Release der Woche #1: Lüx Decay – Sacred Excess

Falls das noch nicht aus der Überschrift hervorging: Es geht um Musik. In diesen Beiträgen stelle ich jede Woche eine Veröffentlichung vor, die mir besonders gefallen hat und die ich den (vielleicht existenten?) Leser*innen hier zeigen möchte. Dabei werden, so wie ich mich kenne, größtenteils Punk bis Metal, aber auch weniger laute Rock-Genres, zur Sprache kommen. Auch wenn ich Rap durchaus nicht abgeneigt bin, bin ich was das angeht weder up-to-date noch kenne ich mich im Oldschool besonders aus, also wird da wahrscheinlich weniger kommen.

Diese Woche geht es um Lüx Decay: Die fünf Kalifornier die mit dem knapp 17 Minütigen „Sacred Excess” (von dem jedes einzelne Lied auf Spotify als „Explicit” gekennzeichnet wird) diesen Oktober erstmals Aufmerksamkeit erregten. Tatsächlich haben sie vorher unter dem Namen The Voltranes mehrere Alben veröffentlicht, die aber meiner Meinung nach nicht mit dieser EP vergleichbar sind, was vorallem der hier echt guten Produktion zu verdanken ist. Leider sind die paar Kassetten, die man sich über ihre Bandcamp-Seite hätte bestellen können, mittlerweile alle verkauft.

„Sacred Excess” ist eines der besten Beispiele, warum ein lauter Bass im Mix einfach gut ist. Er übernimmt schon fast die Rolle der Gitarre, wobei sie häufig eher in den Hintergrund tritt und für Ausschmückungen sorgt. Die gute Produktion bringt einen Sound zustande, der sowohl atmosphärisch als auch klar und hart ist. Dort findet sich die perfekte Balance zwischen einem schnarrigen, lauten Bass und einem derart mächtigen Schlagzeug, aber auch Reverb auf Vocals und Gitarre. Die EP lässt sich durchaus Zeit um wirklich anzufangen. Nach einem relativ langen Intro und insgesamt über dreieinhalb Minuten, frage ich mich dann schon ob das noch die Kurve kriegt; Aber als bei 3:42 das Schlagzeug endgültig einsetzt, merke ich, dass sich das Warten gelohnt hat. Der Gesang, der mir im Intro noch eher seltsam erschien und mich an die Pixies erinnerte, passt plötzlich gut in das schnelle, aber nicht zu dichte, Instrumentale. Damit wird, und bleibt, „Psychic Mirror” mein Lieblingslied in diesem Release. Darauf folgt „Lazar House”, ein eher härterer und langsamerer Track, der mir nicht so gut gefällt wie der Rest der EP, es aber trotzdem schafft diesen tollen Sound aufrecht zu erhalten. Mit „Flesh Market” wird es dann wieder interessanter, mit dem Intro auf der Akustik-Gitarre, die dann durch das Einsetzen der anderen Instrumente brutal abgehackt wird. Sie führen in einen Song, der es so gut wie kein anderer, der mir einfällt, schafft bedrohlich und kalt zu klingen. Ich dachte man hätte mit Concrete Coffin vom Berliner Glaas schon den Zenit dieser Art von Klang erreicht, aber „Flesh Market” übertrifft diesen Track um einiges. Mit dem fünften und finalen Song „Reflections of Evil” schafft es Lüx Decay hier noch innerhalb des Liedes eine 180°-Drehung zu vollführen und die EP auf einer beinahe warmen Note enden zu lassen, bis das Lied doch noch weiter geht und die Band ihrer Wut die Überhand gewähren, um den Release auf einem „Fuck” und dem Kreischen von Feedback enden zu lassen.

Lüx Decay auf:

YouTube

Spotify

Bandcamp

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Glaas, Diät

Autor: Tyler Swift

geschrieben von: Pavel Stöck

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