Geld haben! Aber Geld ausgeben? – Das Problem mit dem SchülerInnenhaushalt

Die Vorschläge für den SchülerInnenhaushalt sind da und wenn ich sie lese bekomme ich teilweise das kalte Gruseln. Um das zu verstehen muss erst einmal geklärt werden, was der SchülerInnenhaushalt ist.

Der SchülerInnenhaushalt ist ein Etat, oder umgangssprachlicher auch einfach nur Geldtopf genannt, der uns als SchülerInnen zur Verfügung steht.
In unserem Fall sind das gute 3000 Euro die wir für Dinge einsetzen können, für die sonst immer kein Geld da war.
Gestellt wird dieses Geld vom Jugenddemokratiefond „Stark gemacht“, einem Demokratiebeteiligungsprogramm vom Land Berlin, in Persona dem Senat und noch genauer die Menschen die auch sonst den Schulen Gelder geben (besser: geben sollten).
Und was sorgt da jetzt fürs kalte Gruseln?

Wenn ich mir die Vorschläge so durchlese, dann denke ich mir bei Vorschlägen wie Bob it! Und Mikrowelle + Wasserkocher zum Essen warm machen, das sind Sachen, die wir nicht einfach so von der Schule bekommen. Wenn die SchülerInnen das haben wollen, ist das Geld sicher gut angelegt.

Bei nicht existenten Klobrillen, kaputten Türschlössern, keinen Mülleimern auf der Mädchentoilette und wenig-funktionalen Wasserhähnen, denke ich hingegen erstens an: (leider) typisches Schulklo, zweitens aber an: Sind da wirklich wir SchülerInnen mit unserem Geld in der Verantwortung?
Mich beschleicht das dunkle Gefühl, dass der Senat sich um seine Aufgabe die Schule, inklusive ihre sanitären Anlagen instand zu halten, drückt und sich erhofft, dass die SchülerInnen das nun selbst in die Hand nehmen.

Fakt ist jedoch, dass das Geld für diese Projekte vom Senat kommen muss, auch ohne, dass eine Schüler dafür beantragt. Die Verantwortung hat er nun mal einfach, auch wenn er kein Geld hat. Das Problem ist nur, dass irgendjemand an der Schule erstmal ordentlich nerven muss, denn ihr wisst es ja selbst, von alleine arbeiten die bürokratischen Beamten nicht und der muss sich erstmal finden. Wir sollten unser Geld in Projekte stecken, die nicht in der Finanzierungsverantwortung eines anderen liegen.

Und damit meine ich nicht die Bestrebungen eines eigenen Aufenthaltsraums für den neunten Jahrgang. Dieses Projekt halte ich, jetzt mal ganz subjektiv betrachtet, für zu elitär. Liebe Neunte. Ehrlich mal. Ihr könnt euch doch nicht abkapseln. Das „Problem“ mit der Horde Siebtklässler im Freizeitbereich hatten wir auch, und das wart auch mal ihr. Aber euch stehen in der Neunten neben sämtlichen Klassenräumen, auch der komplette Kiez zur Verfügung.
Und in den kleinen Teppichraum, wie er zu meiner Zeit noch hieß, passt eh nur ein Bruchteil von euch rein.
Also denkt nochmal drüber nach, ob ihr das wirklich braucht.

„Nein braucht ihr nicht“ Richard Mitschke, Redakteur

Mein Favorit unter allen Ideen bleibt übrigens der Schüler-Drucker. Und ich sehe es schon kommen, wenn der Lehrer-Drucker kaputt ist, wird sich eine Schlange von Lehrern vor der Bibliothek bilden, die ihre Arbeitsblätter drucken wollen. Doch bis es soweit ist, bleiben wir beim umgekehrten Prinzip und rennen wegen jeden Blatt einzeln ins Lehrerzimmer. Macht doch auch irgendwie Spaß, oder? jakr

 

 

geschrieben von: Jakob

6 Kommentare

  1. Claudia

    Und jedes hat sein Gutes: Natürlich gehören Klobrillen und einiges mehr in einen anderen Haushalt. Aber die Schulleitung hat erst durch den Hilfeschrei im Kontext Schüler*innenhaushalt von dem Problem erfahren. Man war der gleichen Meinung wie Du und kümmert sich um Abhilfe.

    1+
  2. Kurt

    Lieber Jakob,
    ich gebe Dir in vielem Recht ABER: wie Du schon selber sagtest sollte das Geld für Schüler_innen Anliegen ausgegeben werden.
    In diesem Sinne finde ich es nicht cool wenn Du den 9 Jahrgang anprangerst dafür, dass sie sich ein Raum erobern und gestalten wollen…
    Ich bin dankbar für JEDEN Vorschlag, denn jeder Vorschlag bedeutet die Auseinandersetzung mit einer Idee…
    Und davon kann man in einer Demokratie nie genug haben…

    0
    • Jakob

      Ich gebe dir dahin gehend Recht, dass jede Idee wichtig ist und eine Auseinandersetzung damit ist, wie wir in der Schule leben wollen. Nun habe ich aber schon immer für mehr Vernetzung unter den Jahrgängen gekämpft. Daher bin ich vom Vorschlag nicht so begeistert, und kritisiere diesen auch. Es muss sich niemand eingeschüchtert fühlen, wenn ich oder auch andere Menschen innerhalb oder außerhalb der Redaktion nicht der gleichen Meinung sind. (Mir scheint zumindest als hättest du diese Befürchtung) Wir wollen nichts bestimmen, aber wir wollen, dass Dinge auch aus anderen Sichten wahrgenommen werden.

      Und so viel die Möglichkeit mitzugestalten eine Demokratie fördert, so wird sie durch Separation beeinträchtigt.

      0
      • Pola

        Ich würde nicht sagen das wir uns abkapseln- das tun wir in den Klassenräumen. Der 9.Klasse Raum wär ein Raum wo sich alle 9. begegnen können. Wir gestalten und erobern ihr- weil der FZB sehr besetzt ist. Uns ist auch klar das wir das auch mal waren- damit machen wir es aber auch für die Kommenden 9. leichter. Und schaffen somit einen neuen Raum- Wo sich alle aus den 9. treffen können. Es müssen nicht alle reinpassen- manche haben eh keine Lust

        0
  3. Zaungast

    Da kann ich nur 100% zustimmen. Marode Schulausstattung zu ersetzen ist nicht die Aufgabe der Schüler und Lehrer einer Schule. Der sorgsame Umgang mit dem Vorhandenem übrigens schon. 😉

    2+

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.