Kategorie: .politik

Kopftücher im öffentlichen Dienst?

Eine Lehrerin klagt gegen das Land Berlin, da sie mit Kopftuch an einer Grundschule unterrichten möchte – wie es ihr bei ihrer Einstellung wohl auch zugesichert wurde. Bisher arbeitet sie an einem Oberstufenzentrum, da dies die einzige Bildungseinrichtung ist, an der Kopftücher gestattet sind. Damit ist die Debatte über “religiöse Symbole” im öffentlichen Dienst bzw. über die Selbstbestimmung der Frau neu entbrannt.

Vertreten wird das Land Berlin durch Seyran Ateş, für die das Kopftuch keine Form der Religionsausübung ist, sondern eine Art der Unterdrückung. Es ist legitim, dass es für sie die Frau zum Sexualobjekt macht. Und auch, dass sich Seyran Ateş als Deutsch-Türkin daher gegen das Kopftuch entschieden hat, ist vollkommen in Ordnung.
Doch das gibt ihr nicht das Recht, für andere mitzuentscheiden! Denn für manche Frauen gehört das Kopftuch eben zu ihrer Religion dazu. Dazu kann jeder andere Mensch stehen wie er will, diese Entscheidung muss jede Frau für sich ganz allein treffen. Wenn diese Lehrerin es also tragen möchte, dann soll sie das doch bitte tun! Die meisten Menschen sind sich einig, dass man eine Frau nicht dazu drängen darf, ein Kopftuch zu tragen. Warum sollte dann der Staat wiederum das Recht haben, sie zum Ablegen des Tuches zu zwingen? Frauen mit Kopftuch gehören zu unserer Gesellschaft. Daher sollten Sie auch im öffentlichen Dienst vertreten sein.

Das Verbot von Kopftüchern im öffentlichen Dienst führt lediglich dazu, dass die meisten betroffenen Frauen in diesem Bereich nicht arbeiten können. Das hat nichts damit zutun, dass sie sich den hier gängigen “Bräuchen” anzupassen haben, wie teilweise argumentiert wird: Jemandem aufgrund seiner Religion bestimmte Berufswege zu verbauen – und der öffentliche Dienst ist sehr groß –, hat nichts mit Integration zutun und widerspricht der Religionsfreiheit. Und einer Frau ihr Recht auf ihre persönliche Entscheidung zu nehmen, hat nichts mit der Stärkung von Frauen und ihren Rechten gemein.

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Wir Frauen wollen die Weltherrschaft!

Verdammt: Jens Jessen hat aufgedeckt, dass der Kampf für die “Gleichberechtigung von Frauen” nur vorgetäuscht ist! Wie konnte ein Mann (!) – ein Mensch “zweiter Klasse”, weil “potenzieller Vergewaltiger” – nur durchschauen, dass es uns Frauen tatsächlich “um den ideologischen Triumph des totalitären Feminismus” geht?     Eine Satire von Kundry Rymon

Er hat unser “rhetorisches Hexenlabyrinth” überführt, “in dem selbst der Gutwilligste scheitert”: Wir Frauen nehmen alle Männer in “Kollektivhaftung” und schüchtern unseren “Gegner” (den Mann) ein – stets nach “dem Schema des bolschewistischen Schauprozesses”. Warum wir das tun? Männer sind von Geburt an “machtbesessen, geldgierig, egomanisch, wichtigtuerisch, sexistisch” und “fies” und somit “Ursache jeglichen Weltproblems”!
Und die von uns betriebene “soziale Ächtung” zeigt bereits “erhebliche Wirkung”: Wir haben “Professoren, ja Nobelpreisträger” um “den Lehrstuhl” gebracht, und “Künstler um das Recht, ihre Werke zu zeigen”. “Gleichheit und Menschenrechte”? “Akzeptanz von Vernunft und Logik”? Pfah! Wir glauben “an den Sieg des weiblichen Geschlechts über seinen Erbfeind, den Mann”!

Wer dieser “Mann” eigentlich konkret ist? Ist doch “wurscht“! Und männliche Opfer von sexueller Gewalt gibt es bei uns übrigens auch nicht. Daher unsere neuste und größte Errungenschaft: männliche Feministen! Die haben wir so manipuliert, dass sie sich selbst unterdrücken! Muhahahahah!

In diesem Sinne: Treibt sie zusammen! Sperrt alle “Männer ins Lager der moralisch Minderwertigen”! Die “#MeToo-Bewegung mit ihrem neuen feministischen Volkssturm” ist brandgefährlicher denn je – denn wir Frauen streben die Weltherrschaft an!

Frankreich handelt, Deutschland pennt

Weltfrauentag

Während in Frankreich Maßnahmen gegen die Lohnungleichheit von Männern* und Frauen* eingeleitet werden, hat Deutschland weiterhin den dritthöchsten Gender-Pay-Gap EU-weit – und tut dagegen: zu wenig.

Wie Spiegel Online berichtet, soll in Frankreich bis 2020 in allen Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeiter*innen eine “spezielle Software” installiert werden, die “direkt an das Lohnabrechnungssystem gekoppelt” ist. Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen alle Firmen ihre Löhne angleichen – andernfalls droht eine Geldstrafe von bis zu einem Prozent “der gesamten Lohnkosten” des Unternehmens. Ein Schritt in die richtige Richtung.

Auch andere Länder haben bereits Maßnahmen gegen die Lohnungleichheit ergriffen, wie etwa Island. Dort müssen nun alle Unternehmen mit mindestens 25 Mitarbeiter*innen alle drei Jahre vorweisen, dass sie ihre Mitarbeiter*innen unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung und Nationalität bezahlen.

Und in Deutschland? Der (unbereinigte!) Gender Pay Gap liegt hier bei 21,5 Prozent. EU-weit wird das Land nur von Estland (25,3%) und Tschechien (21,8%) übertroffen. Damit liegt Deutschland weit über dem EU-Durchschnitt (16%). Angaben über eine “mögliche Zeitgrenze zur Lohnangleichung” gibt es hier bisher nicht.

Abtreibungsregeln – Die Aufräumaktion

Die Ärztin Kristina Hänel wurde zu einer Strafe von 6.000 Euro verurteilt, weil sie darüber informiert, dass sie Abtreibungen anbietet. Gerechtfertigt wird dies mit dem Paragrafen 219a, der es “Ärzten [verbietet], Werbung für Abtreibungen zu machen und diese öffentlich anzubieten.” Damit ist die öffentliche Debatte über Schwangerschaftsabbrüche und insbesondere die Gesetzeslage in Deutschland neu entfacht. Hänel wurde u.a. von Spiegel Online befragt – ein wirklich sehr empfehlenswertes Interview, finde ich! (hier klicken)

Was denkst du zum Thema Schwangerschaftsabbruch? Und was hältst du von der gesetzlichen Regelung in Deutschland – speziell vom Paragrafen 219a? Gib deinen Senf dazu – in den Kommentaren!

Hänel: Ich ärgere mich darüber, dass die Geburt eines Kindes in unserer Gesellschaft nicht Vorrang haben kann […]. Mütter bräuchten viel mehr Hilfe. Stattdessen werden sie oft allein gelassen. Die Politik müsste […] eine familienfreundliche Gesellschaft schaffen, mehr aufklären, sexuelle Übergriffe verhindern. Dann gäbe es weniger Abtreibungen. Das wäre Lebensschutz. Stattdessen leiden Frauen unter restriktiven Regeln bei Abbrüchen.

SPIEGEL ONLINE: Was macht es für Frauen nach Ihrer Erfahrung so schwer?

Hänel: Zum Beispiel eben Paragraf 219a. “Abtreibungsgegner” nutzen ihn, um Ärzte mit Strafanzeigen unter Druck zu setzen. Viele trauen sich deshalb nicht, öffentlich darüber zu informieren, dass sie die Eingriffe anbieten. Die Frauen sind damit auf Adressen von ihrer Beratungsstelle angewiesen und haben faktisch keine freie Arztwahl. Viele Frauen erzählen mir, dass sie in Praxen schlecht und abwertend behandelt werden. Viele werden nicht einmal nach neuen medizinischen Standards versorgt. Das ist ein Skandal.”