssen Sexismus auch dort diskutieren und angehen. Oder da läuft auf Pro7 „Milf oder Missy“, wo auch Frauen objektifiziert werden, da sagt dann keiner was, aber im Rap ist es ein Problem. Das haut einfach nicht hin.

Deshalb finde ich es wichtig, dass sich Hip-Hop mehr reflektiert und auch innerhalb der Szene etwas gesagt wird, wenn es Sexismus gibt. Aber das einfach nur auf Hip-Hop zu beschränken […] ist auch Blödsinn.

 

Sie haben ja Ihr Label schon angesprochen. Wie ist die Idee zu einem Label nur für weibliche Künstlerinnen entstanden und wie haben Sie sie umgesetzt?

Das war so: ich habe die 365 Female MCs-Reihe im November 2018 gestartet. Ein Jahr später habe ich im September dafür den internationalen Musikjournalismuspreis erhalten, was ziemlich verrückt war. Das war in Hamburg beim Reeperbahn-Festival, da kam das Musiklabel PIAS auf mich zu […]. PIAS ist ein Independent Label, eins der größten der Welt, das kommt aus Belgien, ist aber auf der ganzen Welt aktiv […].

Die kamen auf mich zu und meinten: Hey Lina, wir verfolgen dein Projekt und wir wollten dich fragen, ob du nicht Bock hast etwas Gemeinsames aufzuziehen. Von denen kam die Idee für ein Label für explizit Female Hip-Hop. Ich habe dann erstmal darüber nachgedacht, wie das wirkt. Ich will halt nicht, dass es so wirkt wie die Paralympics für Frauen, wo man ein extra Label machen muss, weil sie sich in der normalen Musikindustrie nicht durchsetzen können. Das ist ja nicht Sinn und Zweck, sie sollen ja in der normalen Musikindustrie bestehen.

Was mich dann davon überzeugt hat, war, dass ich mit ganz vielen Rapperinnen Gespräche geführt habe und […] gehört habe, dass, wenn sie sich bei Labels oder bei Booking Agenturen vorgestellt haben, es dann immer hieß: ja, ist voll cool, was du da machst, aber wir haben schon eine Frau. Als könne man nur eine Frau haben und 15 männliche Rapper. Als gebe es nur die Quoten-Frau.

Was auch viele Rapperinnen erlebt haben, war, dass von ihnen erwartet wurde auf eine bestimmte Art und Weise Musik zu machen, besonders sexy und weiblich zu sein, halt eine bestimmte Nische zu bedienen. Und so konnten sie sich gar nicht entfalten wie ihre männlichen Kollegen.

Das Ding mit 365XX ist halt einfach, dass wir ein Label haben, wo das Geschlecht keine Rolle spielt, weil wir von Vornherein nur Frauen zeigen. Die dann halt machen können, was sie wollen und ihre künstlerische Freiheit haben und es wirklich einfach darum geht, dope Musik zu pushen, grandiosen Hip-Hop weiterzubringen und den Frauen eine Atmosphäre zu schaffen, wo sie sich save fühlen, ihre Musik machen können und wo wir einfach nichts anderes wollen als ihre reine künstlerische Vision. Das geht halt mit einem Label wie PIAS und damit bin ich richtig happy.

Wir haben das Ding im Februar angekündigt, haben jetzt das erste Signing, am Freitag kommt das erst release […]. Ich bin mega stolz auf die Künstlerin, auf das Signing und auch super gespannt, aber auch super übermüdet.

 

Was ist Ihre Aufgabe in diesem Label?

Als A&R bin ich die Person, die die Künstlerinnen auswählt, also ich höre ganz viele Demos […], wo dann unveröffentlichte Songs drauf sind. Diese höre ich mir an und entscheide dann, welche Künstlerin ich kennen lernen möchte und wen ich im Label unter Vertrag nehmen möchte. Das ist so der Hauptjob.

Dann nehme ich Kontakt zu den Künstlerinnen auf, treffe sie. Meist wird ganz lange verhandelt, bis man auf einen Nenner kommt und dann bin ich die kreative Ansprechpartnerin für die Musikerinnen, quasi die Person, wenn sie darüber sprechen wollen, wie sie sich künstlerisch weiterentwickeln wollen und wo die Reise hingehen soll. Ich versuche sie dabei zu supporten, so gut wie es geht.

Zudem bin ich mit meiner PR-Agentur „Mona-Lina“ für die Pressearbeit verantwortlich. Also wenn wir ein fertiges release […] haben, sorge ich dafür, dass HipHop-Medien wie rap.de, 16 Bars darauf aufmerksam werden. Das ist dann halt auch mein Job, den ich aber auch mit zwei fantastischen Team-Kolleginnen mache, die mich da unterstützen.

 

Was steht in der Zukunft noch so alles an?

Es geht natürlich weiter mit dem Blog, 365 Female MCs, da arbeiten inzwischen mehrere freie Autorinnen und Autoren und mehre Illustratorinnen mit. Da erscheint jetzt auch jeden Tag ein neues Portrait von einer neuen Rapperin, das kann man auch alles per Instagram und auf der Website verfolgen.

Mit dem Label geht es auch weiter, gerade arbeiten wir am zweiten Signing. Ich darf leider noch nicht verraten mit wem. Da wird es auf jeden Fall auch weiter gehen.

Ich hoffe halt, dass, wenn Corona es zulässt, ich wieder mehr auflegen darf. Es gibt ja auch 365 Female MCs-Partys, z. B. in Berlin im Klunkerkranich, wo dann den ganzen Abend nur Rap von Frauen läuft und weibliche DJs auflegen. Das Auflegen fehlt mir natürlich ganz schön. Ansonsten denke ich über coole Formate nach, die es vielleicht in naher bis mittelfristiger Zukunft geben wird. Da ist jetzt noch nicht so viel spruchreif.

 

 

„Eigentlich geht’s uns doch ganz gut.“ – Was mich eine globale Pandemie über Privilegien lehrte

Ein Kommentar von Paula Moritz, 11b

Seit ein paar Monaten steht die Welt Kopf. Kaum etwas ist mehr so, wie es mal war. Plötzlich kämpfen ganze Gruppen von Menschen ums Überleben und Berufsgruppen um die Existenz. „Normal“ ist seit März überhaupt nichts mehr. Auch für mich hat sich viel geändert. Schule besuchen und danach mit Freunden abhängen ist plötzlich ein Ding der Unmöglichkeit. Die letzten Wochen waren hart. Für uns alle. Aber während ich dabei bin, in Selbstmitleid zu ertrinken, machen mir die Nachrichten immer mehr klar, was für ein unfassbares Glück ich habe, wie verdammt privilegiert ich bin und auch, wie wenig es mir zusteht, mich selbst zu bemitleiden. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mir bewusst Zeit genommen, mir über die glücklichen Umstände meines Lebens Gedanken zu machen und mir explizit bewusst zu machen, wie wenige Menschen in der gleichen Position sind. Grade jetzt.

In allererster Linie profitiere ich, wie in so vielen Dingen, davon, in Europa, insbesondere Deutschland geboren zu sein. Eine reiche Industrienation und dazu noch eine gefestigte Demokratie. Ich muss mir also kaum sorgen um Massenarbeitslosigkeit und -armut machen. Ich kann mit Sicherheit sagen: „Ich werde niemals Hunger leiden müssen, ich werde auch in einem halben Jahr noch ein Dach über dem Kopf haben.“. Außerdem verschlimmert der Ausbruch des Coronavirus in Deutschland kaum Unruhen oder militärische Auseinandersetzungen. Ich brauche mir keine Sorgen machen, meine demokratische Regierung könnte stark geschwächt und aus dem Amt geputscht werden. Ich muss nicht in einem überfüllten Flüchtlingslager ausharren und beten, dass es sich nicht zum Infektionsherd entwickelt, weil in meiner Heimat Bürgerkrieg für Angst und Schrecken sorgt. Dafür bin ich so unfassbar dankbar, dass ich manchmal nicht weiß, wie ich damit umgehen soll.

Doch auch im Vergleich mit anderen G7-Staaten (Gruppe der 7 wichtigsten Industrienationen weltweit:  Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien, USA) schneidet Deutschland hervorragend ab. Die Bundesregierung reagierte relativ früh und befolgt die Empfehlungen der unabhängigen Weltgesundheitsorganisation in Gänze. Die Grenzen sind zu, das Gleiche gilt für die Schulen. Das oberste Gebot heißt Selbstisolation. Die heftige Reaktion, welche nun immer mehr in Kritik gerät, sorgt für einen langsameren Anstieg der Infektionszahlen und verhindert restlos überlastete Krankenhäuser, wie wir sie schon im März in Italien beobachten konnten. Hier muss kein Krankenhauspersonal entscheiden, wer behandelt und wer dem Tod überlassen wird. Und das ist ein Privileg. Unsere Regierung ist in der wunderbaren Situation jahrelang mehr eingenommen als ausgegeben zu haben, weshalb jetzt Milliarden von Euro in Hilfspakete investiert werden können. Auch wenn die Rezession wohl viele trotzdem treffen wird, kann ich mir sicher sein, dass es danach wieder bergauf gehen wird. Schon jetzt erholt sich der stark gefallene DAX (Deutscher Aktien Index) wieder stetig.

Darüber hinaus kann ich mich, sollte ich an SARS-CoV-2 erkranken, auf ein stabiles, modernes und vor allem öffentliches Gesundheitssystem stützen. Das erhöht meine Chancen auf Genesung ungemein. Wir müssen uns nicht darum sorgen, uns einen Aufenthalt im Krankenhaus, sollte dieser nötig sein, nicht leisten zu können, weil jeder einzelne Bürger krankenversichert ist. Das ist nicht überall gegeben, siehe Vereinigte Staaten. Auch ist unser System nicht durch jahrzehntelange Unterinvestition zerrüttet, wie es beispielsweise beim National Health Service (kurz: NHS) des Vereinigten Königreichs und Nordirlands der Fall ist.

Doch auch privat habe ich Glück. Mehr als Milliarden anderer. Meine Familienverhältnisse sind stabil. Ich bin nicht eines zehntausender Kinder in Deutschland, die von häuslicher Gewalt bedroht sind. Und weder ich noch meine Familie gehören zur Risikogruppe für einen schweren Verlauf einer potenziellen Covid-Erkrankung. Ich mache mir keine Sorgen um die Leben meiner Liebsten. Stattdessen traure ich dem Treffen mit Freunden und dem gemeinsamen Feiern von Geburtstagen hinterher.

Hinzu kommt, dass auch meine Bildung weniger leidet als bei anderen, weniger gut gestellten Schülern. Unser Unterricht wird seit zwei Monaten ausschließlich digital erteilt. Ich profitiere in extremen Maß davon, einen eigenen Laptop und einen stabilen Internetzugang mein Eigen nennen zu können. Auch ist es mir möglich, gut allein arbeiten zu können. Meine Arbeitsergebnisse werden nicht von aufmerksamkeitsbedürftigen Geschwistern oder sich verschlechternder mentaler Gesundheit in Mitleidenschaft gezogen.

Das alles führt dazu, dass ich diese schwierigen Zeiten angenehmer durchstehen kann als andere. Und dafür bin ich dankbar. Ich versuche, dieser Privilegien gerecht zu werden und mit stets bewusst zu sein, dass ich mehr habe, als ich brauche. Die letzten Wochen haben einiges in meinem Selbstbildnis verändert. Vor allem eben mein Bewusstsein über Zustände, auf die ich keinen Einfluss habe, die mir aber ein gutes Leben ermöglichen. Manchmal fühle ich mich deswegen schuldig. Ich habe so viel, ohne etwas dafür getan zu haben. Und trotzdem bemitleide ich mich und tue mir leid, weil ich auf den ein oder anderen Luxus verzichten musst. Deshalb tut es mir gut, mir meine Vorteile im Leben so geordnet vor Augen zu führen.

„Ich habe Hip-Hop quasi studiert.“

Wie viele weibliche Rapperinnen kennt ihr? In meinem Fall sind das 4 oder 5. Diese Zahl möchte Lina Burghausen mit ihrem Projekt 365 Female MCs ändern. Die 30-jährige lebt in Leipzig und arbeitet als Musikjournalistin, Musikpromoterin und DJ und seit diesem Jahr auch als A&R (Artist&Repertoire) von einem Musik-Label namens 365XX. In diesem Interview stelle ich Fragen rund, um ihr Projekt 365 Female MCs, ihr Label und die Ungerechtigkeit gegenüber Frauen im Hip-Hop.

 

Wie kamen Sie auf die Idee, das Projekt 365 Female MCs ins Leben zu rufen, gab es da ein bedeutendes Erlebnis oder einen wichtigen Grund?

 Ich bin seit über 20 Jahren Hip-Hop-Fan, bin mit 9 Jahren Hip-Hop-Fan geworden und hörte seit diesem Zeitpunkt Rap. Seitdem war es normal, dass ich irgendwie eine von wenigen Frauen war, die das mochten. Ich hatte auch keine anderen weiblichen Freunde, die Hip-Hop gehört haben, als ich Teenager war. Das war für mich irgendwie normal und ich habe das nie so richtig hinterfragt.

Erst später, als ich in dem Bereich auch angefangen habe zu arbeiten und mit ganz vielen, auch jungen Frauen gesprochen habe, die auch Hip-Hop-Fan waren, selbst rappten oder als DJ auflegten und die es genauso erlebten. Es gibt offenbar ja ganz viele Frauen im Hip-Hop, entweder stehen sie im Publikum, auf der Bühne oder arbeiten hinter den Kulissen, wie ich. Aber irgendwie heißt es immer, es gäbe ja keine, und auch viele Frauen haben das Gefühl […]. Und woran liegt das?

Und das war das erste Mal, dass mir das bewusst geworden ist, vielleicht mit Anfang 20. Dann habe ich immer wieder Diskussionen geführt, auch […] über Facebook, Twitter und so. Wenn Leute meinten: es gibt ja keine guten Rapperinnen, sagte ich: doch es gibt sie, aber sie bekommen einfach nicht die gleiche Aufmerksamkeit wie ihre männlichen Kollegen und das ist unfair. Und dagegen muss man halt was machen. Das ist ein strukturelles Problem.

Ich hatte unter anderem auch so eine Debatte mit dem Rapper Fler auf dem Reeperbahn-Festival 2018. Das hat mir einen ziemlichen Shitstorm eingebracht, als ich ihm widersprochen habe und Partei für Frauen im Hip-Hop ergriffen habe. Das war […] ein Trigger für mich, warum ich gesagt habe: Du musst irgendwas machen, damit du den Leuten zeigst, dass Frauen im Rap keine Randerscheinung sind.

Deshalb startete ich dieses Projekt und überlegte, wer fällt mir ein und welche Rapperinnen gibt es denn so. Dann habe ich auch im Freundeskreis nachgefragt, ein wenig recherchiert. Die Idee von 365 Female MCs war: ein Jahr lang jeden Tag eine Rapperin vorzustellen, möglichst unterschiedliche Frauen, ganz verschiedene Geschichten. Jeder Mensch, der sich für Hip-Hop interessiert, sollte auf jeden Fall in jedem Monat eine neue Lieblingsrapperin finden. Inzwischen ist die Reihe schon im zweiten Jahr, wir haben jetzt im Juli unser 500. Portrait und haben eine Datenbank mit über 1600 Rapperinnen aus der ganzen Welt.

 

Worin sehen Sie die Ursachen, dass der Frauen-Rap unterrepräsentiert ist?

 Das ist eine sehr schwierige und komplexe Frage, die du da stellst. Und zwar ist es so, dass Hip-Hop aus dem Süden der Bronx in New York stammt. Es war halt zuerst eine Straßenkultur, da haben ganz viele Leute mitgewirkt, ganz viele Frauen waren dabei, aber wenn man heute darüber spricht, wer so die prägenden Menschen waren, fallen vielen nur Männernamen ein. Obwohl es nachweisbar Frauen gab, wie z. B. eine der ersten Rap-Aufnahmen von einer Frau namens Sweet Tee […]

Es gab wirklich ganz viele wegweisende Charaktere im Hip-Hop, aber irgendwie haben sie nicht diese Aufmerksamkeit bekommen. Ich glaube, es hat viel mit der Entwicklung vom Hip-Hop zu tun, aber es ist nicht nur ein reines Hip-Hop Problem. Wenn du in andere spezielle Musikrichtungen schaust, wie Electro, Techno, Punk uns so, ist alles auch super männerdominiert.

Ich glaube, das hat viel mit der Erwartung zu tun, die wir gegenüber Frauen haben, dass sie nur singen oder schmückendes Beiwerk im Hintergrund sind. Zum anderem auch, dass Hip-Hop sehr die Männlichkeit in den Vordergrund stellt, seit Gangster-Rap das prägende Genre ist, und da haben Frauen einen bestimmten Platz. Das hat mit Hip-Hop selbst aber gar nicht so viel zu tun. Was auch noch ganz wichtig ist, dass auch in der Musikindustrie vor allem Männer arbeiten, also in den Plattenlabels und als Veranstalter, die die Konzerte planen.

Es ist nachgewiesen, dass Jungs und Männer andere Jungs und Männer anrufen, wenn sie ein Konzert planen und nicht unbedingt eine Frau buchen oder unter Vertrag nehmen. Dadurch wurde Frauen-Rap als eigene Musikrichtung abgestempelt, was eigentlich gar nicht zutrifft. […] 

 

Sie haben ja schon gerade erwähnt, dass Sie über 1000 Künstlerinnen auf Ihrer Festplatte haben. Wie und mit welchen Kriterien suchen Sie die Künstlerinnen aus? Treten einige Künstlerinnen auch auf Sie zu?

Ja, das kommt auf jeden Fall vor. Es ist eine Mischung […] Ich kenne natürlich viele, weil ich viel im Internet unterwegs bin und dann werden mir auch Leute empfohlen, da das Projekt ja relativ bekannt ist. Aber wir werden auch immer öfter angeschrieben, zum Teil aus anderen Ländern […], ob wir nicht die und die featuren können. Das nimmt zu, aber das meiste ist tatsächlich immer noch Eigenrecherche oder dass uns Rapperinnen über den Weg laufen, z. B., wenn ich über Instagram scrolle. Unter dem Hashtag Female Rapper entdecke ich irgendwie immer eine andere krasse Rapperin, die ich noch nie auf dem Schirm hatte. Ich hatte immer mal wieder diesen Punkt gehabt, wo ich dachte: Boa, jetzt kennst du aber alle. Und dann hast du wieder eine andere Krasse entdeckt, wo ich mir dachte: wie kann das sein, dass ich sie nicht kenne. Deswegen werden es immer mehr und jetzt sind wir bei 1615 aktuell […].

 

Denken Sie, dass einige weibliche Künstlerinnen Ihr Projekt als Sprungbrett nutzen, weil es ja relativ viel Aufmerksamkeit generiert hat?

 Ich denke, das wird so sein. Ich bekomme auf jeden Fall sehr viel gutes Feedback von Rapperinnen, aber ich bekomme auch sehr tolles Feedback von z. B. Veranstaltern. Ich war z. B. letztes Jahr auf dem Hip-Hop Camp, das ist ein Hip-Hop Festival in Tschechien, was ziemlich cool ist. Da kam die Bookerin zu mir, die dort die Künstler*innen mit bucht und somit entscheidet, wer spielt. Sie meinte zu mir: Ja, die und die Künstlerin habe ich gebucht, weil ich sie in deinem Blog entdeckt habe, und das ist dann natürlich cool, einfach zu wissen, da spielt eine Künstlerin auf so einem großen Festival, weil sie eine Plattform bekommen hat und andere Leute sie dadurch auf den Schirm bekommen haben […].

Und das ist schon ein paar Mal so gewesen, dass eben Leute, die Entscheidungen treffen oder Veranstaltungen machen, eben eine coole Künstlerin entdeckt haben […]. Das freut mich natürlich besonders und […]  wenn das halt dazu führt, dass die Künstlerin in ihrer Musik weiterkommt, einfach dadurch, dass wir sie featuren.

 

Ich habe sehr viele Interviews von Ihnen gelesen, dabei waren nicht nur Zeitungen, die im Rap aktiv sind, sondern auch öffentlich-rechtliche. Haben Sie mit der medialen Aufmerksamkeit für Ihr Projekt gerechnet?

 In dem Maße gar nicht. Als ich das Projekt gestartet habe, da war ich vor allem wütend. Über Jahre habe ich immer und immer wieder dieselbe Diskussion geführt, wenn du halt als Frau im Hip-Hop unterwegs bist, wirst du so oft behandelt wie ein Einhorn: uh, das ist ja außergewöhnlich, dass du dich mit Hip-Hop auskennst. Darauf hast du verschiedene Reaktionen.

Einige Leute sprechen dir ab, dass du davon Ahnung haben kannst und dann hast du halt irgendwelche Typen, die zu dir kommen und dir sagen: ja, komm jetzt, ich erklär dir jetzt mal wie Hip-Hop funktioniert, und meine Reaktion ist dann: du brauchst mir nicht erklären, wie Hip-Hop funktioniert, weil ich beschäftige mich das ganze Leben mit Hip-Hop und ich habe Hip-Hop quasi studiert an der Uni, mehr oder weniger. Ich arbeite in dem Bereich du brauchst mir nichts erklären, I know.

Das ist die eine Reaktion, die andere ist, dass Leute voll fasziniert sind: Boa, das ist aber selten.  Und ich denke mir, nein das ist nicht selten. Es gibt ganz viele von mir. Ich war einfach so sauer, dass ich immer dieselbe Situation erleben musste, so dass 365 Female MCs eine ziemliche Trotzreaktion war.

Ich dachte schon, dass es Wellen schlagen wird. Ich habe auch einen relativ großen Bekanntenkreis von Leuten, die auch im Hip-Hop unterwegs sind. Und da dachte ich mir schon, dass es einige Leute teilen, aber ich habe das gepostet und es ging so durch die Decke. Ab dem zweiten Monat kamen die Interviewanfragen rein und das war richtig verrückt für mich. Ich habe echt nicht damit gerechnet, dass ich damit so eine Aufmerksamkeit bekomme.

Und vor allem von Medien, wie du schon sagst, die überhaupt nicht typische Hip-Hop-Medien sind. Wobei ich mich bei den Hip-Hop-Medien krass darüber freue, wenn sie es featuren, weil sie ja sonst oft eher über männliche Künstler berichten, und ich, mit dem was ich mache, denen ein bissen den Zeigefinger zeige: warum berichtet ihr denn nicht über die Rapperinnen, die ich gefunden habe. Es gibt sie ja, warum sind auf eurer Seite nur Männer, was ist euer Problem?  […]

 

Im zweiten Teil dieses Interviews sprechen wir über ihr Label, über die Auswirkungen ihres Projektes und über die Zukunft.

 

Text: Pavel 9.e

Bild: Vanessa Seifert

Wir sind für Euch da!

Guten Tag, hier schreiben die Sozis. Da sich in dieser Corona-Zeit so viel verändert, ist auch der Schulalltag nicht mehr derselbe, wie noch im Januar. Von heute auf morgen wurden wir quasi alle nach Hause verfrachtet – und da kann man*frau*mensch sich genauso schnell alleine fühlen. Deshalb wollen wir Euch sagen: Wir sind (immer noch) für Euch da!  Und damit ihr uns Sozis auch von zuhause aus erreichen könnt – und Euch an uns erinnert – stellen wir uns hier nochmal mitsamt Foto vor. Meldet Euch gerne! 

Sozi: Fine

Ich bin Fine, 29 Jahre alt. Seit 2016 bin ich für euch an der Schwitters.  Auch in diesen schwierigen Zeiten kann ich für euch da sein. Ruft gern bei mir an oder schreibt mir per Whatsapp. Montag bis Freitag erreicht ihr mich unter: Da ich ein kleines Kind habe, rufe ich euch dann sobald wie möglich zurück: O1776236546

 

Sozi: D

Olá crianças! 😛 Algumas pessoas estão sofrendo com o isolamento, outras achando ótimo. Não há certo, nem errado. Mas às vezes precisamos de alguém para conversar, dar um alô e tentar fazer sentido da realidade atual. Então aqui estou para lembrar que eu estou disponível no meu novo número de trabalho 015734872907 (Whatsapp, inclusive!), e no Microsoft Teams (por ex. para vídeo-chats, que devem ser marcados antes). Fico feliz de poder entrar em contato com vocês!

Hallo-chen! Manche leiden unter der physischen Isolation, manch andere finden sie herrlich. Es gibt weder richtig noch falsch. Aber manchmal brauchen wir tatsächlich jemanden mit dem wir reden können, entweder, um ein kurzes Hallo zu sagen oder auch, um zu versuchen, der Situation einen Sinn zu geben. Deswegen will euch zu sagen, dass ich ab jetzt an meinem neuen Diensthandy 015734872907 zur Verfügung bin (auch per Whatsapp!), und auf Microsoft Teams (z.B. für Video-Chats, die bitte vorher vereinbart werden sollen). Ich freue mich auf euch!

Sozi: Claudia

Ich, Claudia, bin für die jungen Menschen im 7. Jahrgang da. Mein Motto zur Zeit: Nicht Milch und nicht Quark – Solidarität macht uns stark! Ihr könnt mich unter 0177-7828 719 kontaktieren.

 

Sozi: Kurt

Hey Ihr Lieben, auch wenn wir uns gerade nicht live sehen können, in Gedanken bin ich immer bei Euch. Die Welt steht Kopf und wir sind mitten drin. Habt ihr Sorgen, Nöte, Fragen oder einfach Bock mal ein wenig zu plaudern? Dann meldet Euch gerne bei mir! Zu erreichen bin ich Werktags von 9-17Uhr via Phone oder Whatsapp über 0177/6236546 und wir machen nen Termin für ne Online Beratung. Bleibt tapfer, wild und solidarisch!

Sozi: Katharina

Ich bin Katharina, zuständige Sozialpädagogin für den Jahrgang 8. Nach einer längeren Pause steige ich gerade wieder in die Arbeit ein und werde zeitnah wieder mit voller Kraft für euch da sein!

 

Sozi: Martin

Rrrrrrrr! Dieses Corona-Ding nervt manchmal so richtig, oder? Am Anfang war es noch ganz cool, so „keine Schule“ zu haben. Aber irgendwann… gähn. Wer hätte gedacht, dass wir uns so schnell den ganz normalen Schulalltag zurückwünschen (haha!)? Und manche finden diese Zeit su-per-toll. Auch das gibts. Wer bin ich? Ich bin Martin – der Typ mit den roten Haaren und mit D zuständiger Sozi für den neunten Jahrgang. Wenn es Euch manchmal so geht, wie ich hier beschrieben habe, Ihr ein offenes Ohr oder einfach nur jemanden zum Volltexten braucht: Meldet Euch. Schickt mir ne Whatsapp (015734873412), ruft an, oder schreibt mir auf MS Teams. We’re in this together. 🤘🏼

Ab morgen: Filmforum online!

 

MORGEN (Samstag) findet das zweite „Point of PrevYou – Forum für den jüngsten deutschen Film“ statt! Statt im Kino BABYLON könnt ihr exklusiv auf prevyou.de vom 25.-30.04. unsere diesjährigen Schüler-, Bewerbungs- und Studentenfilme anschauen! Außerdem gibt es Interviews mit professionellen Filmemachern, DFFB-Studenten und Dozenten an der Filmuni Babelsberg zu ihrem Werdegang, Berufsalltag und Lebensentwurf – und ihren Tipps & Tricks rund ums Filmemachen, Studium & Bewerbung, und wie man mit wenig Geld trotzdem tolle Filme produziert. Das Ganze geht am 25. April um 15 Uhr online unter prevyou.de!

 

Und unter den Beiträgen kannst du dich in Echtzeit mit den anderen Zuschauern über die Beiträge austauschen und Regie & Stab mit deinen Fragen löchern!

Auf unserem schwarzen Brett findest du zudem Aktive für dein nächstes Projekt.

 

Vielen Dank wieder an den Jugend-Demokratiefonds STARK gemacht und den Förderverein der Kurt-Schwitters-Schule Berlin!

 

Alle Infos auf prevyou.de ! 🙂

Rassismus in deutschen Stadien

Wir müssen reden. Über den „kack″ Rassismus. Und ja, auch in Zeiten von Corona, denn das Problem des Rassismus verschwindet nicht in diesen Zeiten; es bleibt weiterhin bestehen.

„Erst Torunarigha, dann Kwadwo, dann gibt’s Tote“, so reagiert der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger auf die rassistischen Vorfälle in den deutschen Stadien. Selbst sieht er den eindeutig rassistischen Anschlag in Hanau als „Endpunkt″.

Derzeit nimmt der Hass in deutschen Stadien wieder zu. Einige wenige Menschen gehen jede Woche ins Stadion, um Spieler rassistisch anzugreifen. Sie beschimpfen die Spieler mit Affen Geräuschen oder bewerfen sie mit Bananen.

Ich glaube man muss nicht erwähnen, dass Rassismus keinen Platz in der Gesellschaft genießen darf, aber diese angeblichen „Fans″ haben es nicht verstanden. Auch wenn viele sagen: „Man sollte diesen Menschen keine Aufmerksamkeit schenken”, darf man diese Beleidigungen nicht so stehen lassen und muss ein Zeichen setzen.

Das beginnt beim DFB und endet bei den Fans im Stadion. Aktuell ist die Stimmung zwischen dem DFB und den vielen Ultra-Gruppierungen angespannt, aber beim Thema Rassismus stehen beide auf einer Seite. Nur den Weg zu einem Stadion ohne Rassismus halten viele Ultras als nicht zielführend.

Der DFB hat nämlich einen Drei-Punkte-Plan eingeführt. Er sieht ein strenges Vorgehen gegen rassistische oder diskriminierende Äußerungen vor. Der erste Schritt wäre eine Spielunterbrechung mit einer Stadiondurchsage. Bei Stufe 2 gehen die Mannschaften in die Kabine und es folgt eine weitere Stadiondurchsage.

Wenn die rassistischen oder diskriminierenden Äußerungen nach den zwei Maßnahmen nicht eingestellt werden, folgt der Spielabbruch und die Mannschaft, deren Fans diese Äußerungen getätigt haben, verliert Zwei zu null. Nicht nur Regelungen können die rassistischen Äußerungen bekämpfen.

Es ist wichtig, direkt in der Situation einzugreifen und andere Menschen darauf aufmerksam zu machen. Das Stichwort ist hier Zivilcourage. Es ist leicht zu sagen, dass man einschreiten soll, wenn jemand rassistisch beschimpft wird. Das ist es aber nicht.

Deshalb muss das ganze Stadion zusammenhalten und sich ein Beispiel bei den Preußen Münster Fans nehmen, die nach dem Rassismusvorfall gegen Leroy Kwadwo eine starke Reaktion zeigten.

Diese Fans konterten die Affengeräusche gegen den 23-jährigen Verteidiger mit „Nazi raus″ Sprüchen und zeigten auf den Mann, damit der Ordnungsdienst ihn festnehmen konnte.

Der Fußball ist auch immer ein Abbild der gesamtgesellschaftlichen Lage, weil ein breiter Querschnitt der Gesellschaft ins Stadion geht. Wäre doch schön, wenn sich das Engagement, welches sich im Fußball dargestellt hat, auch auf der Straße wiederspiegeln lässt.

Text: Pavel (9e) | Foto: Martin Gasiorek, Unsplash

Fazit an alle SuS und LuL zum Homeschooling

Liebe Schüler*innen, Liebe Lehrer*innen,

Wir hoffen es geht euch soweit gut und ihr seid gesund und munter.

Da nun die “Homeschooling”-Zeit verlängert wird, möchten wir uns nun als Schulsprecher*innen-Team an euch wenden und ein kleines Zwischenfeedback senden. Mit dem Ziel, dass alle, sowohl LuL und SuS, weiterhin erfolgreich die Zeit im Homeoffice meistern, sowie um uns gegenseitig Tipps zu geben.

Die Basis unseres kleinen Feedbacks bildet eine Umfrage, an der 203 Schwitteraner*innen aller Jahrgänge teilgenommen haben.

Beginnen wir mit allem Positiven, was nennenswert ist. Zwei Drittel der befragten SuS gaben an, in einem guten Kontakt mit ihren Lehrkräften zu stehen. Dies ist als Erfolg zu verzeichnen, da viele in der Lage sind, Fragen zu stellen und beantwortet zu bekommen. Uns erfreut zudem, wie vielseitig der Lernraum im Homeschooling gestaltet ist. Überwiegend wurde E-Mail und Whatsapp als Lernraum genannt.

Nicht so gut funktioniert jedoch die Aufgabenverteilung. Mehr als die Hälfte der befragten Schüler*innen geben an, zu viele Aufgaben für die vorgegebene Zeit bekommen zu haben. Auch sind Aufgaben dabei, welche nicht problemlos in Quarantäne machbar sind.

Nur 38,3% gaben an, die Aufgaben ohne Probleme lösen zu können und ein Drittel hat nicht ausreichend Kontakt mit ihren Lehrer*innen.

Viele SuS beklagten, sich schwer zuhause konzentrieren zu können. Zudem würden sie sich wünschen ein einheitliches Kommunikationsmittel als Lernraum zu haben und nicht eine Vielzahl an Plattformen. Ein gelegentliches Feedback der Lehrkräfte ist zudem Wünschenswert und häufig nicht vorhanden. Vor Allem in den mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern gab es mehrfach den Wunsch von mehr Unterstützung und Feedback seitens der LuL. Außerdem fällt es schwer komplette neue Themengebiete eigens zu erarbeiten. Es gab SuS die bemängelten ihre Fragen nicht in einer E-Mail formulieren zu können und nun verzweifeln.

Das ungewisse überwiegt. Die SuS beschäftigen sich viel mit den Fragen, wie es weitergeht. Wann und in welchem Rahmen werden Klausuren, Tests und Arbeiten geschrieben? Wie bereite ich mich darauf vor? Wird es noch Zeit geben um Fragen zu klären?

Auch durch das emotionale Umfeld wird es für viele Schüler*innen schwierig die Aufgaben wie vorgegeben zu bearbeiten. Einige müssen ihre Geschwister bespaßen, damit die Eltern arbeiten können, andere leben in einem Umfeld mit infizierten und kommen mit der Angst nicht zurecht.

Bei diesem Punkt wenden wir uns nun an euch liebe Schwitteraner*innen. Unsere Sozis sind noch immer für euch da! Ihr erreicht sie Montag bis Freitag entweder über die Diensthandys, oder über die Email-Adressen (Nachname@kurt-schwitters.schule).

Wie lässt sich das Homeschooling am besten meistern?

Schaffe dir eine Struktur und mache jeden Tag zu bestimmten Zeiten deine Schulaufgaben. Überfordere dich nicht und lege dir Pausen ein.

Hierzu wäre es hilfreich, wenn die Lehrkräfte in regelmäßigen Abständen Aufgaben verteilen, oder zu Beginn alles auf einen Schub, damit es den SuS leichter fällt sich die Aufgaben einzuteilen. Mehrere gaben an, dass Aufgaben viel zu kurzfristig hinzukamen.

Auch ist es wichtig, dass sie LuL im Auge behalten, dass es SuS ohne Drucker, Laptops oder Internetanschluss gibt!

Zuletzt noch ein weiterer wichtiger Hinweis:

So lange die Bildung nicht komplett digitalisiert ist, dürfen wir nicht davon ausgehen, dass jede Person ein internetfähiges Endgerät besitzt! Bitte kommt bei diesen Fällen ins Gespräch und findet gemeinsam einen Kompromiss!

Alles Liebe, auf dass wir uns schnellstmöglich wieder sehen.

Euer Schulsprecher*innen-Team.

Kunst in der Coronakrise: Teil II

Anschließend zum ersten Text unserer Kunst-Aktion veröffentlichen wir nun Teil II der Illustrationen und Bildern, mit denen die Schüler:innen der Kurt Schwitters Schulle die Zeit Zuhause im Corona-Kotext verarbeiten. Vorhang auf!

Raquel Engel Bras, 8g

Tyra Anyangbe, 8g

Shoana Chaiya, 8g

Eliano Candidi Simao, 8g

Evandro Kammel, 8g

Iadorin Mertens Oliveira, 8g

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Wie Schüler:innen der Kurt-Schwitters-Schule mit Kunst die Coronakrise verarbeiten

Sonja Göbel, Fachleiterin des Kunstbereiches gab ihren Schüler:innen noch am letzten Tag vor der Schulschließen eine Aufgabe: Sie sollte ein künstlerisches Tagebuch führen, um sich damit auseinanderzusetzen, was die Caronavirus-Ausnahmezeit in ihnen auslöst.

„Kunst ist eine besondere Sprache und eine tolle Möglichkeit über Bilder auszudrücken, was einen beschäftigt, was einen nervt oder interessiert oder auch einfach, was einem gefällt“, Göbel, die nach einigen Tagen die Idee hatte, die Werke der Schüler:innen auf qurt.news zu veröffntlichen.

„Wir sind eine kunstbetonte Schule und unsere SchülerInnen haben ein enormes kreatives Potential. Das muss man doch zeigen“. Sie fände es schade, wenn nur sie die Arbeiten ihrer Klasse zu sehen bekommen würde.

Also lies sie über die Klassenleitungen anfragen, ob die SchülerInnen (auszugsweise 8e/ 8g und 9c) ihr jeweils ein Werk aus ihren Tagebüchern per E-Mail schicken können, damit “wir es auf der Schülerzeitung zeigen können“.

Gesagt, getan.

Charlotte Papajeweski, 9c

Karla Lagè, 9c: Trinkbares Leben

Violetta Kretschmer, 8g

Karl Welsch, 9 c

Amelie Karlstetter, 9c: „In diesem Bild hatte ich vor zu zeigen wie die Corona-Maßnahmen unser Leben einschränken. Das Bunte soll das kreative und fröhliche Leben von uns darstellen und der Schwarze Punkt der langsam in das Bunte übergeht die Einschränkungen und die Langeweile die auf uns zukommt.“

Julian Casagrande, 9c: „Ein Ausschnitt aus meinem Kunsttagebuch“

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Was kann ich zuhause eigentlich alles machen?

Genau das haben wir uns auch gefragt, deswegen sind hier die Top Dinge, die man prima in der Quarantäne machen kann!

1. Sport

In den sozialen Medien kursieren aktuell sehr viele Anleitungen, wie du auch zuhause deinen aktiven Ausgleich bekommen kannst. Zum Beispiel Yoga, Tanz, Street-Workout, Joggen u.v.w.m.

2. Kunst

Auch zuhause lässt es sich perfekt mit wenigen Mitteln kreativ ausleben. Ein cooles Beispiel ist es jeden Tag, bis sich die aktuelle Situation wieder normalisiert, ein Kunstwerk zu kreieren, welches man an eine leere Wand hängt. Am Ende hast du dann deine eigene “Corona-Ausstellung”.

3. Musik

Es wär doch mega cool die Zeit zu nutzen und in Quarantäne ein Musikinstrument zu lernen, irgendwo fliegt bei dir bestimmt noch ein Herrenloses Instrument rum. Oder seine Fähigkeiten so auszubauen, dass man einen eigenen Song bis zum Ende der “Quarantäne”-Zeit geschrieben hat. Der dann vielleicht sogar auf dem Schulkonzert gezeigt wird?

4. Kochen

Endlich mal Zeit neue Rezepte auszuprobieren, oder die alten Rezepte wieder neu zu entdecken und nebenbei die anderen zuhause glücklich zu machen. Dabei Musik hören, macht’s noch entspannter!

5. Lesen

Es gibt noch sooooo viele ungelesene Bücher!! Hast du Tipps? Dann ab in die Kommentare damit!

6. Schreiben

Schonmal nen Tagebuch geschrieben? Nein? Dann bietet sich jetzt endlich die Gelegenheit! Wär doch cool den Enkeln dann detalliert über die Krise berichten!

7. Kommunizieren

Mal wieder mit Oma/Opa oder alten Freunden, von denen man lange nix gehört hat zu telefonieren bzw. skypen. Aber auch Briefe bieten sich als gutes Kommunikationsmittel an. Probier’s doch mal aus!

8. Film

Wir kennen sie alle und lieben sie: Serien! Hau doch einfach mal deine Tipps unten rein! Tolle Filme lassen sich kostenlos auf YouTube und Co. streamen. Auch mega cool ist es mal wieder die alten Projektwochen-Mitschnitte hier auf qurt.news anzuschauen 😀

9. Schnick-Schnack

Wie wär’s endlich mal ne neue Sprache, oder andere neue Dinge, zu lernen? Du hast sooo viel Zeit um zu Jonglieren, zu nähen, umzuräumen bzw. umzudekorieren, Geschwistern beim Lernen zu helfen, Haare zu färben, Morsecode-Nachrichten an die Nachbarn zu senden, IT-Skills zu verbessern / Hacker werden, Viiiiieeel zu schlafen!!!, Modesünden zu begehen, auf dem Balkon/Fensterbrett zu grillen, komplizierte Systeme zu erfinden um Nachbarn etwas zu schenken, nen Bart wachsen zu lassen, Nägellackieren bzw. Makeup-Skills zu verbessern, die Wände anzumalen / zu bekleben u.v.w.m. Nutz diese Zeit!

Du hast auch noch Tipps? Dann ab in die Kommentare damit!

Bleibt daheim und vor Allem gesund!
Euer Schulsprecher*innen-Team

P.s.: Mache jetzt an unserer Homeschooling-Umfrage mit!

Schwitterwochen: Auch in Corona-Zeiten weiter Projekte einreichen!

Ihr habt eine Projektidee aber Ihr wisst nicht, wie Ihr sie einreichen könnt? Schickt Eure Projektbewerbung einfach per E-Mail an Claudia: fauter@kurt-schwitters.schule!

Folgende Angaben sind nötig:

  1. Name des Projektes
  2. Namen und Klasse der Projektleitenden (maximal 4)
  3. Unterstützende Lehrer*in, wenn Ihr von der Person eine Zusage habt. Kontaktiert die Person Eurer Wahl per E-Mail unter [Nachname]@kurt-schwitters.schule oder lasst das Feld leer.
  4. Projektidee (1 – 3 Sätze)
  5. Anmerkungen (z.B. Technik- oder Raumbedarf)

Wir freuen uns auf Eure Einsendungen! 

Hanau: Courage zeigen heißt nicht nur, Projekte zu organisieren

Am Mittwoch, dem 19. Februar 2020 ermordete in Hanau ein Mann 10 Menschen. Er schoss in einem Kiosk und einer Shishabar um sich und zuletzt auf seine Mutter und sich selbst.

Dieser eindeutig rassistisch motivierte Anschlag steht in Deutschland nicht alleine. Im Oktober letzten Jahres wollte ein Mann in Halle in eine voll besetzte Synagoge eindringen und die dort versammelten Menschen erschießen. Er wurde nur von einer schweren Holztür aufgehalten und erschoss statt dessen willkürlich zwei Passanten.

Im Juni letzten Jahres wurde Walter Lübke auf seinem eigenen Balkon erschossen. Der CDU Politiker hatte die Flüchtlingspolitik der CDU verteidigt. 2016 wurden 995 rechte Gewalttaten gegenüber Geflüchteten und Flüchtlingsunterkünften registriert.

Die genannten Vorfälle sind nur Beispiele aus der letzten Zeit. In einer Statistik über Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland in den letzten 30 Jahren heißt es:

„Wo von der Bundesregierung lediglich 94 Tötungsdelikte als rechts motiviert gewertet werden, ergeben Recherchen der Amadeu Antonio Stiftung eine weitaus höhere Zahl: Mindestens 198 Todesopfer rechter Gewalt seit dem Wendejahr 1990 sowie 12 weitere Verdachtsfälle“.

Eigentlich wollte ich einen Text über die politischen Ereignisse in Erfurt schreiben. Dort hat das Parlament nicht den linken Ministerpräsident Bodo Ramelow gewählt, dessen Partei mit 31 % die meisten Stimmen gehabt hätte. Stattdessen wählten CDU und FDP mit der AfD den Kandidaten der FDP, die bloß 5% hatte.

Aber warum ist es so schlimm, einen Regierungschef zu haben, der nur mithilfe der AfD gewählt werden konnte?  Sie waren ja alle demokratisch gewählt, oder?  Aber das bedeutete, mit der AFD zusammenzuarbeiten. Und die AfD vertritt zutiefst undemokratische Werte.

Sie ist frauenfeindlich.
Sie ist rassistisch.
Sie verhamlost die deutsche NS-Vergangenheit.
Sie ist behindetenfeindlich.
Sie ist islamfeindlich.
Sie ist homophob.

Sie leugnet das Recht der künftigen Generationen auf eine funktionsfähige Ökosphäre (also den von Menschen gemachten Klimawandel). Sie behauptet, sie wäre eine Partei der einfachen Leute, also der Arbeiter. Aber das stimmt nicht.

Nicht jeder, der die AfD wählt ist ein Nazi. Aber die AfD ist eine zum Teil faschistische Partei. In der AfD können Faschisten, wie zum Beispiel B. Höcke, ihren Hass und ihre Hetze an ein breites Publikum tragen. Die AfD bildet die Verbindung zwischen rechtsradikalen Nazis und rechtskonservativen Kräften im Bundestag.

Der Anschlag in Hanau wurde vielleicht von einem Einzeltäter begangen. Doch von einem Mann mit einem zutiefst rassistischen Weltbild. So etwas entsteht nicht aus dem Nichts und wird von einem gesellschaftlichen Klima angefeuert. Einem Klima, in dem menschenverachtende Theorien, Hass und Hetze immer salonfähiger werden.

Die AfD spricht von „Umvolkung“ und von „einem großen Bevölkerungsaustausch“, oder noch vulgärer von „Fickificki-“ und „Messermigranten“.

So konstruieren sie aus immigrierten und geflüchteten Menschen eine Bedrohung, die von solchen Tätern wie dem in Hanau als Legitimation (also Rechtfertigung) für ihre Morde und Anschläge genommen werden. Unsere Schule ist auch einen kleine Gesellschaft, auf deren Umgang und Klima wir aufpassen
können.

Ich jedenfalls habe keine Lust, in einem Land zu leben, in dem meine Freunde mit Diskriminierung, Anfeindungen und Gewalt leben müssen. In einem Land, in dem Menschen Angst um ihr Leben haben müssen, weil sie aus irgendwelchen Gründen nicht in faschistische Vorstellungen passen.

Wir alle können Courage zeigen. Courage zeigen heißt nicht nur, Projekte zu organisieren, sondern auch den Mund aufzumachen, wenn andere Mist reden. Denn Mist bleibt Mist, auch wenn es nur ein blöder Witz sein sollte.

Etwas Gutes können wir aber von allen Faschisten und Alternativen für Deutschland lernen: Wir können uns zusammentun, solidarisch sein, Spaß haben, uns nicht verarschen lassen und herausfinden, wie wir tolerant zusammen leben wollen.

Die Rapperin Sookee singt: „Ganz egal wer du bist, mach ein bisschen Kunst und bleibe Antifaschist!“

Text: Luise (Schulsprecherin) im Namen der GSV

Feuerwerk: Was darf man und was nicht?


Zum Jahreswechsel werden durch Feuerwerkskörper 5.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Ob dies alles so legal ist, ist die Frage. Was ist ein Pyrotechniker? Ein Pyrotechniker ist Experte für große Feuerwerke sowie für die Durchführung von diesen. Er kennt sich mit allen möglichen Spezialeffekten von Feuerwerk aus. Pyrotechniker kümmern sich sowohl um Innenfeuerwerke (Bühnenshow mit Spezialeffekten), als auch um Außenfeuerwerke.

Laut: Sprengstoffgesetz

§23 Pyrotechnische Gegenstände der Klasse II, also Silvester Feuerwerkskörper dürfen in der Zeit vom 2. Januar bis zum 30. Dezember nicht verwendet (abgebrannt) werden, außer wenn sie von einem Erlaubnisinhaber oder Befähigungsscheininhaber gezündet werden.

Personen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr dürfen pyrotechnische Gegenstände der Klasse II auch am 31. Dezember und am 1. Januar nicht abbrennen. Das Abbrennen von Feuerwerkskörper in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäuser, Kinder- und Altersheime ist verboten. 

Erlaubnisscheininhaber und Befähigungsscheininhaber sind ausgebildete Pyrotechniker. D.h. für alle anderen Personen gilt dieses Verbot.

Fachbegriffe:

BAM = Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ist eine wissenschaftlich-technische Bundesober­behörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Aufgaben: 

  • Mitarbeit bei der Entwicklung gesetzlicher Regelungen, z. B. bei der Festlegung von Sicherheitsstandards und Grenzwerten
  • Beratung der Bundesregierung, der Wirtschaft sowie der nationalen und internationalen Organisationen im Bereich der Materialtechnik und Chemie.
  • u.s.w.

F1 = Kleinstfeuerwerk

Es gibt in diese Kategorie keine reinen Knallkörper, abgesehen von Knallerbsen. Als maximalen Schallpegel dürfen diese Artikel maximal 120 dB in einem Abstand von einem Meter erreichen. 120 db ist unerträglich laut, Schmerzgrenze.

F1-Artikel dürfen ab dem 12 Lebensjahr frei erworben und das ganze Jahr über verwendet werden. Hierzu zählen unter anderen Knallererbsen, Partyknaller, Bodenwirbel, Tischfeuerwerk, Eisfontänen, Wunderkerze, u.v.m

F2=Kleinfeuerwerk

Zu dieser Kategorie zählt in der Regel das klassische Silvesterfeuerwerk und diese Artikel sind ausschließlich zur Verwendung im Freien vorgesehen.

F3=Mittelfeuerwerk

Für Hobbyfeuerwerker und Pyrotechniker. Feuerwerkskörper der Kategorie F3 dürfen nur an Erlaubnis- und Befähigungsscheininhaber verkauft werden. Der Befähigungsschein ist ein amtliches Dokument, das den Inhaber zum Umgang, Verkehr und zur Einfuhr mit und von explosionsgefährlichen Stoffen berechtigt.

F4=Großfeuerwerk

Feuerwerkskörper, welche eine große Gefahr darstellen und nur von Pyrotechnikern verwendet werden dürfen. Hierzu zählen unter anderem die klassichen Zylinder- und Kugelbomben als auch große Raketen und Batterien. Wie bei der Kategorie 3 bedarf es zum erwerben und/oder verwenden eine Erlaubnis oder einen Befähigungsschein . Das Mindestalter für die Kategorie 4 beträgt 21 Jahre!

So sieht eine Kugelbombenexplosion aus:

 

T1 = Pyrotechnische Gegenstände, welche eine geringe Gefahr darstellen und ab ab 18 Jahre frei erworben und für technische Zwecke das ganze Jahr über verwendet werden dürfen. Technische Zwecke sind z.B.  Bühnenshows, Film -oder Fotoaufnahmen, Showveranstaltungen, Simulationen und vieles mehr.

T2 = Pyrotechnische Gegenstände für die Verwendung in Theater und auf Bühnen, die zur Verwendung nur durch Fachpersonal  gezündet werden dürfen.

S1 = geringe Gefährlichkeit, die z. B. für die Anwendung auf Bühnen und Theatern oder zur Ausbildung von Rettungskräften dienen.

S2 = pyrotechnische Sätze großer Gefährlichkeit, deren Umgang und Verkehr an die Befähigung und Erlaubnis gebunden ist

Was darf ich?

Hier eine Tabelle

 

Kategorie Zulassungs-

zeichen

Bezeichnung Abgabe an Personen
F1 BAM-F1 Feuerwerkskörper, die e sehr geringe Gefahr darstellen

(“Jugend- / Tischfeuerwerk”)

ab 12 Jahre
F2 BAM-F2 Feuerwerkskörper, die  geringe Gefahr darstellen

(“Silvesterfeuerwerk”)

ab 18 Jahre
F3 BAM-F3 Feuerwerkskörper, die eine mittelgroße Gefahr darstellen

(“Mittelfeuerwerk”)

ab 21 Jahre

Erlaubnis nötig

F4 BAM-F4 Feuerwerkskörper, die  große Gefahr darstellen

(“Großfeuerwerk”)

ab 21 Jahre

Erlaubnis nötig

(Pyrotechniker)

T1 BAM-T1 Feuerwerkskörper geringer Gefahr zur Verwendung auf Bühnen

Raketenmotoren bis 20g Treibstoffgewicht

ab 18 Jahre
T2 BAM-T2  Feuerwerkskörper großer Gefahr zur Verwendung auf Bühnen

Raketenmotoren ab 20g Treibstoffgewicht

ab 21 Jahre

Erlaubnis nötig

(Pyrotechniker)

S1 BAM-S1 Pyrotechnische Sätze geringer Gefährlichkeit ab 18 Jahre
S2 BAM-S2 Pyrotechnische Sätze großer Gefährlichkeit ab 21 Jahre

Erlaubnis nötig

(Pyrotechniker)

Quellen:
– http://feuerwerk-online-kaufen.de/feuerwerk-genehmigung-privates-feuerwerk/
-https://cdn.pixabay.com/photo/2019/10/28/12/41/new-years-eve-4584262_960_720.jpg
-https://www.pyrolager.de/feuerwerkskategorien
-https://www.bam.de/Navigation/DE/Home/home.html
Text: Julius (Klasse 7a)

So verlief der Literaturwettbewerb 2020

Der Literaturwettbewerb hat dieses Jahr am 2. März stattgefunden. Die neun Teilnehmer/-innen waren sehr nervös und hatten ihre Geschichten schon vor sich liegen, um sie vorzulesen. Es haben zwar nicht viele Schüler teilgenommen, die Stimmung war aber trotzdem sehr angespannt.

Die vorgelesenen Geschichten waren sehr kreativ und es war für die Jury sehr schwierig, sich für einen Gewinner zu entscheiden, doch zum Schluss konnten sie sich trotzdem für einen Text entscheiden.

Den dritten Platz hat Maha aus dem siebten Jahrgang, mit der Geschichte “Komisch Ferien”, erlangt. Der Text “Treppen” von Julia aus dem achten Jahrgang schaffte es auf den zweiten Platz.

Den ersten Platz gewann Karla, aus dem neunten Jahrgang, mit ihrer Geschichte “Vom Liegen Lieben Bände sprechen”. Alle Geschichten waren sehr schön und alle Teilnehmer durften sich nach ihrer Wahl ein Buch aussuchen, zuerst natürlich der erste Platz.

Es hat allen Schülern/-innen und Lehrern/-innen sehr viel Spaß gemacht.

Text: Theo (9.f) / Fotos: Philipp (9.f)

MUSIZIERENDE GESUCHT

Wir von SKET, der Spontanen Kreativen EinsatzTruppe, suchen aktuelle Musiker*innen und Bands, die Lust haben als Krönung der Projektwoche ein Konzert auf dem Hoffest zu geben! Egal welches Genre, egal welches Alter, ihr seid alle bei unserem Konzert willkommen!

Wir freuen uns natürlich auch über Mitwirkende und Unterstützer*innen, die uns bei der Planung und Gestaltung des Konzerts helfen! Unserer Kreativität was die Organisation angeht sind keine Grenzen gesetzt!

Schreib uns bei Interesse gerne eine Mail an sket.schule@gmail.com!

Euer SKET-Team

 

SKET

Gemeinsam gestalten wir unseren Alltag in der Schule ein kleines Stück angenehmer. Schwerpunkt von uns ist das Planen und Umsetzen von Aktionen und einem Konzert gegen Diskriminierung. Du hast Bock uns zu unterstützen? Dann komm vorbei! Unsere Treffen stehen auf dem Vertretungsplan!

Sket Werbeplakat pdf 2

Projekt einreichen und los geht`s

Es ist wieder soweit: Die Schwitterwoche steht vor der Tür und ihr könnt ab sofort wieder eure eigenen Projekte einreichen.

Bis zum 31.03 werden eure Projekte von den Sozis angenommen. In diesem Jahr steht alles unter dem Motto: Kurt mit Courage.

Nur ein kleiner Anreiz, ein Projekt zu leiten: Wenn nicht genügend Projekte eingereicht werden, leiten die Lehrer*innen die Schwitterwoche und ehrlicherweise will das bestimmt niemand von uns.

 

Mission Integration im deutschen Fußball

Fußball gefällt vielleicht nicht jedem, aber eine Sache kann dieser Sport auf jeden Fall: Menschen zusammenbringen. Er ist schon lange mehr als ein Spiel mit einem Ball, 22 Spieler*innen auf dem Spielfeld, traumhaften Spielzügen und Toren. Der Fußball hat eine wichtige Aufgabe in der Gesellschaft und meistert diese sogar manchmal besser als die Politik, denn er vermittelt Werte wie Toleranz, Respekt und Wertschätzung in einem Rahmen, wo Spaß und Freude im Mittelpunkt stehen. Auch beim Thema Integration hat der Fußball eine Vorbildfunktion.

Nicht nur der DFB (Deutsche Fußball-Bund) und die DFL (Deutsche Fußball-Liga) engagieren sich, auch kleine Vereine in unterklassigen Ligen helfen durch verschiedene Wege und Projekte, den geflüchteten Menschen sich zu integrieren.

Integration und der DFB

Mit der Überschrift: Fußball für alle. Gemeinsam für Teilhabe, Zugehörigkeit und Vielfalt in der Migrationsgesellschaft stellt der größte Fußballverband der Welt, der DFB das überarbeitete Integrationskonzept vor, welches sich über 8 A4 Seiten erstreckt und seine Visionen, übergreifende Ziele und Handlungsfelder formuliert.

Ein Wort, welches in dem Konzept der DFB eine tragende Rolle spielt, ist “Vielfalt (engl. „Diversity“). Sie möchten diesen Begriff als Ausgangspunkt ihrer zukünftigen Arbeit zur Integration nutzen.

Um diese große Aufgabe der Integration zu meistern, will der Verband mit externen Partner*innen die nötigen Rahmenbedingungen für ein positives Miteinander schaffen und dadurch alle Menschen einladen, ein Teil der großen Fußballfamilie zu werden.

Weiterhin will der DFB die wichtigen Werte wie Fair Play, Respekt, Gleichberechtigung, Leistungsbereitschaft, Engagement und das Friedliche Miteinander wieder in den Vordergrund stellen. Den Rahmen für diesen wichtigen Weg in die Zukunft bilden fünf Handlungsfelder.

Um Vielfalt in der Vereinen und Verbänden stärker darzustellen, möchte der DFB geeignete Strukturen erbauen sowie die vorhandenen Maßnahmen und Ansätze überprüfen und weiterentwickeln. Nichts gelingt ohne Geld, das weiß auch der DFB und möchte deshalb diese Projekte inhaltlich und finanziell  fördern.

Durch die Vernetzung von Vereinen und Verbänden kann jeder sich weiterentwickeln und zukunftsfähiger werden, deshalb fordert der DFB die Kooperation von Verbänden und Vereinen in Deutschland. Das Klima des Respekts und Mitmenschlichkeit sollte in jeder Fußballmannschaft selbstverständlich sein. Wenn dies nicht der Fall ist, möchte der DFB die betroffenen schützen und als Schlichter eingreifen.

Die Aufklärung im Bereich Vielfalt ist für den DFB elementar. Deshalb möchte er die Vielfaltsthemen in Qualifizierungsangeboten ansprechen. Durch diese Einbeziehung ergeben sich neue Chancen für die Vereine oder für die individuelle Entwicklung.

Willkommen im Fußball

Die DFL hat eine klare Vision: Allen Kindern die Entfaltung ihrer individuellen Potenziale zu ermöglichen und Chancengleichheit zu gewährleisten. Dafür formuliert die DFL- Stiftung ihre Mission, ihre Herausforderungen und wie sie diese mit drei verschiedenen Wegen erreichen möchte.

Schritt 1 ist Begegnung zwischen Kindern und Jugendlichen verschiedener sozialer und kultureller Herkunft. Ihr zweiter Anhaltspunkt ist den Fußball als Türöffner zu nutzen und damit zusätzliche Bildungsangebote zu schaffen.

Der letzte Schritt der DFL ist, den Fußball als Sprachrohr zu nutzen und sich damit Gehör zu verschaffen, um auf Chancen-Ungleichheit oder Diskriminierung hinzuweisen. Dafür hat die DFL verschiedene Leuchtturmprojekte ins Leben gerufen, wie z. B. Willkommen im Fußball.

Das Programm „Willkommen im Fußball“ eröffnet jungen Geflüchteten durch Sport-, Kultur- und Bildungsangebote Chancen zu einer sozialen Integration und unterstützt so das gesellschaftliche Miteinander.

Um mit einigen Zahlen zu erläutern wie groß dieses Projekt ist: Willkommen im Fußball hat 23 Bündnisse mit verschiedenen Fußballvereinen, unter anderem mit den beiden Berliner Erstligisten Union Berlin und Hertha BSC.

3.500 Menschen nehmen an den 67 verschiedenen Trainingsangeboten und Turnieren teil, dazu kommen noch die 60 Kultur-, Bildungs-, Qualifizierungs- und Vernetzungsangebote, welche die geflüchteten Menschen nutzen können.

Welcome United 3

Nicht nur die großen Vereine und Verbände engagieren sich für die Integration von geflüchteten Menschen, auch Vereine aus unterklassigen Ligen, wie der SV Babelsberg bringen sich aktiv ein. Der SV Babelsberg ist der erste Deutsche Fußballverein, der mit einer Mannschaft aus Flüchtlingen antritt. Das Projekt  steht unter dem Namen “ Welcome United 3” und möchte so laut eigenen Worten:

” (…) ein Vorbild für andere Vereine, Unternehmen und Gruppierungen in unserer Gesellschaft sein. Wir wollen Menschen, die egal aus welchem Grund ihre Heimat verlassen mussten, willkommen heißen.” 

Das Projekt wurde mit offenen Armen empfangen, in kürzester Zeit meldeten sich über 60 Flüchtlinge an und so konnte schon nach einem Jahr die Mannschaft für den regulären Spielbetrieb eingetragen werden. Der SV Babelsberg bietet den Flüchtlingen mehr als nur einen Platz zum Trainieren. Sie versuchen den Spielern Jobs zu organisieren, helfen bei Behördengängen oder hören einfach nur zu.

Leider muss ich hier die Euphorie-Bremse drücken, weil der Fußball auch den ” Idioten ” ein  Sprachrohr bietet. In den vergangenen Wochen kam es nämlich zu vielen rassistischen Bemerkungen gegenüber Spielern.

Text: Pavel 9.e  Photo: unsplash

Plastikmüll in den Weltmeeren – Rettung in Sicht ?

 

Das Meer mit seinen unendlichen Weiten. Weißer Sand, kristallklares Wasser, eine auf den ersten Blick versteckte Welt, die bei genauerem Hinsehen nur so vor Leben wimmelt. Bunte Korallen in denen sich wahre Kolonien von Lebewesen tummeln. Eine Walkuh, die ihr Kälbchen stillt. Darüber kreist eine Armada an Seevögeln. Am Strand sonnen sich die Schildkröten.

So stellt man sich die Idylle Meer doch vor, oder? Die Realität ist aber mittlerweile leider eine ganz andere;

Die Strände sind übersäht von Müll, es ist kaum mehr Platz, das Handtuch auszubreiten. Beim Schwimmen streift Plastik statt Algen die Beine. Der Tauchgang ist mittlerweile mehr ein Gang durch die Galerie der Überbleibsel unserer Wegwerfgesellschaft, Fische sieht man kaum noch. Immer wieder werden tote Wale und Schildkröten als drastische Mahnung an uns Menschen an die Strände gespült. Und was einst der erfrischende Gang in die sauberen Fluten war, gestaltet sich heute eher als Dümpeln in einer schlammigen Brühe.

 

Die Meere verändern sich, und zwar nicht zum Positiven. Und wie bei so vielem sind wir Menschen schuld. Seit Jahrhunderten jagen wir all unseren Müll in unsere Flüsse und über die Flüsse auch in sämtliche Ozeane. Doch der Müll der noch vor 150 Jahren innerhalb von wenigen Wochen komplett abgebaut war, besteht mittlerweile komplett aus Plastik und braucht im Durschnitt 450 Jahre um zu zerfallen und selbst dann existiert er immer noch in millimeterkleinen Teilchen, welche sich schlichtweg überhaupt nicht mehr aus dem Wasser holen lassen.

Aber wo kommt das Plastik eigentlich überhaupt her, warum ist es so gefährlich und wie retten wir die Meere?

Jeder Deutsche produziert pro Jahr über 37 kg Plastikmüll, allein aus Verpackungen. Jährlich werden etwa 300 Millionen Tonnen Plastik produziert, davon landen gut 10 Millionen Tonnen im Meer. Dies passiert meist , in dem der Plastikmüll zum Recycling eingesammelt wird ( ab diesem Zeitpunkt wird das Plastik in der Statistik übrigens schon als recyclet gerechnet) und dann per Schiff in Länder der dritten Welt exportiert wird, wo es theoretisch durch staatlich anerkannte Stellen weiterverarbeitet werden sollte. Tatsächlich jedoch sind diese Stellen oft bloß einfache Fassade. Deutschland exportiert den eigenen Müll am liebsten nach Südostasien, wo es kein staatlich geregeltes  Abfallmanagement gibt. Der lokale Müll mischt sich auf ungesicherten Deponien mit dem importierten. Ein Windhauch reicht und Tonen um Tonen von Plastik landen über Flüsse oder andere Umwege im Meer. So kommt es auch zu Bildern wie diesem:

Dazu kommen immense Mengen Kunststoff aus Industrie und Schifffahrt. Gut die Hälfte des sich zur Zeit im Meer befindlichen Plastiks besteht aus sogenannten Geisternetzen. Dies sind Fischernetz, welche entweder verloren gegangen sind oder von Fischern illegal auf dem Meer weggeworfen wurden, da eine fachgerechte Entsorgung grade sehr großer Netze aufwendig und teuer ist. Doch auch sogenanntes Mikroplastik (alles unter 5 mm) findet sich in rauen mengen im Meer. Ein Großteil der modernen Kosmetika setzt auf Plastikerzeugnisse als Konsistenzgeber oder Reibepartikel. Egal ob Zahnpasta, Peeling oder Duschgel, unter exotischen Kürzeln getarntes Plastik findet sich überall. Wer Plastikfreie Kosmetika kaufen möchte, hat in den meisten konventionellen Läden auch nach ausgiebigem Studieren der Etiketten kaum Hoffnung auf Erfolg. Der BUND hat hier einen Einkaufsratgeber verfasst, in dem die typischsten Decknamen des Plastiks und einige, für ihren Plastikgebrauch bekannten, Firmen aufgelistet sind. Doch auch das simple Waschen von Klamotten birgt Gefahr: pro Waschgang lösen sich aus Kunstfasertextilien wie Fleecepullis oder ähnlichen etwa 2000 winzige Fasern, die zu klein sind um vom Sieb der Waschmaschine aufgehalten zu werden und, ebenso wie das eben beschriebene kosmetische Mikroplastik, durch die Kläranlagen gelangt, da es schlichtweg zu klein ist.

Hinzu kommt auch noch, dass Plastik im Gegensatz zu organischen Stoffen nicht verrottet. Es zerfällt einfach in kleinere und immer kleinere Teile, bis auch diese den Status von Mikroplastik erreicht haben.

Auf den Lebensraum Meer hat dies katastrophale Auswirkungen. Fische, Meeressäuger und Seevögeln nehmen kleiner und größere Plastikteile in sich auf. Manche haben scharfe Kanten, sodass die Tiere tödliche Verletzungen des Verdauungstrakts erleiden. Doch auch wenn es nicht zu diesem schnellen Tod kommt, bedeutet das Aufnehmen größerer Mengen Abfall fast immer den Tod, den das Verdauungssystem der Tiere ist nicht in der Lage, es abzubauen oder auszuscheiden und so kommt es oftmals vor, das Tiere mit vollem Magen verhungern. Auch die genannten Geisternetzte werden täglich hunderten von Tieren zum Verhängnis, den sie fischen auch herrenlos immer weiter. Grade für Delfine, Wale und Schildkröten stellen diese wahre Todesfallen dar, den einmal im Netz ist es für sie fast unmöglich zum Luftholen an die Wasseroberfläche zu gelangen. 2016 entdeckten Forscher um den Ökologen Matthew Savoca von der University of California, dass bestimmte Sorten Plastik einen Duft absondern, der Meeresvögeln wie Albatrosse den Eindruck vermittelt, sie wären essbar. Laut Umweltschutzorganisation sterben jährlich bis zu 1.000.000 Seevögel und 100.000 Meeressäuger durch den Konsum unserer weggeworfenen Kunststoffe. Doch auch Mikroplastik stellt eine große Gefahr da. Man fand heraus das Mikroplastik im Wasser gelöste Umweltgifte wie Insektizide oder Weichmacher anzieht wie Magneten. Diese Plastikpartikell werden dann von Filtrieren wie Muscheln aufgenommen und gelangen so in die Nahrungskette. Infizierte Lebewesen werden von immer größeren Lebewesen gegessen und so weiter. Durch die mikroskopisch kleinen Plastikteilchen und die durch sie eingeschleusten Gifte kann es bei Fischen und Meeressäugern zu schweren Gendefekten kommen, welche ganze Linien und früher oder später auch ganze Rassen von Tieren ausrotten wird.

Und jetzt ratet mal: Bei wem landet so ziemlich alles irgendwann auf dem Teller? Richtig! 100 Punkte, beim Menschen.

Wie der WWF im Juni 2019 bekannt gab, nimmt jeder Mensch im globalen Durchschnitt bis zu 5 Gramm Mikroplastik in sich auf, was in etwa dem Gewicht einer Kreditkarte entspricht. Die Studie basiert auf einer Untersuchung der University of Newcastle in Australien. Danach nehmen Menschen weltweit durchschnittlich etwa 2.000 kleine Plastikteilchen in der Woche zu sich. Die Forschungen zu den Folgen stecken zwar noch in den Kinderschuhen, doch schon heute ist absehbar, dass das Ergebnis kein schönes sein wird. Immer wieder heißt es Plastik hat die Macht den Hormonhaushalt des Menschen zu beeinflussen, ihn gar unfruchtbar zu machen.

Auch die in Mikroplastik enthaltenen und von Mikroplastik “gesammelten” Chemikalien (Weichmacher, Stabilisatoren, Farbmittel, Füllstoffe, Verstärkungsmittel, Flammschutzmittel, Antistatikmittel, Insektizide etc.) können laut Wissenschaftlern beim Menschen zu gravierenden Gesundheitsschäden führen. Beispielweise ist die Rede von Allergien, Fettleibigkeit, Unfruchtbarkeit, sowie Krebs und Herzerkrankungen. Wir vergiften also nicht nur unsere Umwelt, sondern auch uns selbst. Schön dumm, oder?

Aber was kann man eigentich dagegen machen und was wird schon gemacht?

Als aller erstes ist es immer eine gute Idee, den eigenen Plastikverbrauch zu minimieren. Dies gestaltet sich in konventionell Geschäften aber leider oft als schwierig; alles ist mindestens in eine Lage Plastik eingewickelt. Eine Sammlung der unnötigsten Verpackungen findest du hier. Grade in Großstädten wie Berlin finden sich aber mittlerweile immer mehr Unverpackt-Läden. Grade bei unverpackter und mikroplastikfreier Kosmetik muss man aber schnell mal etwas tiefer in die Tasche greifen. Wer das nicht möchte kann auch nach guter alter Hausfrauen-Art einen Großteil des täglich Benötigten selber herrstellen. Darüber gibt es zahlreiche Bücher, wer aber sparen möchte, findet selbstverständlich online Rezepte im Überfluss. Ich empehle hier für Smarticular. Im Bereich der Bekleidung ist das Kaufen von Naturfasern empfehlenswert.

Leider reicht das Rückschrauben des eigenen Verbrauchs nicht mehr. Wie bei so vielem, ist hier die Politik gefragt. Deutchland bewegt sich in dieser Hinsicht nach und nach in die richtige Richtung. Nachdem die EU verkündete, ab 2021 Einwegplastikartikel, für die es brauchbare Alternativen gibt, zu verbieten, stellte Bundesumweltministerin Svenja Schulze Ende 2018 den “5-Punkte-Plan des Bundesumweltministeriums für weniger Plastik und mehr Recycling” vor. Die Umweltorganisation WWF kritisiert:

„Der Fünf-Punkte-Plan setzt an einigen richtigen Hebelpunkten an, schwimmt aber oft im Fahrwasser der ohnehin laufenden EU-Strategie mit, ohne dort herauszuragen. Insgesamt sind wenig neue Akzente der Umweltministerin zu sehen. Meistens – etwa bei Agrarfolien, Obst- und Gemüseverpackungen im Handel und Mikroplastik – setzt man in Deutschland weiter auf Dialog und Freiwilligkeit ohne eine gesetzliche Regelung in Aussicht zu stellen, sollte der Dialog nicht erfolgreich sein. Auch Zeitlinien und Umsetzungsfristen fehlen oft, beispielsweise beim Kunststoffeintrag in Kläranlagen und Begrenzung von Kunststoff in Kompost.”

Aber was lässt sich eigentlich gegen Plastik tun, welches schon im Meer ist? Hierzu 2 Projekte:

1. The Ocean Cleanup

Dieses Projekt entstand aus einem Schulprojekt des damals 16-jährigen Niederländers Boyan Slat, nach dem dieser im Sommerurlaub in Griechenland beim Schnorcheln mehr Müll als Fische erblickte. Das Ganze finanziert sich über Crowdfunding und funktioniert so: Ein 600 Meter langer,

Waves – Wellen; current – Strömung; parachute anchor – Schirmanker https://assets.theoceancleanup.com/app/uploads/2019/08/ TOC_illustration_system-640×502.png

röhrenförmiger Schwimmkörper welcher an der Unterseite mit 3 Meter langen Schürzen ausgestattet ist, wird in einem der 5 größten weltweiten Plastikstrudel platziert. Es kreiert mehr oder weniger eine Küste, wo keine ist. Sowohl das System, als das Plastik werden von der Strömung transportiert. Das System wird jedoch durch einen Art Gewicht verlangsamt, wodurch das schneller treibende Plastik gegen das Rohr gespült wird. Das Rohr bildet eine weite U-Form, wodurch das Plastik in der Mitte des Bogens in einem Container gesammelt werden kann. Dieser Container wird dann regelmäßig per Schiff geleert, die Ausbeute wird an Land gebracht und dort an geprüfte Recycling-Unternehmen verkauft. Seetiere können das Konstrukt einfach umschwimmen oder unter ihm hindurch schwimmen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kann die Organisation im Oktober 2019 zum ersten Mal nachhaltigen Erfolg mit ihrem System 001/B verzeichnen, nachdem der Vorgänger , von der Crew liebevoll Wilson getauft, Ende 2018 aufgrund etlicher Fehlfunktionen in den Hafen von Hawaii zurückkehren musste.

Zusätzlich enthüllte The Ocean Cleanup am 26. Oktober 2019 den Interceptor. Mit ihm bietet die Firma eine realistisch Lösung zum Filtern von Plastik direkt aus den Flüssen, welche das Plastik dann über teilweise tausende von Kilometern mitschwemmt und es letztendlich erst im Meer enden lässt. Diese Technologie ist in hohem Maße revolutionär, da 80% des Plastiks  welches in den Meeren landet, durch weltweit nur etwa 1000 Flüsse seinen Weg dahin bahnt und sich der Inceptor massenhaft produzieren lässt. Das Unternehmen verspricht sich deshalb einen effektvollen Einsatz in Flussdelten weltweit.

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2. Seabin Project

Dieses Unternehmen kümmert sich um das Einsammeln von Plastik aus Hafenbecken. Der sogenannte Seabin ist eine Art Unterwassermülltonne welche das umliegende Wasser hydraulisch ansaugt und filtert. Das Plastik bleibt in einem etwa einem Meter tiefen Zylinder hängen, währen das gereinigte Wasser wieder ausgestoßen wird. Die Seabin sind frei verkäuflich, kosten etwa 1000 € und mit elektrischem Strom betrieben. Aus eben diesem letzten Grund müssen sie auch in Hafenbecken fest installiert werden. Hinzukommt, das die Firma empfiehlt den Eimer einmal täglich zu lehren, da die Technologie sonst zu Verstopfung und Überlaufen neigt. Ein einziger Seabin ist in der Lage innerhalb eines einzigen Jahres über eine Tonne Plastik zu sammeln. Er wird in den Ecken der Hafenbecken montiert, da sich dort schon von Natur aus der Abfall sammelt. Der aktuellste Prototyp ist zusätzlich mit einer Membran ausgestattet, die auch in der Lage sein soll Mikroplastik und Ölreste aus dem Wasser zu filtern. Hier findest du, wie so etwas dann aussieht.

Zusätzlich zu mittlerweile zahlreichen Projekten zum Befreien der Meere von Plastik, finden sich aktuell immer mehr Alternativprodukte zu Einmalgegenständen wie Strohhalmen, dünne Plastiktüten und Plastikflaschen.

Alles in allem lässt sich also sagen, dass momentan so einiges ändert und verbessert. Auch beschäftigen sich immer mehr Menschen mit der Problematik und die Präsenz in den Medien steigt. Momentan befinden sich zumindest die westlichen Industrienationen auf dem richtigen Weg, Klimaschutz liegt im Trend und auch das Erhalten des Ökosystems Meer ist dank Organisationen wie beispielweise Greenpeace, WWF und Nabu populärer denn je. Diesen Trend gilt es jetzt zur Norm zu machen.

Fotos: Unsplash, Wikipedia, The Ocean Cleanup

Point of PrevYou – Forum für den jüngsten deutschen Film

  •  Du hast Bock, in der PrevYou-Jury die Filme auszuwählen, die wir auf dem Forum zeigen?
  •  Videos / Fotos / Texte für unser Social Media zu produzieren?
  •  Die Dramaturgie des Forums auszuhecken?
  •  Oder die Talkrunden mit Filmemacherinnen, Dozenten & TV-Produzent*innen vorzubereiten, um ihre Berufsgeheimnisse herauszukitzeln?
  • Oder ganz einfach, aber genau so wichtig: Plakate kleben & Flyer verteilen!

Komm am Donnerstag, 20. Februar um 15:45 ins Café/Bäckerei Am Friedrichshain (Am Friedrichshain 35, Berlin-Prenzlberg) & bring deine Freunde mit!! Wenn du dabei sein willst, aber zu dem Treffen nicht kommen kannst, melde dich bei uns über info@prevyou.de! ❤

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An alle, die 2019 noch nicht dabei waren (welcome!! ❤), hier alle Infos kompakt:

Am 25. April 2020 veranstalten wir im Kino BABYLON in Berlin-Mitte zum zweiten Mal das „Point of PrevYou – Forum für den jüngsten deutschen Film“.  Erneut wollen wir an diesem Nachmittag und Abend kinobegeisterte Oberschüler und Filmstudierende der ersten Semester zum Schauen & Diskutieren zusammenbringen. In den beiden Kinosälen 2 und 3 werden wir dazu wieder Schüler-, Bewerbungs- und Studentenfilme zeigen, über diese diskutieren und Experten aus Film und Medien rund um den Einstieg in Studium und Berufsleben befragen.

Unterstützt werden wir auch 2020 vom Jugend-Demokratiefonds Berlin und dem Förderverein der Kurt-Schwitters-Schule. Da die 68 Plätze in Saal 2 vergangenes Jahr zu knapp waren, haben wir dieses Jahr zusätzlich Saal 3 und insgesamt mehr Zeit, um mehr Filme und ausführlichere Talkrunden zu präsentieren!

Infos: PrevYou.de

Die PrevYou im tip Berlin & in der zitty

 

 

 

11 Gründe, beim schulinternen Literaturwettbewerb mitzumachen

Es ist wieder so weit: Auch in diesem Jahr veranstaltet die Kurt-Schwitters-Schule einen Wettbewerb – bei dem alle Schüler*innen ihre Fantasie- und Schreibfähigkeiten unter Beweis stellen und Preise gewinnen können.

1. Hä? Wer soll schreiben?
Alle. Egal, wie alt oder in welcher Klasse Du bist, Du kannst einen Text verfassen und einreichen. Auch auf Portugiesisch.

2. Okay. Und worüber soll ich schreiben?
Unser Motto ist „Welt der Wunder“. Alles, was Dir zu diesem Thema einfällt, ist kannst Du uns schicken. Das kann ein krasses Erlebnis sein, das für Dich ein Wunder war oder ganz anders: Eine Geschichte über die Welt, wie Du sie Dir eigentlich wünschst.

3. Ich kann aber nicht schreiben!
Das ist erstmal egal; probier es trotzdem. Wir freuen uns über jeden Text, der eingereicht wird. Schlechte Texte gibt es nicht.

4. Aha, okay. Wo kann ich denn einreichen?

Dafür gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Wenn Du den Text per Hand schreibst, gib ihn bei den Sozis ab (in Haus 1 oder Haus 2).
  2. Schreibe den Text am Rechner, drucke ihn aus und? Genau. Gebe ihn bei den Sozis ab.
  3. Schicke den fertigen Text an literaturwettbewerb@kurt-schwitters.schule

Name und Klasse nicht vergessen! ¯\_(ツ)_/¯¯

5. Na klar, ich bin doch nicht blöd. Wie lange habe ich denn noch Zeit?
Einsendeschluss ist der 19.02.2020

6. Okay, das ist ja schon bald, da muss ich mich jetzt beeilen. Aber hey, warum soll ich das überhaupt machen?
Jetzt kommt das Beste: Die Preisverleihung. Diese findet am 2. März 2020 im Freizeitbereich (Haus 2) um 13 Uhr statt.

7. Und kann man da auch etwas gewinnen?
Ja klar! Und zwar: Bücher! Oder sogar Gutscheine für Bücher!

8. Okay, so langsam habt ihr mich.
Wir haben auch eine Jury, die sich aus einem Gremium von Schüler*innen zusammensetzt, die sich jeden Text durchlesen und dann die ersten drei Plätze auswählen.

9. Wird dann mein Text vorgelesen, wenn ich gewinne?
Nicht nur dann. Denn jede*r darf seinen*ihren Text in gemütlicher Runde vorlesen.

10. Niiiiice. Aber da werde ich bestimmt Lampenfieber haben.
Kein Problem.. Du kannst, aber Du musst Deinen Text nicht vorlesen. Das kannst Du auch spontan entscheiden. Übrigens: Evtl. kommt sogar die Presse vorbei, um die Preisverleihung zu dokumentieren.

11. Whohooo!
Genau. Das denken wir auch.

Foto: unsplash

So verbessern wir unsere Schule (und viele weitere Neuigkeiten)

Wie kann man unsere Schule in verbessern? Diese Frage stellen sich regelmäßig einige Schüler und Schülerinnen der Kurt-Schwitters-Schule.

Sie wollen mit Eigeninitiative unsere Schule und eure Schulzeit in vielerlei Hinsicht verbessern, attraktiver gestalten und verändern. Um diese Veränderungen nicht zu verpassen, wird hier auf qurt.news jeden Monat ein Rückblick erscheinen, indem alle Neuheiten und zukünftliche Aktionen kurz und kompakt zu lesen sind.

Nach Worten folgen Taten. In der Vergangenheit wurde viel geredet und jetzt geschieht auch was, die Kurt Schwitters Schule wird klimafreundlicher, dafür setzt sich eine kleine Gruppe von Schüler*innen jeden Mittwoch im Freizeitbereiche von Haus 2 um 15:45 ein. Sie wollen, dass unsere Schule weniger CO2 verbraucht, deshalb gibt es ab sofort jeden Montag ein veganes Gericht.

Außerdem wollen sie, dass unsere Schule ihren Strom aus Öko-Strom bezieht und den Müll trennt (wir halten euch bei diesem Thema immer auf dem laufenden).

Und: Wie wäre es, eine Welt nach deinen Wünschen, Träumen und Visionen zu kreieren, wo es keine Krieg gibt oder deine Lieblings-Serie auf Netflix immer eine neue Staffel parat hat? Das kannst du alles beim jährlichen Literatur-Wettbewerb beschreiben.

Dieses Jahr steht alles unter dem Motto „Welt der Wunder“. Du kannst noch bis zum 9.2.2020 deinen Gedichte, Kurzgeschichten oder andere Textarten bei den Sozialarbeiter*innen einschicken und Anfang März bei den Vorträgen und der Preisvergabe dabei sein. Einreichungen können sowohl auf portugisisch als auch auf deutsch gemacht werden.

Weitere Informationen im Schnellüberblick:

– Essen wird wegen mehr Bioanteilen teurer
– BSA organisiert einen Klimakongress
– Projekt Woche organisieren Ansprechpartnerin Claudia

Text: Pavel (9.5), Foto: Unsplash

Ein großer Erfolg mit Rückschlägen: Der Transrapid

Der Transrapid war eine in Deutschland entwickelte Magnetschwebebahn für den Hochgeschwindigkeitsverkehr. Geplant und entwickelt wurde der Transrapid von der Siemens AG und der ThyssenKrupp Transrapid GmbH.

Im Jahre 1979 wurden erste Prototypen vorgestellt, 1991 wurde die Anwendungsreife dann anerkannt. Die Magnetschwebebahn wurde auf der Transrapid-Versuchsanlage Emsland (TVE) getestet, diese Versuchsanlage ist 31,8 Kilometer lang und steht heute immer noch.

Die Versuchsanlage im Emsland besteht aus einem einspurigen, geraden Streckenabschnitt. Die Strecke hat jeweils im Norden und im Süden eine Schleife mit jeweils einer Weiche, so dass die Strecke im Ring verkehr befahren werden kann.

Der Transrapid ist innerhalb von 60 Sekunden in der Lage aus dem Stand auf 200 km/h und kann dann in weiteren 60 Sekunden auf 400 km/h beschleunigen. Für eine Beschleunigung von 0 km/h auf 300 km/h braucht der Transrapid rund 4 Kilometer/30 Sekunden, der ICE 3 hingegen braucht rund 18 km/324 Sekunden.

Die Rekordgeschwindigkeit die der Transrapid erreichte, wurde am 20.04.2015 auf einer Teststrecke gefahren, die Magnetschwebebahn erreichte eine Geschwindigkeit von 603 km/h. Im Linienverkehr beträgt die Geschwindigkeit allerdings maximal 430 km/h.

Doch dann kam der Unfall, Besucher konnten auf der Teststrecke im Emsland hin und wieder bei Testfahrten mitfahren, eine Fahrt dauerte cungefähr 10 Minuten und kostete 18€ pro Person, der Forschungsbetrieb ging natürlich vor, am 22. September 2006 kam es auf der Transrapid-Versuchsanlage-Emsland zu dem damals folgenschwersten Unfall weltweit einer Einschienenbahn.

An diesem Morgen sollte der Transrapid mit einer Besuchergruppe die Teststrecke befahren, auf dieser Fahrt waren 31 Passagiere an Bord, da dies die erste Fahrt an dem morgen war fuhr er nur mit 170 km/h, machte eine geplante Notbremsung wie jeden Morgen, und fuhr dann normal weiter.

Allerdings hatten zwei Arbeiter einen Werkstatt Wagen auf der eingleisigen Strecke stehen gelassen und den Streckenabschnitt für den Transrapid nicht gesperrt, wie es ihm vorgeschrieben war. Die Leitstelle schaltete den Strom für die Strecke frei und der Transrapid fuhr los.

Wenig später betätigte jemand die Notbremse, der Magnetschwebezug prallte 25 Meter danach auf das Werkstattfahrzeug, der Werkstattwagen wurde durch den Aufprall auf den Transrapid gehebelt und riss das Dach des Transrapides ab, das Fahrzeug wurde unter dem Werkstatt Wagen zusammengepresst.

Es starben bei diesem Unfall 23 Menschen und 11 weitere wurden verletzt. Nach und nach wurden alle Transrapid Projekte in Deutschland begraben, so wie der Metrorapid welcher zwischen Düsseldorf und Dortmund verkehren sollte.

Die einzige kommerziele Schwebebahnstrecke steht in Shanghai,  dort fährt der Transrapid mit dem Namen “Maglev”, die Trecke ist ist insgesamt 30 Kilometer lang, diese Strecke verbindet einen Außenbezirk mit dem Flughafen in Pudong.

Der Maglev in Shanghai ist allerdings für die Einwohner nicht wirklich interessant, da die U-bahn viel günstiger ist, die Schwebebahn ist also nur für Touristen wirklich eine Attraktion.

Text: Philipp (9.6); Foto: zieak

Das Kleben ist schön!

Hey Leute,

 

Ich suche dringend Helfer*innen, um Berlin zu “plakatieren”. 

 

Warum?

Am 25. April 2020 findet zum zweiten Mal die “PrevYou” im Kino “Babylon” statt. Das ist ein Filmforum von und für Künstler*innen und welche, die es noch werden wollen. 

Damit wir auch genug Programm haben, suchen wir aktuell Filmemacher*innen, die Interesse daran haben ihren Film der Masse zu präsentieren. 

Dies wollen wir durch eine große Flyeraktion erreichen!

 

Also mach mit und verschönere durch unsere Flyer und Plakate die Stadt!

 

Bist Du dabei? Oder hast du noch Fragen? 

Dann melde dich bei mir (Felix 11.3) oder schreib eine Mail an: prevyou@felixstruempel.com 

Mehr Infos zum Projekt auf www.prevyou.de

Das bedeutet Weihnachten für uns

Pavel (9.5): Ich bin froh, wenn die ganze Weihnachtszeit, und vor allem die Werbung, vorbei und wieder neuralität einkehrt. Machmal denke ich, dass der Weihnachtsmann nur für Coca Cola erfunden wurde, um noch mehr Geld zu schäffeln und den Leuten das Geld aus den Taschen zu ziehen (und wenn das wirklich das Ziel von Coca Cola war habe ich großen respekt).Ehrlicher Weise muss ich auch gestehen, dass mich die Weihnachtszeit packt und ich mich freue, wenn der Geruch von Plätzchien am 24 in mein Zimmer hervorkommt und der Tannenbaum geschmückt vor dem Kamin steht. Die ganze Familie versammelt Karten spielt, isst und trinkt. Die Urgroßeltern erzählen Geschichten aus der alten Zeit und man spielt mit den neuen Geschenken.

David (9.6): Weihnachten bedeutet für mich Freude, weil die Familie zusammen kommt, um ein besonderen Tag zu feiern, an dem ich und meine Familie Zeit verbringen und zusammen Stockfisch essen. Mir ist es egal, wenn ich keine Geschenke bekomme, denn was für mich zählt ist die Familie und tolle zeit mit meiner Familie zu verbringen. von

Georg (9.3): Ich finde Weihnachten toll, weil das ein Fest der Freude ist an dem man mit seiner Familie und (oder) seinen Freunden sorglos Zeit verbringen kann. Man vergisst all seine Probleme und hat einfach einen schönen Tag. Dabei finde ich, dass Geschenke zwar ein netter Bonus, aber nicht das wichtigste sind. Schließlich ist der Tag und die Zeit die man mit seiner Familie/Freunden verbringt ein Geschenk an sich. Ich wünsche jeder Person, die das liest damit sie Weihnachten genau so verbringt wie sie es sich vorstellt.

Julius (7.1) HI!!! ich find weinachten ok. man kann viel mit femeli (Familie) machen abeer nie mit allen. das ist bei mir so ein teil unter halb DE einer im oberen Bereich. ich bin erlich ich glaube nicht an Gott und feiere nur zum esen,gechenke u.s.w. esd ist schööööööööön mit einander unt einem teiel der familie

Lucas (9.3) Weihnachten ist für mich Freude, weil man mit seiner ganzen Familie zu Hause ist und was unternimmt, man vergisst die Probleme die man hat, Geschenke sind nicht so wichtig aber es ist toll wenn man anderen aus der Familie was schenkt – und die sich freuen. Aber das wichtigste ist, dass die Familie gesund bleibt und das man mit der Familie zusammen ist.

Thomas (7.2): Weinachten heißt für mich viele dinge, aber hauptsächlich Familie. Weil man sieht vielleicht ein Onkel oder Oma mal wieder. Einer meiner Lieblings Weinachts Traditionen ist Plätzchen backen. Auch ein Haufen Lehrer sind krank und man kann sich gemütlich ins Bett kuscheln weil es so kalt ist. Aber der beste Teil von Weihnachten sind die Geschenke.

Philipp (9.6) Weihnachten heißt für mich viel Zeit mit meiner Familie zu verbringen, bei uns gibt es kein spezielles Weihnachtsessen aber wir kochen immer etwas leckes und backen noch Kekse. Am Abend essen wir dann zusammen und geben uns gegenseitig Geschenke, ich wünsche mir nur dinge die ich wirklich brauche. Ich verbringe immer abwechselnd ein Jahr in Berlin und ein Jahr bei meinem Vater im Ruhrgebiet.

Herr Rösler und der Mauerfall (Folge 1)

Der Mauerfall hat vor 30 Jahren das Leben der Menschen drastisch verändert. Sie mussten neue und alte Herausforderungen meistern. Sind sich die Menschen nach 30 Jahre Wiedervereinigung näher gekommen? Diese Frage stelle ich einem Menschen, der den Mauerfall hautnah mit erlebt hat: Herr Rösler ist Deutsch-, Ethik, Geographie- und Geschichte-Lehrer an unserer Schule. Er war 23 Jahre alt und lebte in Ost Berlin um zu Studieren, als Deutschland vereint wurde.

Wie lief ihr Abend des 09.11.1989 ab und wie haben sie vom Mauerfall erfahren?

Ich habe am 09.11.1989 vom Mauerfall überhaupt nichts mitbekommen, ich habe am Schreibtisch gesessen und habe mich auf eine Unterrichtsstunde vorbereitet. Ich habe weder Radio gehört oder Fern geschaut und nichts mitbekommen. Meine Frau und ihre Mutter waren im Französischen Kulturzentrum und ihnen ist aufgefallen, dass so viele Menschen unterwegs waren, konnten sich das aber nicht erklären.

Vom Mauerfall erfahren habe ich am nächsten Vormittag in der Uni. Da kamen andere Studenten und haben davon berichtet. Ich habe es zunächst nicht geglaubt und als es mit klar war, war ich praktisch veranlagt und wollte gleich die Gelegenheit nutzen, um in den Westen zu gehen und mir das Begrüßungsgeld, also die Hundert DM, abzuholen. Ich habe das sogar richtig offiziell gemacht und habe mir ein Visum geholt.

Es waren Hunderte Menschen die dort anstanden, diese haben dann in ihren Personalausweis einen Visum stempeln lassen. Das für mehrere Ein- und Ausreisen galt, weil ich mir nicht sicher war, ob diese Möglichkeit des Grenzübertritts so bleibt. Erst nachher bin ich dann über den Übergang Heinrich Heine Straße nach Kreuzberg gegangen; das war am 10.11.1989.

Wie hat sich ihr Leben nach dem Mauerfall verändert?

Mein Leben hat sich eigentlich überhaupt nicht verändert. Ich bin weiterhin Student geblieben hab mein Studium 1991 zu Ende geführt, da gab es die DDR nicht mehr. Es hat es sich in den Studien Inhalten relativ schnell einiges geändert und die hauptsächliche Veränderung war dann, dass ich nach dem Studium nicht an die Schule gehen konnte, sondern noch zwei Jahre ein Referendariat absolvieren musste, weil das System an die Bundesrepublik abgepasst wurde. Und das habe ich dann als sehr ungerecht empfunden, weil ich das gesamte fünfte Studienjahr schon Unterrichtserfahrung gesammelt hatte.

Was könnte die Politik noch verändern, dass sich Osten und Westen Wirtschaftlich näher kommen?

Das ist eine relativ schwierige Frage. Das Hauptproblem der durch den Mauerfall entstanden ist, ist die weitgehende Entindustrialisierung in den Östlichen Bundesländern. Wir haben heute natürlich sehr gut sanierte Fußwege, Straßen und Häuser im Osten. Aber das Problem ist natürlich, dass es zu wenige Arbeitsmöglichkeiten gibt und dadurch die Abwanderung von Ost nach West immer noch besteht.

Finden sie, sie haben sich gut in die Bundesrepublik eingefunden?

Ich habe danach 20 Jahre im Westteil Berlins gearbeitet, für mich war das nie ein Problem für mein Umfeld auch nicht, dass ich sozusagen als „Ossi“ plötzlich im Westen gearbeitet habe. „Ja“ kann ich sagen ich habe mich integriert. Meine Herkunft will ich nicht verleugnen, muss ich auch nicht – und dazu stehe ich auch. Für meine Generation war es eigentlich relativ günstig.

Hier muss man natürlich unterscheiden, die Generation meiner Eltern ist natürlich durch die Ereignisses des Mauerfalls erheblich in ihren Biografien beschädigt worden. War bei meinen Eltern auch so, sie sind unmittelbar nach der Wende arbeitslos geworden. Und am Beispiel meiner Mutter habe ich das gemerkt. Mit 48 ist sie Arbeitslos geworden und hat nie wieder eine reguläre Arbeit bekommen können.

Und so ist es  Hunderttausenden ergangen. Für diese Generation ist natürlich der Mauerfall nicht nur ein positives Ereignis.

Wo würden Sie stehen, wenn es denn Mauerfall nicht gegeben hätte?

Ich würde wahrscheinlich heute irgendwo in Mecklenburg sein. Lehrer wäre ich wahrscheinlich geworden. Ich hätte mein Studium abgeschlossen. Danach musste man sich verpflichten, drei Jahre lang dahin zu gehen, wo man gebraucht wird. Die Humbold Uni hatte nach Mecklenburg eine ganze Menge Plätze zu belegen.

Sind die Vorurteile von Menschen die im Osten und Westen gelebt haben stimmig?

Das Wort Vorurteile sagt ja schon, dass es eine falsche Aussage ist. Natürlich gibt es Unterschiede. Zu diesen kann man auch stehen. Die Menschen haben unterschiedliche Entwicklungen durch gemacht, dadurch haben sie auch auf die Ereignisse unterschiedliche Blicke.

Diese Vorurteile sind eine Generationen-Frage und werden erst mit euer Generation verschwinden. Natürlich hat man irgendwelche Gedanken, ich versuche mich dann auch immer wieder zu reflektieren – und dass man Menschen nicht mit Vorurteilen begegnet sollte.

Bei mir im Freundeskreis macht es gar keinen Unterschied ob jemand aus dem Osten oder Westen kommt. Wenn dann jemand Wörter anders ausspricht, weiß man sofort: Du hast ja auch die gleiche Zeit im gleichen System genossen. Da ist Berlin auch nochmal etwas besonderes, weil du dort einen starke Vermischung hast. Das ist natürlich in Sachsen anders, wo relativ wenige Westler wohnen.

Hat man schon einige Tage vorher gemerkt, dass bald etwas passiert?

Dem Sonnabend davor, am 4.11.1989, war eine große Demonstration am Alexanderplatz. Ich weiß nicht, wie viele hunderttausende Menschen dort waren. Ich bin ganz ehrlich: Ich bin nicht hingegangen, ich hatte keine Lust auf solche große Demonstrationen. Es waren so viele, die passten auf den Alexanderplatz und die Umgebung gar nicht mehr drauf.

Da ging es natürlich um Reisefreiheit, Pressefreiheit und das man in seinem Persönlichkeitsrecht nicht so eingeschränkt war, also das, was die Menschen erhofft haben. Die Oberen der DDR haben diese Situation nicht erkannt und die Leute hatten die Nase voll. Es ging nicht um Vereinigung. Es ging den Leuten um Verbesserung der DDR.

Dort haben viele Prominente der DDR gesprochen, manche Personen wurden dort ausgebuht. Z.B. Markus Wolf, Chef des Außen-Geheimdienstes. Er hatte einen schweren stand, die haben ihn ordentlich ausgebuht. Er hat trotzdem gesprochen.

Danke für das Interview. Teil 2 folgt. 

Interview: Pavel (9.5)

Herr Rösler und der Mauerfall (Folge 2)

In Folge 1 des Interviews gab es noch viel mehr zu erzählen, als in einen Artikel gepasst hätte. Deshalb kommt nun Folge 2 aus dem Interview und Herr Rösler kommt ausführlich zu Wort. 

Ich habe über den Mauerfall sehr viel diskutiert. Mit meiner Frau und Freunden, manches ist davon gar nicht so leicht zu beantworten. Die Reisefreiheit war natürlich etwas angenehmes. Hätte man damals im November gewusst, wie es kommt, weiß ich nicht, wie man sich verhalten hätte. Denn das hat doch ganz tiefe Einschnitte gegeben.

Diese Entscheidung, dass Ost gegen West Geld im Verhältnis 1 zu 1 und 2 zu 1 getauscht wurde erschien erstmal sehr angenehm. Es kamen aber viele Probleme deswegen, weil ja nicht nur das Geld so gewechselt wurde, sondern auch die Schulden. Die hatten dann plötzlich auch 50 % ihrer Schulden in West-Mark. Der Umsatz ist eingebrochen. Und das hätte nicht so sein müssen.

Damit hat man auch die ganze Wirtschaft der DDR kaputt gemacht. Und das Schlimme: In Geschichtsbüchern, wenn es um Wirtschaft der DDR geht, tauchen immer wieder die gleichen Bilder der rostigen Betriebe auf, wo es überall raustropft und wo alles zusammen fällt. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Es gab natürlich genauso Betriebe, die hochmodern waren. Ich hab auch einige dieser Betriebe gesehen und auch in welchen gearbeitet, wo hochmodere Maschinen aus der Schweiz gestanden haben.

Es war auch so, dass man natürlich aus der wirtschaftlichen Sicht der Bundesrepublik sich gefreut hat, dass man 17 Millionen mehr Menschen hatte, die etwas einkaufen konnten. Aber sie wollten deren Industrie nicht, weil es Konkurrenz ist. Ich komme aus einer Textilregion und die hat man völlig platt gemacht.  Aus meiner Sicht war es auch eine Lüge, dass man immer sagt man hat ja gar nicht gewusst wie die DDR Wirtschaft war. Das ist Unsinn zur Vereinigung wäre es gar nicht gekommen, wenn man Wirtschaftlich gesagt hätte das Lohnt sich für uns.

Es ist auch nicht so, dass alle Produkte nicht mehr abgekauft wurden. Natürlich sind alle lebensmittelverarbeiteden Betriebe eingegangen, weil aus heutiger Sicht die Leute zu ,,blöde” waren und die bunte Westmilch gekauft haben. Und die Vollmilch aus der Molkerei von neben an nicht. In der Region aus der ich komme gab es einen Betrieb, der Kleinelkawes herstellte. Die hießen „Robur“, waren in Afrika sehr beliebt, weil sie besonders robust waren.

Die Auftragsbücher waren für die nächsten fünf Jahre voll. Diese sind dann zu Mercedes gewandert, und die konnten dann die Fahrzeuge liefern. Die Firma war ein halbes Jahr danach tot. Und solche Dinge hat es oft gegeben.

Die Menschen haben natürlich nicht gesehen, was das für einen Rattenschwanz nach sich zieht, weil sie ganz verrückt darauf waren, zu reisen und Bananen zu essen. Das heißt natürlich nicht, dass ich jetzt sage: Ich will die Zeit zurück drehen, dass gibt es sowie so nicht. Dort sind unheimlich viele Fehler gemacht worden und diese haben jetzt natürlich Auswirkungen.

Der Generation meiner Eltern wurde die Lebensleistung abgewertet. Da hat man immer gesagt: ,,Die im Osten, die im Osten, alles schrecklich und so.” Diese Leute haben 40 Jahre in diesem Staat gelebt. Und die konnten es sich mal nicht aussuchen, wo sie geboren wurden. Die bundesdeutsche Wirtschaft hat unheimlich davon profitiert, dass es den Osten gegeben hat. Wir waren sozusagen das China der Bundesrepublik vor der Wende.

Das, was jetzt mit China oder mit Bangladesh passiert, das war damals mit dem Osten. Zum Bespiel Strumpfhosen haben in der DDR 15 Mark gekostet. Dafür hat meine Mutter 4-6 Stunden gearbeitet. Die gleiche Hose wurde in die Bundesrepublik maximal für 15 Pfennig West verkauft. Die DDR war früher ein Billiglohnland für die Bundesrepublik.

Die DDR hatte auch Positives. Man konnte zum Beispiel für 50 Pfennig Mittags in der Schule essen. Ein Schulbuch hat nur 1.50 gekostet und nicht wie heute für 25 Euro. Früher konnten alle eine guten Bildung genießen. Man kann nicht bei allen Sachen eine Schwarz-Weiß-Malerei machen.

Natürlich war die DDR auch eine Diktatur, weil eine Meinung herrschte – und jemand, der abwich konnte bestraft werden. Aber es stand nicht immer die Stasi hinter mir, natürlich haben sie versucht einige Sachen zu beobachten und haben spioniert. Das wusste man auch, wenn man sich damit beschäftigt hat.

Ich habe ein paar mal diese Situation erlebt, dass Leute mich ausfragen wollten, die mich gar nicht kannten. Wo ich dann überlegt habe: Warum sind die gerade so freundlich zu mir? Ein mal hat mich jemand gefragt ob ich über die Grenze gehen möchte. Das war natürlich eine Falle und darauf habe ich mich auch nicht eingelassen, weil mir das klar war. Trotzdem war der Alltag nicht nur grau und hässlich. Die Leute haben auch gearbeitet und gelebt.

Dann sagt der Westdeutsche wieder: ,,In den Osten ist so viel Geld geflossen in den 90er Jahren.” Da haben sie auch recht. Da sind auch total idiotischen Sachen mitgemacht worden, in jedem Dorf gibt es eine Straßenbeleuchtung, die die ganze Nacht leuchtet.

Ich verstehe nicht, warum die AfD in Gebieten so viel Zustimmung erfährt, die wirtschaftlich stark dastehen, z.B in Usedom. Wenn das in Sachsen-Anhalt ist, wo es keine Industrie gibt und wenig Arbeitsplätze, kann ich mir das eher vorstellen.

Ich selber bin in gewisser Hinsicht ein Gewinner der Vereinigung, weil ich ein Lehrer geworden bin, der in der Bundesrepublik ganz anders bezahlt wird. Für meine Eltern war es traumatisch.

 

Interview: Pavel  (9.5)

 

 

Die PrevYou kommt zurück!

Am Samstag den 25. April 2020 kommen wir wieder ins Kino Babylon in Berlin! Über ein Jahr nach unserem Debüt im Januar 2019 laden wir wieder zu einem Tag voller jugendlicher, filmerischer Meiterleistungen ein.

Seit gut 2 Jahren organisieren sich unter dem Namen Point of PrevYou filmbegeisterte Schüler/innen, Studienbewerber/innen und Studierende in den Bereichen Regie, Kamera und Produktion und etablieren ein Forum für den jüngsten deutschen Film.

1. PrevYou am 12. Januar 2019

Wir zeigen ausgewählte Schulprojekt-, Bewerbungs- und Studierendenfilme und unterhalten uns mit euch darüber! Ab dem 1. April 2020 könnt ihr dann auch eure selbst produzierten Kurzfilme bei uns einreichen. Es werden Gespräche über den Weg zum Berufsstart und inspirierende Talkrunden über filmrelevante Themen geführt und die Vernetzung der jüngsten Filmmacher gefördert.

Also schaut am 25. April 2020 mal im Kino Babylon vorbei und entdeckt den jungen Film mit uns völlig neu!

Wir freuen uns auf euch,

die PrevYou-Crew 🎬

 

Infos, Karten und Filmeinreichungen:

www.prevyou.de

E-Mail: info@prevyou.de

Instagram: prevyou.de