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Literaturwettbewerb

Am 24.3.2022 fand die Vorlesung des Literaturwettbewerbs in der Aula statt. Die Teilnehmer/innen haben Texte mit dem Thema “hinter der Maske” geschrieben. Diese wurden von den Autor/innen vorgetragen. Zum Schluss fand die Siegesehrung für die ersten drei Plätze statt. Zu gewinnen gab es Gutscheine für die ersten drei Plätze und für alle Teilnehmer/innen gab es eines der ausgelegten Bücher.

Dritte Generation (1982-1998)

1.1 Beginn dritte Generation

Anfang der 80er Jahre erfolgt eine programmatische Neuausrichtung, welche durch die „Mai-Papiere“, gestärkt wird. Das Vorhaben dieser Generation liegt darin, ihre Kräfte auf nationaler und vor allem internationaler Ebene zu bündeln. Es geht vordergründig um die Rückbesinnung auf den klassenkämpferischen Auftrag.

Die Gruppe, welche die Neuausrichtung begonnen hat, besteht aus Helmut Pohl, Henning Beer, Stefan Frey, Giesela Dutzu und Ingrid Jakobsmeier.

1.2 „Offensive 84/85“

Ab der zweiten Jahreshälfte 1984 gelingt es der RAF andere Gruppierungen an sich zu binden. Sie kooperieren zum Beispiel mit „Action Directe“ aus Frankreich, welche u. a. die Zerstörung der Nato fordern. Ende 1984 beginnt die „Offensive 84/85“ mit dem Hungerstreik, ausgelöst durch Brigitte Mohnhaupt, welche während ihres Prozesses die Ziele der RAF noch einmal darstellt. Sie erklärt, dass sie die RAF als Metropolenguerilla betrachtet und das bestehende System tatsächlich gestürzt werden könne. An diesem Hungerstreik nehmen 30 RAF-Inhaftierte teil. Sie möchten zeigen, dass der Kampf noch nicht gescheitert ist und sie die Kräfte bündeln müssen.

In der Folgezeit kommt es zu 30 Brand- und Sprengstoffanschlägen sowie zu Anschlägen auf Einzelpersonen, wie zum Beispiel Ernst Zimmermann (Präsident des Bundesverbandes der deutschen Luft-, Raumfahrt- und Ausrüstungsindustrie.

 

1.3 Ende der RAF

Am 20. April 1998 lautet es aus den Nachrichten „Die Stadtguerilla in Form der RAF ist nun Geschichte“.

Das Ende der RAF lässt sich auf einige Gründe reduzieren.

Einerseits kommt es durch die Einführung des Kronzeugengesetzes zu Aussagen von RAF-Mitgliedern und V-Männern. Dieses Gesetz wird in den eigenen Reihen als Aufruf zum Verrat beschrieben.

Dazu kommt, dass nach dem Mauerfall viele RAF-Mitglieder, welche in der DDR Zuflucht gesucht hatten, festgenommen werden.

Ein weiterer Punkt, welcher zur Auflösung führt, ist der Streit in den eigenen Reihen. Es gibt einen harten Kern um Brigitte Mohnhaupt und Helmut Pohl, welche keine Zugeständnisse an den Staat abgeben wollen, und ein anderes Lager, welches schriftlich erklärt: „Keiner von uns wird nach seiner Freilassung zum bewaffneten Kampf zurückkehren.“

Im Abschlussschreiben kommt es zu keiner Entschuldigung gegenüber den Opfern und den Angehörigen. Es werden wenige Fehler eingestanden und wenn, sind das taktische, wie zum Beispiel die Entführung der Lufthansa-Maschine, oder dass sie keine politische Organisation gegründet haben. Sie gedenken nur ihrer 26 toten RAF-Mitglieder.

Fazit

Ist die Rote-Armee-Fraktion einer Erinnerung Wert?

Zu Beginn des Fazits möchte ich klarstellen, dass die RAF ein negativer behafteter Erinnerungsort ist.

Es soll ein Wahrzeichen gegen Terror sein, egal aus welchen politischen oder religiösen Gründen. Aber warum die RAF und keine andere Terrororganisation?

Einerseits war die RAF die am längsten bestehende Terrororganisation der Bundesrepublik Deutschlands. Sie hat über 30 Jahre lang die Menschen und die Politik bestimmt. Insgesamt hat die RAF 37 Menschen getötet und Schäden in Millionenhöhe verursacht.

Andererseits ist keine Gruppierung in Deutschland mit dieser Brutalität und Struktur vorgegangen wie sie. Es zeigt, dass man mit einfachen Mitteln ein solch großes Ausmaß von Zerstörung erreichen kann.

Man sollte die RAF als Mahnung verstehen. Die Geschichte der RAF zeigt, wie aus einer Gruppierung, die anfangs noch aus nachvollziehbaren Gründen gegen ein bestehendes System protestiert, eine Gruppierung wird, die sich radikalisiert und terroristische Aktionen umsetzt. Zudem zeigt dieses Beispiel wie schnell diese Entwicklung gehen kann und wie schlecht man sich darauf vorbereiten kann. Heutzutage sind viele ehemalige RAF-Mitglieder zur Einsicht gekommen und sprechen über diese Zeit-

„Allmählich fing ich an, über alles nachzudenken, und ich spürte plötzlich die ganze Sinnlosigkeit, die dahintersteckte.“.

Zweite Generation (1975-1981)

1.1 Beginn zweite Generation

Nach den Verhaftungen bildeten sich 1973 mehrere regionale Gruppen, welche die gleiche politische Orientierung besitzen wie die RAF.

Der große Unterschied zwischen der ersten und zweiten Generation ist der Umgang mit Zivilisten. Die Aktionen sind brutaler und rücksichtsloser, die Rücksicht auf Menschenleben spielt keine Rolle mehr. Die Programmatik selbst wird nicht weiterentwickelt, sondern die Inhaftierten Baader, Meinhof und Ensslin haben die politischen Diskussionen weiterhin angeführt. Das oberste Ziel dieser Generation ist die Befreiung der inhaftierten Genossen, wodurch sie gleichzeitig den Bezug zum Klassenkampf verlieren. Nach den Selbstmorden der Gefangenen wird auch kein weiteres Papier, ausgehend von der zweiten Generation, veröffentlicht, sie bedienten sich der Methode der „Bekennerschreiben“, in denen kurz der internationale Zusammenhang geschildert wird.

Die RAF tritt in dieser Phase mehr als Terrororganisation  und weniger als Stadtguerilla auf. Die zweite Generation hat die Vereinbarung über die Anwendung von Gewalt gegenüber Unbeteiligten endgültig gebrochen. Zum Beispiel durch die Taten, welche sie im Herbst 1977 durchgeführt haben, wodurch diese Zeit als „Der Deutsche Herbst“ in die Geschichte eingeht. Eine der bedeutenden, aber gleichzeitig auch eine der tragischsten Aktionen ist die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hans-Martin Schleyer.

1.2 Aktion „Spindy“

Die Entführung von Hans-Martin Schleyer hat zum Ziel, 11 RAF-Gefangene freizupressen. Die intensive Vorbereitung beginn Mitte 1977. Die 20 beteiligten RAF-Mitglieder kundschaften die Lebensgewohnheiten von Schleyer und die Sicherheitsmaßnahmen aus, beschaffen sich verschiedene Fahrzeuge und Wohnungen sowie vier Schusswaffen und zwei Schnellfeuergewehre. Das Attentat wird in der „Mitternachtsdiskussion“ auf den 05.09.1977 nach vorne verschoben, weil die Inhaftierten drohen, sich umzubringen.

Die Aktion ist klar strukturiert. Die Brutalität zeigt sich darin, dass alle Begleitpersonen des Konvois, der gestoppt wird, erschossen werden. Schleyer wird in verschiedenen Wohnungen festgehalten. Zwischen dem 15. und 16. September wird Schleyer beispielsweise in ein Haus in die Niederlande gebracht, welches sie aber nach einem Vorfall bei einer Autovermietung fluchtartig verlassen müssen.

Ausschlaggebend für die Ermordung Schleyers ist das Scheitern der „Landshut-Entführung“. Am 13. Oktober wird diese Lufthansa-Maschine von palästinensischen Terroristen entführt. Damit soll der Druck auf die Bundesregierung erhöht werden, die Forderungen werden umfangreicher. Die Zusammenarbeit kam dadurch zustande, dass die RAF für die Sache der Palästinenser eintraten und damit gleichzeitig Gegnerschaft zu Israel waren. Dies war in vielen Teilen der Linken Szene ein

wichtiger Bestandteil. Dieser Plan scheitert, denn die Terroristen werden durch deutsche Spezialkräfte überwältigt und die Geiseln der Landshut befreit.

Wichtig zu sagen ist ebenfalss, dass Helmut Schmidt damaliger Bundeskanzler, festgelegt hatte, der Staat lasse sich nicht erpressen und deshalb die Befreiungsaktion in Mogadischou durchgeführt wurde. Dass Schleyer dadurch möglicherweise geopfert werden musste, war ihm klar und das wurde auch in aufgenommen.

Durch diesen herben Rückschlag der RAF beschließen die Gefangenen Baader, Ensslin, Möller und Raspe Selbstmord zu begehen. Sie versuchen diese Tat als Mord, ausgehend vom Staat, zu instrumentalisieren.

Nach diesen Ereignissen stellen die Entführer von Schleyer fest, dass das Vorhaben gescheitert ist. Am 18.10.77 wird Hanns-Martin Schleyer hinter der belgisch französischen Grenze mit drei Schüssen in den Hinterkopf erschossen. Ein Tag später um 16:21Uhr wird mit den Worten „Hier RAF!“ der Mord an Schleyer gestanden und am späten Nachmittag wird die Leiche in einem Audi entdeckt.

1.3 Ende der zweiten Generation

Nach dem Scheitern der Befreiungsversuche beginnt eine Phase, die durch viel Unruhe gekennzeichnet ist. Es kommen einige neue Mitglieder hinzu, einzelne terroristischen Aktivitäten werden durchgeführt, es kommt aber auch zu immer mehr Festnahmen und Toten auf der Seite der RAF.

Entstehung der RAF

[Anmerkung: Vor einiger Zeit haben wir im Geschichtsprofilkurs die Aufgabe erhalten, einen Erinnerungsort vorzustellen und zu beurteilen, ob man diesen so nennen kann und warum. Ich habe mir die Rote Armee Fraktion ausgewählt und möchte in diesem Dreiteiler die Geschichte der Gruppe aufzeigen und veranschaulichen, warum und in welcher Weise man sich an diese Zeit und die RAF erinnern sollte.]

 

Die Abkürzung RAF habe ich das erste Mal durch den Geschichtsunterricht zuordnen können. Davor habe ich die Gruppe namentlich im Hinterkopf abgespeichert, ohne zu wissen, wofür sie stehen und warum man über ihre Taten spricht.

Seit längerer Zeit schon möchte ich mehr über den linken Terror in Deutschland erfahren, da ich mich im letzten Schuljahr ausführlich mit dem Terror aus dem rechten politischen Spektrum befasst habe.

Die Gelegenheit bot sich nun mit der Aufgabe, einen „Erinnerungsort“ zu beschreiben. Somit lautet die Problemfrage:

„Ist die Rote-Armee-Fraktion ein Erinnerungsort?“.

Ein Erinnerungsort bezieht sich nicht nur auf Orte, sondern auch auf Firmen, Menschen oder in diesem Fall eine Gruppierung. Dieser „Ort“ muss sich für das kollektive Gedächtnis einer sozialen Gruppe und als historischer und sozialer Bezugspunkt etabliert haben. Außerdem muss er für die jeweilige Erinnerungskultur prägend sein.

Daraus ergibt sich, dass folgende Fragen im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen: Wie ist die RAF entstanden? Was waren die Motive? Inwiefern hat sie sich verändert? Wie kam es zur Auflösung?

1 Erste Generation (1970-1975)

1.1 Beginn der RAF

Die Rote-Armee-Fraktion nannte sich zu Beginn Baader-Meinhof-Bande, da diese zwei Personen die prägenden Gesichter der Gruppe waren.  Erst später gaben sie sich den Namen Rote-Armee-Fraktion, kurz RAF. Ihre Ziele waren die staatliche Ordnung und die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse in der BRD sowie die Nato durch Gewalttaten, wie Mord- und Sprengstoffanschläge, zu bekämpfen.

In den 60er Jahren gab es eine große Empörung, vor allem von Studenten, unter anderem gegen  den Krieg in Vietnam, insbesondere die Napalm-Bombardierungen, die westliche Überflussgesellschaft und das gewaltsame Verhalten gegenüber Demonstranten. Zum Höhepunkt kommt es im Sommer 1967, als Benno Ohnesorg, ein 26 Jahre alter demonstrierender Student, bei der Demonstration gegen den Besuch des Schahs Reza Pahlvi von einem Polizisten ermordet wird. Daraufhin kommt es zu weiteren Demonstrationen in Berlin und Andreas Baader und Gudrun Ensslin treffen das erste Mal aufeinander. Beide führen in der Zeit Brandanschläge in westdeutschen Kaufhäusern durch. Dafür werden sie verhaftet und verurteilt. Während des Prozesses kommt es zum ersten Kontakt zwischen Ensslin und Ulrike Meinhof, welche für eine Zeitungsrecherche vor Ort ist. Sie ist von Ensslin und ihren Taten sehr beeindruckt.

Ein Jahr später werden Ensslin und Baader mit Auflagen aus dem Gefängnis entlassen. Jedoch tauchen sie unter und kehren 1970 nach Berlin zurück. Sie erhalten bei Ulrike Meinhof Unterschlupf. Am 4. April 1970 wird Baader verhaftet. Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Horst Mahler versuchen ihn zu befreien, was ihnen auch am 14. Mai gelingt.

Ab diesem Zeitpunkt wird nach der „Baader-Meinhof-Bande“ gefahndet. Sie besteht aus folgenden Mitgliedern: Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Manfred Grashof, Wolfgang Grundmann, Astrid Proll, Bernhard Braun, Horst Mahler, Jan-Carl Raspe, Holger Meins und Ulrike Meinhof.

Die erste Generation folgte einer klaren Struktur mit einer internationalistischen Programmatik. Sie sehen sich als Fraktion, welche einen weltweiten Aufstand gegen Imperialismus und Kapitalismus organisiert. Es ist eine klare Nähe zu der Idee revolutionärer Kriegsführung erkennbar, welche mit Namen wie Fidel Castro oder Che Guevara verbunden ist. Somit verknüpft sich die erste Generation unverkennbar mit dem Castrismus und Maoismus. Interessant ist die Beziehung zwischen der RAF und der Sowjetunion. In dem „Konzept Stadtguerilla“ wird Kritik an dem orthodoxen Kommunismus und der Sowjetunion das erste Mal erkennbar. Sie kritisieren in einem Schreiben „den Ausgleich und das Bündnis zwischen US-Imperialismus und der Sowjetunion“.  Zum Thema „Gewalt gegen das Volk“ verliert die RAF auch klare Worte. „Dieser richtet sich selbstverständlich nicht gegen das Volk. […] ausschließlich gegen Exponenten des Ausbeutungssystems.“

An diese Aussage halten sie sich nicht lange. Sie wollen eine kriegsrechtskonforme Guerillastrategie umsetzen, setzen aber Anschläge um, die Personenschaden von Unbeteiligten in Kauf nehmen. Ihre Aktivitäten begründen sie jeweils ideologisch. Zum Beispiel erklären sie die Anschläge auf die US-Stützpunkte damit, dass die BRD Truppentransporte der amerikanischen Streitkräfte unterstütze. Auch der Anschlag auf das Springer-Haus zeigt, dass ihre Programmatik nicht konsequent umsetzbar ist.

1.2 Anschlag auf den Springerverlag

Am 19. Mai 1972 werden fünf Sprengkörper, mit einer Rohrlänge von 20 cm, einem Durchmesser von 15,9 cm und einem Sprengstoffgemisch von 4 kg im Hamburger Verlagshaus platziert. Um 15:35 Uhr geht ein Anruf mit den Worten, „Gleich geht eine Bombe hoch.“ ein. Um 15:39 Uhr wird der Sicherheitsbeauftragte der Innenverwaltung informiert. Eine Minute später geht im 3. Stock die erste Bombe hoch. 2 Mitarbeiter erleiden Kopfverletzungen und Kieferbrüche. Der nächste Anruf trifft unmittelbar danach ein: „Es werde gleich noch ein weiteres Mal knallen“. Die Damentoilette im 6. Stock wird verwüstet. Die restlichen Sprengkörper detonieren wegen eines Fehlers nicht. Das Bekennerschreiben folgt noch in der gleichen Nacht. Die Kosten belaufen sich auf eine Höhe von 336.000 DM.

1.3 Ende der ersten Generation

Im Juni 1972 kommt es zu zahlreichen Festnamen rund um die RAF. Am ersten Juni werden Raspe, Baader und Meins in der Nähe einer von der Polizei observierten Garage festgenommen. Es fallen Schüsse und Tränengas wird eingesetzt. 6 Tage später wird Gudrun Ensslin in einem Kleidungsgeschäft von der Polizei in Gewahrsam genommen, weil eine Verkäuferin eine Waffe in ihrer Jacke findet. Am 9. Juni werden dann auch noch Brigitte Mohnhaupt und Bernhard Brau festgenommen und Ulrike Meinhof, Gerhard Müller werden einige Tage später inhaftiert. Mit den Festnahmen enden die Anschläge, ausgehend von der ersten Generation.

Qurt News Testet – AG Türkisch Kochen

Heute waren wir bei der AG Türkisch Kochen und haben uns einen Einblick verschafft. Wir, das Schülerkollekltiv, wollen euch die AG’s der Schule näher bringen und zeigen was da eigentlich so hinter den Kulissen passiert. Wir haben Schüler und Schülerinnen Interviewt und durften sogar mal probieren, es gab Baklava und Cigköfte. Das ist die Erste Folge einer Serie namens: Qurt News Testet.

Sachspendenmöglichkeiten in der Kurt-Schwitters-Schule

Liebe Eltern, liebe SchülerInnen und MitarbeiterInnen der Kurt-Schwitters-Schule,

wir möchten den SchülerInnen der Kurt-Schwitters-Schule eine Möglichkeit geben aktiv Hilfe für die Menschen in und die Flüchtenden aus der Ukraine zu leisten. Wir merken, dass es den SchülerInnen ein wichtiges Anliegen ist Empathie, Menschlichkeit und Solidarität mit jenen zu zeigen, die gerade alles verloren haben. Die Teilnahme an der Spendenaktion ist absolut freiwillig. Jede Familie sollte ganz frei entscheiden, ob und in welchem Maße sie etwas beisteuern möchte. Entscheiden Sie selbst.  

Daher haben die SchülerInnen

  • am Mittwoch, den 16.03.22 von 12.00 – 13.00 Uhr und 
  • am Donnerstag, den 17.03.22 von 12.00 – 13.00 Uhr

die Möglichkeit folgende Sachspenden 

  • in der Textilwerkstatt im Erdgeschoss des Haus 2 (R 2003)

abzugeben:  

Hygieneartikel (einige Beispiele s.u.):  

– Wegwerfwindeln  

– Feuchttücher/Taschentücher/ Einmalwaschlappen/ 

– Damenbinden  

– Seife, Duschgel, Shampoo  

– Zahnbürste, Zahnpasta  

– Händedesinfektionsmittel, Masken  

Babynahrung und haltbare Lebensmittel (einige Beispiele s.u.): 

– Babybrei/Apfelmus natur  

– Energieriegel  

– Nüsse ungesalzen  

– Trockenfrüchte/Studentenfutter  

– Cracker/Reiswaffeln/Kekse…  

 Darüber hinaus: 

– Schlafsäcke/ Isomatten/ Zelte

– Campingkocher mit Kartuschen 

– Verbandszeug/ Autoverbandskästen 

Bitte prüfen Sie den Nutzen, die Verpackung sowie den Zustand der Spende vorab, sodass wir diese auch guten Gewissens weitergeben können.  

? Wo geht die Spende hin ?  

Die gesammelten Spenden werden an die gemeinnützige Organisation prenzlkomm in der Erich-Weinert-Straße (www.prenzlkomm.de) weitergeleitet und von dort aus direkt in die Ukraine gefahren. 

O ataque em Hanau

 

Trigerwarning: rassismo e assasinato

MERCEDES KIERPACZ
SEDAT GÜRBÜZ
HAMZA KURTOVIĆ
KALOYAN VELKOV
SAID NESAR HASHEMI
FATIH SARAÇOĞLU
VILI-VIOREL PĂUN
GÖKHAN GÜLTEKIN
FERHAT UNVAR
#saytheirnames

No dia 19.02.2020, foi cometido um ataque racista contra 9 pessoas em Hanau. O assaltante começou o ataque às 21:50h em Hanauer Heumarkt. Ele atirou a dois bares, matando Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu e Sedat Gürbüz, e continuou ao Kurt-Schumacher-Platz. Ali ele atirou Vili-Viorel Păun no seu carro e depois correu para um quiosque onde matou Mercedes KierpaczGökhan Gültekin e Ferhat Unvar. Antes de ir para casa, ele atirou Said Nesar Hashemi e Hamza Kutović num café. Quando chegou a sua casa, matou primeiro a sua mãe e depois sí próprio. A polícia foi chamada várias vezes durante o incidente, mas chegaram tarde demais.


Nenhuma das vítimas viveu para além dos 40 anos de idade.

Para se relembrar das 9 pessoas, queremos dizer-vos algo sobre elas:
Gökhan Gültekin era um pedreiro qualificado e tinha iniciado um negócio de limpeza pouco antes do incidente. Ele tinha um irmão que era 8 anos mais velho do que ele.
Sedat Gürbüz trabalhou num dos bares onde aconteceu o ataque.
Said Nesar Hashem foi a vítima mais jovem e um dos seus 4 irmãos quase não sobreviveu o ataque.
Mercedes Kierpacz, na altura com 35 anos de idade, também trabalhava num bar. Ela deixou para trás uma criança de 17 anos uma criança de 3.
Hamza Kutović tinha três irmãos e tinha recebido formação como funcionário de armazém.
→ Quando Vili-Viorel Păun chegou à Alemanha aos 16 anos, trabalhou para pagar o tratamento da sua mãe.
Fatih Saraçoğlu morreu aos 34 anos e era um exterminador.
Ferhat Unvar, um instalador de gás e água, tinha três irmãos e morreu aos 24 anos.
Kaloyan Velkon era um camionista e proprietário de um bar. Ele teve um filho de 8 anos.
Este ataque não foi um incidente único, o racismo não é um incidente único!


A maior solidariedade, com os familiares e amigos. 
Hanau está em todo lado!
Uma ação da “AG gegen Diskriminierung” (grupo de trabalho contra a discriminação) da Kurt-Schwitters-Schule 

Lembrar significa mudar, 

Memorar significa lutar! 

Ações de lembrança do dia 19.02.22:
→ 12:00 horas Leopldplatz
→ 16:00 horas Oranienburger Straße

Grande demonstração em 19.02.22:
→ 19:30 horas Zickenplatz 

Der Anschlag in Hanau

Triggerwarnung: Rassismus, Mord
MERCEDES KIERPACZ
SEDAT GÜRBÜZ
HAMZA KURTOVIĆ
KALOYAN VELKOV
SAID NESAR HASHEMI
FATIH SARAÇOĞLU
VILI-VIOREL PĂUN
GÖKHAN GÜLTEKIN
FERHAT UNVAR
#saytheirnames



Am 19.02.2020 wurden Hanau ein Rassistischer Anschlag auf neun Menschen begangen. Der Attentäter begann den Anschlag um 21:50 Uhr am Hanauer Heumarkt. Dort schoss er in zwei Bars und brachte so Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu und Sedat Gürbüz ums Leben. Danach fuhr er weiter zum Kurt-Schumacher-Platz. Dort erschoss er Vili-Viorel Păun in seinem Auto und lief danach in einen Kiosk, wo er Mercedes KierpaczGökhan Gültekin und Ferhat Unvar ums Leben brachte. Bevor er nach Hause fuhr, schoss er noch in ein Café, in dem sich Said Nesar Hashemi und Hamza Kutović aufhielten. Als er zu Hause ankam, tötete er erst seine Mutter und danach sich selbst. Die Polizei wurde während des Vorfalls mehrere Male angerufen, kam jedoch zu spät.
Keines der Opfer ist älter als 40 Jahre geworden.

Um der 9 Menschen zu gedenken, wollen wir euch etwas über sie erzählen:
→ Gökhan Gültekin war ein gelernter Maurer und hatte kurz vor dem Vorfall ein Hausmeister-Unternehmen gegründet. Er hatte einen 8 Jahre älteren Bruder.
→ Sedat Gürbüz Arbeitet in einer der Bars, in der der Anschlag verübt wurde.
→ Said Nesar Hashem war das jüngste Opfer, einer seiner 4 Geschwister hat den Anschlag knapp überlebt.
→ Die zu dem Zeitpunkt 35-jährige Mercedes Kierpacz arbeite ebenfalls in einer Bar. Sie hinterließ ein 17-jähriges und ein 3-jähriges Kind.
→ Hamza Kutović hatte drei Geschwister und eine Ausbildung zum Fachlagerist gemacht.
→ Als Vili-Viorel Păun mit 16 Jahren nach Deutschland kam, arbeitete er, um eine Behandlung seiner Mutter zu bezahlen.
→ Fatih Saraçoğlu starb mit 34 und war Schädlingsbekämpfer.
→ Der Gas- und Wasserinstallateur Ferhat Unvar hatte drei Geschwister und starb mit 24 Jahren.
→ Kaloyan Velkon war Lkw-Fahrer und Wirt einer Bar. Er hatte ein 8-jähriges Kind.
→ Dieser Anschlag war kein Einzelfall, Rassismus ist kein Einzelfall!

Größte Solidarität, mit den Angehörigen und Freunden.

Hanau ist überall!

Eine Aktion der AG gegen Diskriminierung der Kurt-Schwitters-Schule


Erinnern heißt verändern,

GeDenken heißt kämpfen!

GeDenkaktionen am 19.02.22:
→ 12 Uhr Leopldplatz
→ 16 Uhr Oranienburger Straße

Große Demo am 19.02.22:
→ 19:30 Uhr Zickenplatz

qurt will’s wissen!

Wir wollten von euch wissen, ob ihr qurt.news überhaupt kennt, was euch interessiert, was ihr von uns erwartet, damit wir für euch die spannendsten Themen finden können. Viel Spaaaß…. Schreibt gerne weitere Ideen in die Kommentare.

27.Januar – Tag der Befreiung des KZ Auschwitz

Triggerwarnung: Holocaust/ Antisemitismus

Im Nationalsozialismus wurden in dem Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau mehr als anderthalb Millionen Menschen durch verschiedene Methoden ermordet, wobei die Dunkelziffer noch höher ist. 90% der Menschen waren Jüd*innen, aber auch Homosexuelle, Sinti und Roma, politische Gegner*innen des Naziregimes und weitere Menschen waren dort interniert. Die Bedingungen, unter denen die Internierten leben müssen, waren unbeschreiblich grausam. Die Menschen, wurden gefoltert, misshandelt und zu schwerster Arbeit gezwungen. Ihre Menschlichkeit und ihre Individualität wurde ihnen abgesprochen. Auschwitz war das größte und mit dem höchsten technischen Aufwand betriebene nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager. Als sich die Rote Armee dem KZ Auschwitz im August 1944 näherte, begann die SS mit der stufenweisen Evakuierung des Lagers. Am 17. Januar 1945 begann die Endphase der Evakuierung des KZ Auschwitz und seiner Nebenlager. Die SS schickte etwa 56.000 Häftlinge auf “Todesmärsche” in Richtung Westen, um ihre Befreiung durch die Rote Armee zu verhindern. Die Rote Armee befreite die Gefangenen am 27.01.1945 aus dem Konzentrationslager, in dem befanden sich noch etwa 8.500 kranke und erschöpfte Häftlinge im Stammlager und seinen Nebenlagern.

Die Auschwitz Prozesse ließen lange auf sich warten. Nur vereinzelte Prozesse fanden vor dem Ende der 1950er Jahre statt. Ab da wurden immer mehr Prozesse aufgenommen. Bis heute wird noch ermittelt, allerdings wird gegen die Zeit gearbeitet, da viele der Angeklagten über 90 Jahre alt oder bereits verstorben sind.

Nachdem die Sowjetunion 1947 das Lager Polen übergab, beschloss das polnische Parlament, am 02.07.1947, das Gelände zu einem Museum zu machen. 2017 betrug die Anzahl der Besucher*innen 2,1 Millionen. Die meisten Besucher*innen kamen aus Polen (498,000 Menschen), Großbritannien (339,000 Menschen) und den USA (183,000 Menschen). An 6ter Stelle kommt Deutschland, von hier kamen 85,000 Menschen um sich die Ausstellung anzusehen.

Auch heute ist Antisemitismus (Abneigung/Feindschaft gegen Juden) noch aktuell. Er wird zwar nicht mehr so offen gezeigt, aber er existiert immer noch und wird durch einzelne Andeutungen sichtbar. Um nicht zu vergessen was damals passiert ist, ist der 27.01. seit 1996 offiziell ein Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus und die Befreiung von Auschwitz.

Text: AG gegen Diskriminierung der GSV- veröffentlicht durch Pavel Stöck

Informationen und Nachfragen auf Instagram: antidiskriminierungs.ag_kss

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Literaturwettbewerb 2022

Nachwuchsautor:innen aufgepasst! Auch dieses Jahr wird wieder der Literaturwettbewerb stattfinden. Das diesjährige Thema heißt: “Hinter der Maske”. Ihr könnt eure Texte noch bis zum 09. März 22 per E-mail einreichen. Am 24. März wird dann die Vorlesung und Sieger:innenehrung stattfinden! Qurt.news wird euch auf dem Laufenden halten.
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CONCURSO DE LITERATURA
Tema: ATRÁS DA MÁSCARA
Entrega até: 09.03.
a entrega pode ser feita através dos Sozis ou por E-Mail: literaturwettbewerb@kurt-schwitters.schule
Também é possivel entregar escrito à mao.
Todas as linguas sao Bem-vindas.
AGUARDAMOS PELO SEU TEXTO!!!
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Weihnachtsfest mal anders

Am 09. Dezember 2021 fand das alljährliche Weihnachtsfest statt. Der Schüler:innenchor sorgte mit Weihnachtsliedern für die nötige Stimmung. Punsch und frische Waffeln ließen die Schüler:innen auf dem Hof die Kälte gar vergessen. Es wurden keine Kosten und Mühen gescheut, um euch richtig in Weihnachtsstimmung zu versetzen. Wir haben es sogar für euch schneien lassen!

Fridays for Future Fahrraddemo am 24. September 2021

Am 24. September war es wieder soweit: Fridays for Future fand im Rahmen des globalen Klimastreiks statt. Dabei durfte unsere Schule natürlich nicht fehlen. Über 500 Schüler:innen begleiteten den antikapitalistischen Block auf Fahrrädern. Auf dem Lautsprecherwagen gab es laute Musik und Redebeiträge und vieles mehr. Wir waren natürlich auch dabei und haben euch schönes Foto- und Videomaterial geliefert.

Die Ergebnisse der U18 Wahl 2021

Wie jedes Mal, wenn die Bundestagswahl vor der Tür steht, dürfen auch wir (die minderjährigen) eine  Stimme abgeben. Nämlich bei der U18-Wahl.

Ich habe aus den Ergebnissen der Wahl unserer Schule, der Ergebnisse bundesweit und der Prognosen der Bundestagswahl  7 Diagramme erstellt und in unterschiedlichen Konstellationen verglichen.

Ergebniss unserer Schule:

Zweitstimmen Stimmen Prozent:
CDU 32 4,7
Die Linke 130 19,1
SPD 53 7,8
Grüne 289 42,6
AfD 3 0,4
FDP 18 2,7
Die Partei 43 6,3
Tierschutzpartei 53 7,8
Piraten 13 1,9
Frei Wähler 3 0,4
Gesundheitsforschung 1 0,1
ÖDP 0 0,0
Du. 6 0,9
V-Partei 3 0,4
DKP 5 0,7
MLPD 0 0,0
Büso 1 0,1
SGP 1 0,1
LKP 0 0,0
NPD 1 0,1
Die Humanisten 1 0,1
Die Grauen 1 0,1
Team Todenhöfer 3 0,4
Volt 19 2,8

In der ersten Abbildung sehen wir die Ergebnisse der Zweitstimmen unserer Schule. Insgesamt sind 679 von 924 Wahlberechtigten zur Wahlurne gegangen und haben ihre Stimme abgegeben. (KSO = Kurt Schwitters Oberschule)

Hier kann man die Entwicklung der Zweitstimmen unserer Schule im Vergleich von 2017 ablesen.

In dieser Abbildung ist das Ergebnis unserer Schule (links)  mit der Prognose für die Bundestagswahl (rechts) verglichen (Quelle: https://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/sonntagsfrage/) (BW = Bundestagswahl)

Hier stehen sich die Stimmen unserer Schule (links) und das Ergebnis bundesweit gegenüber.

In dieser Grafik sieht man in dem linken Diagramm die Ergebnisse der bundesweiten U18-Wahl und in dem rechten die Prognose der Bundestagswahl.

So wäre das Parlament zusammengesetzt, wenn das Ergebnis unserer Schule für ganz Deutschland gelten würde.

In der letzten Grafik sieht man die verschiedenen Koalitionsmöglichkeiten unseres Parlamentes.

 

Wenn man sich nun die ganzen Ergebnisse und Vergleiche anschaut, fällt einem direkt auf, dass vieles anders wäre, wenn die unter 18-Jährigen wählen würden und vor allem, wenn das Ergebnis unserer Schule das für ganz Deutschland wäre.

So hätten Parteien wie die AfD, CDU und die FDP nichts mehr zu sagen und Deutschland hätte einen starken links Rutsch bekommen.

Was mir besonders aufgefallen ist, dass die jungen Menschen den kleineren Parteien mehr Aufmerksamkeit schenken. So schafft es bei der Bundesweiten U18-Wahl eine neue Partei in das Parlament und an unserer Schule sogar zwei. Das zeigt mir, dass die  Jungen Menschen mit der Politik der etablierten Parteien unzufrieden ist und nicht die Themen anspricht, die die Jugend interessiert.

Betrachtet man die Koalitionsmöglichkeiten, fällt auf, dass an unserer Schule eine, wie es Olaf Scholz wünscht, Rot-Grüne Regierung nicht zustande käme. Wir hätten dann wohl eine Grün geführte Regierung in Koalition mit der Linken.

Jetzt kommt die Frage aller Fragen: Wäre das Parlament und die Regierung unserer Wahl eine bessere, als die von heute?

Warum brauchen wir ein bedingungsloses Grundeinkommen? Interview mit Dorothee Herzog

spilled coins from the jar

Was würdet ihr machen, wenn zu eurem eigentlichen Einkommen noch 1.200 € addiert werden? Vielleicht reisen, etwas auf die Seite legen oder sich weiterbilden?

Dieses Konzept nennt man bedingungsloses Grundeinkommen und Paula hat schon vor einiger Zeit über die Idee, die Finanzierung und über die Pro- und Kontrapunkte berichtet.

Der Begriff “bedingungsloses Grundeinkommen” begegnete mir schon vor 1,5 Jahren und ließ mich nicht los. Vor allem hat es mich interessiert, wie die Menschen darauf reagieren würden.

So hat es mich sehr gefreut, dass ich von dem Projekt “Mein Grundeinkommen” erfahren habe, welches genau das testet. 867 Menschen durften bereits Erfahrungen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen sammeln. Mit diesen Eindrücken haben sie ein Buch geschrieben und veröffentlicht, welches den Namen „Was würdest du tun?“  trägt.

Ich erhielt dann die Chance Dorothee, die bei „Mein Grundeinkommen“ arbeitet, einige Fragen zu stellen. Sie ist dort für den Support und Community Management zuständig.

Was sind Ihre Argumente für ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)?

Das ist natürlich eine sehr große Frage. Argumente gibt es sehr viele. Grundsätzlich kann man zwischen humanistischen und liberalen Argumenten für ein Grundeinkommen unterscheiden.

Das für mich persönlich Charmante an der Idee ist, dass sie das Potential hat, das beste aus beiden Welten zu vereinen. Eine bedingungslose Grundsicherung in ausreichender Höhe sollte ein Rechtsanspruch sein, wenn wir Artikel 1 und 2 des Grundgesetzes ernst nehmen wollen. Denn, wie können wir den Menschen ein Leben in Würde und die freie Entfaltung der Persönlichkeit garantieren, wenn wir ihnen nicht auch gleichzeitig das Recht auf eine finanzielle Absicherung zugestehen?

Ungefähr ein Sechstel der Bevölkerung in Deutschland ist oder lebt unterhalb der Armutsgrenze. bei Alleinerziehenden sind es sogar noch deutlich mehr.

Mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen müsste niemand mehr um seine Existenz bangen. Das ist natürlich an sich schon ein erstrebenswertes Ziel, gleichzeitig ist es aber auch Voraussetzung für echte und gelebte Autonomie, nicht nur auf dem Arbeitsmarkt sondern auch im Leben allgemein.

Solange ökonomische Zwänge mein Leben bestimmen, kann ich keine wirklich freien Entscheidungen treffen. Arbeitnehmer*innen sind aktuell keine wirklich freien Subjekte auf dem Arbeitsmarkt. Je nach Branche bin ich als Arbeitnehmer*in unter Umständen dazu gezwungen, unter Bedingungen zu arbeiten, die ich mir freiwillig niemals zumuten würde und auch meine Möglichkeiten, daran etwas zu ändern, sind eingeschränkt. Das macht die Menschen krank, zum Teil sogar unproduktiv – Depression und Burnout sind auf dem Weg, Volkskrankheit Nr. 1 zu werden. Spannenderweise fürchten Kritiker*innen eines Grundeinkommens häufig gerade diese Autonomie auf dem Arbeitsmarkt, für mich ist es eines des stärksten Pro-Argumente.

Durch den Verein „Mein Grundeinkommen“ wurde vielen Menschen für ein Jahr ein BGE geschenkt. Was haben Sie von den Gewinnern des Geldes für Rückmeldungen erhalten?

Unsere Verlosung von Grundeinkommen gibt es bereits seit 2014. Mittlerweile haben wir über 800 Ein-Jahres-Grundeinkommen in Höhe von 1.000 Euro pro Monat verlost. Was wir vor allem von unseren Gewinner*innen gelernt haben, ist, dass das Grundeinkommen nicht so sehr über die zusätzliche Finanzspritze wirkt als über die Bedingungslosigkeit. Wer zuvor von Armut betroffen oder bedroht war, hat das Geld natürlich zunächst in notwendige Anschaffungen investiert. Es wirkt aber auch und gerade bei den Menschen, die finanziell gar nicht unbedingt auf den Gewinn angewiesen waren. Das hat uns positiv überrascht. Unsere Gewinner*innen sind weniger gestresst als vorher und haben weniger Existenzängste, sie fühlen sich gesünder – zwei Gewinner*innen mit Morbus Crohn, einer chronischen entzündlichen Darmerkrankung, haben seit ihrem Grundeinkommensgewinn keine Symptome mehr. Unsere Gewinner*innen fühlen sich selbstwirksamer, haben also den Eindruck, dass sie Herausforderungen besser bewältigen und aktiv Einfluss auf ihre Lebenssituation nehmen können. Viele geben an, durch das Grundeinkommen großzügiger geworden zu sein und sich mehr als vorher Gedanken darüber zu machen, welchen Beitrag sie für die Gesellschaft leisten können. Immer wieder sagen uns Gewinner*innen auch, dass sie umweltbewusster konsumieren und sich mehr Gedanken um Nachhaltigkeit machen. Unser Gründer Michael Bohmeyer hat gemeinsam mit Autorin Claudia Cornelsen im Jahr 2018 zahlreiche Grundeinkommensgewinner*innen aus unserer Verlosung besucht und interviewt. Die Erkenntnisse haben sie in unserem Spiegel-Bestseller “Was würdest du tun?” verarbeitet. Letztes Jahr haben wir das Buch Kapitel für Kapitel kostenfrei als Podcast veröffentlicht.

Am 01.06.2021 begann das Pilotgramm zum bedingungslosem Grundeinkommen, bei dem auch der Verein „mein Grundeinkommen“ mithilft.

Es soll 3 Studien geben: Die erste nennt sich Grundeinkommen on top, hier erhalten 120 Teilnehmer*innen für 3 Jahre 1.200 Euro zu ihrem eigentlichen Gehalt drauf gerechnet. Anschließend kommt es zur 2 Studie, welche 2022 starten soll. Hier wird das Einkommen auf 1.200 Euro aufgestockt. Zum Schluss wird es das BGE mit einer simulierten Besteuerung geben. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, schaut gerne auf die Internetseite https://www.pilotprojekt-grundeinkommen.de/ vorbei.

Warum haben Sie bei dem Pilotprogramm genau die drei Studien ausgewählt und weshalb in Studie 3 die Finanzierungsmöglichkeit genommen und nicht die der Linken zum Beispiel?

Mit unserem Pilotprojekt Grundeinkommen, der ersten bundesweiten wissenschaftlichen Studie zum Bedingungslosen Grundeinkommen, wollen wir die Erkenntnisse, die wir aus den Erfahrungen mit unseren bisherigen Verlosungsgewinner*innen gesammelt haben, wissenschaftlich prüfen und zu einer faktenbasierten Debatte beisteuern. Wir haben viele Annahmen, wie ein Grundeinkommen wirken könnte, Vieles wissen wir aber nicht sicher – das wollen wir ändern.

Das Studiendesign der ersten Studie orientiert sich daher an unseren Fragestellungen an das Grundeinkommen. Wie beeinflusst es das Verhalten der Teilnehmer*innen auf dem Arbeitsmarkt, in Politik und Gesellschaft, wie wirkt es sich auf die Gesundheit und das individuelle Konsumverhalten aus, wie ändern sich vielleicht Einstellungen und Werte? Dafür erhalten 122 Teilnehmer*innen seit dem 01. Juni 2021 für drei Jahre in Grundeinkommen in Höhe von 1.200 Euro pro Monat.

Um sichergehen zu können, dass die Effekte wirklich auf das Grundeinkommen zurückzuführen sind und nicht auf anderweitige gesamtgesellschaftliche Entwicklungen, werden die Ergebnisse der Grundeinkommensempfänger*innen einer Vergleichsgruppe gegenübergestellt, die kein Grundeinkommen erhält. Anhand der Resultate können wir mögliche gesellschaftliche Folgen eines Bedingungslosen Grundeinkommens abschätzen.

Studien 2 und 3 erfolgen nur, wenn Studie 1 deutliche Effekte erzeugt.

In Studie 2 wollen wir prüfen, ob die Wirkungen aus Studie 1 auch noch vorhanden bleiben, wenn das Einkommen der Teilnehmer*innen nur noch auf 1.200 Euro aufgefüllt wird, wenn sie darunter liegen. Es geht also um die Frage, ob das Grundeinkommen über das Sicherheitsgefühl wirkt – egal, was passiert, ich kann nicht unter 1.200 Euro rutschen – oder ob es seine Wirkung über das Mehr an Geld entfaltet. Falls sich positive Effekte über ein Sicherheitsgefühl einstellen, dann wäre das ein starkes Argument für eine Finanzierung über eine Steuerreform, bei der das Grundeinkommen letztlich effektiv so etwas wie eine bedingungslose Grundsicherung darstellt.

In Studie 3 wollen wir eine Art negative Einkommensteuer simulieren, weil dies ein Finanzierungsmodell ist, das relativ einfach getestet werden kann. Dabei wollen wir den Netto-Verdienst der Studienteilnehmer*innen mit einer simulierten Einkommensteuer besteuern. Faktisch werden wir allerdings dabei niemandem etwas von seinem Nettogehalt abziehen, wir werden aber so tun, als gäbe es eine Einkommensteuer von 50 Prozent auf alle Netto-Einnahmen. Allen, die mit einer solchen Steuer noch Anspruch auf ein Grundeinkommen hätten, werden wir den Differenzbetrag auszahlen. Die Transfergrenze liegt in diesem Experiment bei 2.400 Euro, denn 50 Prozent von 2.400 sind 1.200 Euro (also genau die Höhe des in der Studie ausbezahlten Grundeinkommens).

Das heißt, alle Teilnehmer*innen die 2.400 Euro netto und mehr verdienen, erhalten kein zusätzliches Geld mehr. Damit wollen wir die Frage beantworten, ob sich eine negative Einkommensteuer als Finanzierungsmodell für ein Grundeinkommen eignen könnte.

Wie haben Sie die Teilnehmer*innen der Studie ausgewählt?

Am liebsten hätten wir eine Studie durchgeführt, die für alle Personengruppen in Deutschland repräsentativ ist. Bei einer Studie dieser Größenordnung ist dies leider nicht möglich. Wir mussten uns daher auf eine Gruppe von Menschen einschränken, die am besten dazu geeignet ist, unsere Fragen bezüglich der Wirkung von Grundeinkommen zu beantworten. Die Auswahlkriterien orientierten sich also am größtmöglichen Erkenntnisinteresse für die Forschung. Für die Vergleichbarkeit haben wir uns auf Ein-Personen-Haushalte beschränkt, die Altersgruppe liegt zwischen 21 und 40 Jahren und die Teilnehmer*innen stammen aus der Mittelschicht. Das Auswahlverfahren erfolgte über einen mehrstufigen Bewerbungsprozess, bei dem letztlich der Zufall darüber entschieden hat, wer in der Grundeinkommensgruppe und wer in der Vergleichsgruppe ohne Grundeinkommen landet.

Wann, denken Sie, wird das BGE einen so großen Zuspruch erhalten, um es durchzusetzen und was für Rahmenbedingungen müssen dafür geschaffen werden?

Darüber können wir nur spekulieren. In letzter Zeit und gerade auch im Zuge der Corona-Pandemie ist das Grundeinkommen zunehmend in den Fokus der öffentlichen gesellschaftlichen Debatte gerückt.

Letztes Jahr gab es zwei große Petitionen für die (zeitweise) Einführung eines Grundeinkommens, die wir als Verein unterstützt haben. Tonia Merz hat mit ihrer Petition auf change.org mittlerweise fast 500.000 Unterschriften gesammelt. Suanne Wiests Petition war die größte, die jemals online im Bundestag eingereicht wurde.

Mehr und mehr Parteien oder zumindest Interessensgruppen innerhalb verschiedener Parteien sprechen sich für ein Grundeinkommen aus. Die Linke hat erst kürzlich das BGE in ihr Parteiprogramm aufgenommen, bei den Grünen steht es immerhin als Leitidee im Grundsatzprogramm. Kaum ein*e Politiker*in kommt mehr darum herum, sich irgendwie zu diesem Thema zu positionieren. Das sind Entwicklungen, die uns Hoffnung machen.

Als Rahmenbedingungen sind natürlich umfassende Reformen notwendig, neben der Steuer müssten wir uns auch Gedanken darüber machen, wie mit den Sozialversichungsbeiträgen umgegangen werden soll, wie zum Beispiel auch Rentenansprüche zukünftig mit dem Grundeinkommen verrechnet werden könnten usw. Darüber hinaus stellt sich auch die Frage, wie ein Grundeinkommen aussehen könnte, das nicht gleich europaweit eingeführt würde.

Innerhalb der EU herrscht ja Freizügigkeit. Das würde ein Grundeinkommen, das z. B. nur in Deutschland eingeführt werden würde, vor die Herausforderung stellen, wer eigentlich anspruchsberechtigt ist, was das für die Binnenmigration bedeutet und wie und ob Leistungsansprüche, die in anderen EU-Staaten erworben wurden, gegebenenfalls mit dem Grundeinkommen verrechnet werden können.

Es gibt aber natürlich auch die Möglichkeit, gleich an einem europaweiten Grundeinkommen zu arbeiten. Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) Bedingungsloses Grundeinkommen sammelt gerade online Unterschriften, um das Europaparlament und die EU-Kommission dazu aufzufordern, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie ein europaweites Grundeinkommen in den einzelnen Mitgliedstaaten aussehen könnte.

Da stellt sich mir zum Schluss die Frage: Warum gibt es dann noch kein bedingungsloses Grundeinkommen? – bei den gerade genannten Vorteilen

Vielleicht liegt es daran, dass die Hoffnung, die gerade schon besprochen wurde, der Angst und der Ungewissheit unterliegt, wie die Menschen mit dem Geld umgehen.

Man kann so lange darüber philosophieren und Gedankenspiele durchgehen, um zu schauen, was passiert. Schlussendlich muss man es anpacken und austesten, deswegen ist das Projekt so wichtig, um das Ungewisse noch zu klären und zu schauen, ob sich die Hoffnungen oder die Ängste bewahrheiten.

Im zweiten Teil des Interviews wird es dann um konkrete Ideen der Politik gehen und die Argumente der Kritiker.

Heute schon geträumt? – Interessante Einblicke nach einem Interview mit Michael Schredl

person seated on grass

Vielleicht kennt ihr das auch. In manchen Nächten träumt man die verrücktesten Dinge, in anderen gar nicht, an manche erinnert man sich, andere bleiben nur als „Gefühl“ zurück. Oder es gibt Menschen in eurem Umkreis, welche jeden Tag etwas träumen.

Das hat mich in der letzten Zeit immer mehr interessiert. Aus diesem Grund führte ich ein Interview mit Michael Schredl, der im Mannheimer Schlaflabor arbeitet und dort verschiedenste Studien begleitet. Oftmals sind das Fragebogenstudien oder Schlaflaborstudien, dabei werden die Probanden im Schlaflabor direkt geweckt und befragt. Anschließend werden die Träume nach verschiedenen Aspekten, z. B. Bizarrheit, analysiert. Vorrangig untersucht er, was die Träumen mit dem Wachleben zu tun haben.

Vor kurzem hat das Team beispielsweise untersucht, ob Hundebesitzer öfter von Hunden träumen als Nicht-Hundebesitzer. Diese Annahme hat sich auch bestätigt, was sie aber überrascht hat, war die Tatsache, dass Personen, die als Kind negative Erfahrungen mit Hunden gemacht haben, immer noch negativ von Hunden träumen.

Diesem Experten konnte ich nun all meine Fragen stellen.

Zu Beginn habe ich ihn gefragt, wie entschieden wird, was man träumt und was im Gehirn dabei von statten geht?“

Die aktuelle Befundlage zeigt: Man träumt über Dinge, die man am Tag erlebt hat, vor allem emotionale, und die einen interessieren. Warum ist das so? Weil die Erlebnisse im Gedächtnis abgespeichert werden und der Schlaf bei der Gedächtnisspeicherung eine wichtige Rolle spielt. Herr Schredl meinte aber auch, dass „es die Forscher auch etwas verwirrt, weil man nicht 1 zu 1 von den Sachen träumt, die man erlebt.“ Also, ganz so einfach mit dem Abspeichern geht es nicht.

Viele Menschen und Forscher gehen davon aus, dass man beim Träumen übt, mit neuen Situationen besser zurechtzukommen, also deshalb Träumen so wichtig ist.

Aber was passiert nun im Gehirn beim Träumen?

Auf diese Frage hatte Michael Schredl auch keine genaue Antwort, weil es schwierig ist, die Hirnaktivität im Schlaf zu untersuchen. Es gibt aber die Annahme, die besagt, dass das ganze Hirn im Traum aktiv ist. Zum Beispiel ist das Sprachzentrum aktiv, wenn man im Traum spricht. So geht man davon aus, dass fast das ganze Gehirn an der Entstehung der Traumwelt beteiligt ist.

Nun wollte ich natürlich gern wissen, warum man sich nur an manche Träume erinnert?

Seine Antwort hat mich sehr überrascht: man geht davon aus, dass man immer träumt. Ob man sich nach dem Aufwachen daran erinnern kann, hängt aber von vielen Faktoren ab. Der wichtigste Aspekt ist, dass das Gehirn ein biologisches Organ ist, welches einige Zeit braucht, bis es vom Schlafmodus auf den Wachmodus umschaltet (bis zu 15 Minuten). In dieser Phase gehen Träume besonders leicht verloren.

So erinnert man sich auch eher an Träume, die emotional intensiv sind, wie zum Beispiel Alpträume.  Man kann seine Traumerinnerung aber verbessern, indem man sich nach dem Aufwachen die Zeit nimmt und darüber nachdenkt, ob man etwas geträumt hat.

Ihr habt vielleicht schonmal was vom Klartraum gehört oder im englischen lucid dreaming. In diesen Klarträumen weiß man während des Träumens, dass man träumt, und kann die Träume beeinflussen und steuern. Man kann die Fähigkeit erlernen oder man besitzt ein Naturtalent, um Träume zu steuern. Der Großteil der Menschen muss sich diese Fähigkeit durch viel Training aneignen. Für Herrn Schredl war das ebenfalls nicht sehr leicht. Er hat 3 Monate lang Realitätschecks durchgeführt. Das bedeutet, er hat sich 5 bis 10 Mal am Tag die Frage gestellt: „Träume ich oder bin ich wach“? Anschließend hat er um sich herumgeschaut, um festzustellen, dass alles der Gesetzmäßigkeit der Wachrealität entspricht. Wenn man diese Übung lange und konstant durchführt, fängt man auch im Traum an, sich diese Frage zu stellen. Irgendwann fällt einem im Traum dann auf, dass man sich nicht in der Wachrealität befindet. Dass etwas nicht stimmt, erkannte Herr Schredl zum Beispiel daran, dass er durch bloßes Konzentrieren weiterspringen konnte, als es im Wachleben möglich gewesen wäre.

Oftmals werden Klarträume auch im Sport genutzt. So hat Herr Schredl eine Studie zum Dartwerfen durchgeführt. Sie haben herausgefunden, dass man Bewegungsabläufe im Traum perfektionieren kann, aber kein neues Wissen erlangen kann. Diese Methode wird im Spot auch im Wachen angewendet, es heißt dann mentales Training. Doch im Schlaf zu üben, ist natürlich noch spannender.

Interessiert hat mich zum Thema Träumen auch, wie lange so ein Traum dauert und inwiefern es Unterschiede hinsichtlich des Geschlechtes und des Alters gibt.

Zu der ersten Frage hat er eine interessante Antwort. Im Gegensatz zu vielen Filmen, wo die Traumwelt schneller ist, läuft ein Traum in der Realität in Echtzeit ab. Aber im Traum gibt es viele Schnitte. So erlebt man beispielsweise den Weg zur Schule: Man träumt nicht jeden einzelnen Schritt, sondern die Passage, wie man aus dem Haus geht, dann wieder ein Stück, wie man Straßenbahn fährt, und dann zum Beispiel, wie man seine Freude auf dem Hof begegnet, das aber jeweils in Echtzeit. Insgesamt erhält man dann den Eindruck, dass viel passiert. Es gibt niemanden, der träumt, zwei Stunden im Wartezimmer einer Arztpraxis zu sitzen.

Betrachtet man das Geschlecht und das Alter, dann spielen jeweils die Interessen eine große Rolle. So träumen Kinder öfter von Tieren als Erwachsene, weil sie einen stärkeren Bezug zu diesen haben. Männer träumen im Vergleich zu Frauen mehr von Sexualität, da sie sich tagsüber mehr Gedanken dazu machen.

Ich hoffe durch diesen kleinen Einblick habe ich etwas Interesse in den einen oder anderen Geweckt vielleicht sich mehr mit diesem viel Schichtigen Thema zu befassen oder sogar lucid dreaming aus zu probieren. Ich habe auf jeden Fall Lust bekommen, meine Träume ein wenig selbst zu gestalten.

Sorgentelefon des SIBUZ Pankow für Schüler*innen

Liebe Pankower Schülerinnen und Schüler,

wie geht es Euch?

Diese Frage stellen wir Mitarbeiter*innen des SIBUZ Pankow (Schulpsychologie und Inklusionspädagogik) uns in den letzten Wochen immer häufiger.

Wenn ihr Euch gerade öfter

  • traurig,
  • einsam,
  • überfordert,
  • hilflos,
  • wütend,
  • hoffnungslos

fühlt ….

Wenn ihr Probleme mit dem/ den

  • Aufstehen,
  • Schlafen,
  • Essen,
  • Aufgaben,
  • Eltern,
  • Freunden

habt …

… dann könnt ihr Euch bei uns Unterstützung holen.

Wir arbeiten als Pädagog*innen und Psycholog*innen in Pankow für eure Schulen und möchten für euch da sein.

Telefonisch über unser Pankower „Sorgentelefon“: 030 902491076

Montag, Mittwoch und Freitag:    9:00-15:00

Dienstag und Donnerstag:    13:00-18:00

Oder per Email unter 03SIBUZ@senbjf.berlin.de

Wir würden uns freuen, wenn ihr Euch bei Sorgen, Ängsten, Nöten an uns wendet. Wir nehmen Euch ernst und behandeln Eure Anliegen vertraulich und auf Wunsch anonym.

Es gibt in Berlin für Jugendliche auch noch viele andere Stellen, an denen ihr Hilfe bekommen könnt:

  • NeUhland – Krisenhilfe und Suizidprävention für Jugendliche:

https://www.neuhland.net/startseite.html

Telefon: 030 8730 111

  • Berliner Krisendienst: rund um die Uhr.

https://www.berliner-krisendienst.de/

Standort Pankow: 030 3906340

  • Jugendnotmail – kostenlose und anonymen Online-Beratung für Jugendliche mit psychischen und seelischen Problemen:

https://www.jugendnotmail.de/

  • Kinder-und Jugendtelefon – Rat und Hilfe, anonym und kostenlos

Telefon: 0800 1110333

  • Jugendnotdienst:

www.jugendnotdienst-berlin.de

Telefon: 030 610062

Telefon: 030 44350 9821

Internet: www.mutes.de<http://www.mutes.de/home.html

 

Herzliche Grüße,

Eurer Pankower SIBUZ-Team

Nichts zu verlieren, aber Vieles zu gewinnen

Hey, habt ihr schon vom diesjährigen Literaturwettbewerb gehört? Wenn nicht, dann versuchen wir hier mal diese Wissenslücke zu schließen.

Der Literaturwettbewerb wurde von drei Schüler:innen konzipiert, mit der Intention ein wenig Abwechslung in den alltäglichen Lockdown zu bringen. Die Idee ist, dass jede:r Schüler:in die:er mitmachen möchte, einen Text zu dem Thema „Wenn ich mit mir alleine bin“ verfassen kann.

Ob das Thema mit einem Gedicht, einer Geschichte oder Haiku umgesetzt wird, ist dabei jedem selber überlassen. Es gibt keine vorgeschriebene Textart. Jede:r soll die Möglichkeit bekommen, der eigenen Kreativität freie Bahn zu lassen. Und wer sich wagt, der gewinnt! Es gibt nämlich nichts zu verlieren, aber vieles zu gewinnen! Am 22. März 2021 findet eine inspirierende Literaturrunde statt.
Eine Jury aus Schüler:innen wird 3 der gelungendsten Texte auswählen. Doch für ALLE Teilnehmenden locken spannende Buchpreise!!
Um die Bewertung der Juroren einfacher zu machen, gibt es drei Vorraussetzungen, welche bitte einzuhalten sind:
1. Bitte benutzt die Schriftgröße 12.
2. Bitte benutzt als Schriftarten entweder „Arial“ oder „Times New Roman“.
3. Die Länge des Textes sollte drei Seiten (einseitig beschrieben) nicht überschreiten.
Wenn ihr nur handschriftlich arbeitet oder keinen PC/Drucker nutzen könnt, sagt euren Sozis bescheid, sie finden eine Lösung mit euch!
Wenn ihr Teilnehmen wollt, habt ihr bis zum 08. März 2021 Zeit euren fertigen Text am besten als PDF an Claudia Fauter oder Fine Spitz zu schicken. Am Besten via Teams oder Email.
Auch bei Fragen stehen Sie gerne als Ansprechpersonen zur Verfügung.

Wieso ist Dart so faszinierend?

black white and red round arrowImmer um die Weihnachts- und Silvesterzeit findet die Dart-WM statt. Dieses Event zu schauen, ist seit zwei, drei Jahren eine feste Tradition für mich und nicht mehr wegzudenken. Wenn die Dartpfeile drei Mal in die Triple 20 treffen und im Elli Pelli die Zahl 180 durch die Reihen der Fans schalt, reist mich der Sport in seinen Bann, obwohl die Spieler nur 2.37 Meter von einer Scheibe, auf der Zahlen abgebildet sind, wegstehen.

Deswegen möchte ich in diesem Beitrag die Frage beantworten: Was macht die Faszination zum Dart, egal ob in der Kneipe oder auf der Bühne, aus?

Die Spannung

Dart lebt von der Spannung, egal ob jemand 300 Punkte im Rückstand liegt. Das Spiel ist damit lange noch nicht vorbei und man kann mit drei guten Darts das Spiel drehen.

Für alle, die gerade kein Wort verstanden haben, eine kurze Erklärung wie Dart funktioniert. Es gibt verschiedene Spielsysteme beim Dart, aber die Art, die ich euch jetzt erkläre, ist jene, mit dem auch die WM gespielt wird.

Das Grundprinzip ist ganz einfach, zwei Spieler versuchen durch das Werfen von Pfeilen von 501 auf 0 Punkte zu gelangen.

Die zwei Spieler werfen abwechselnd je drei Pfeile auf eine Scheibe mit Nummern von 1-20. Zudem gibt es Doppel- und Trippelfelder, welche doppelt und dreifach gewertet werden. Die Zahlen der Felder, in denen die Pfeile landen, werden addiert und von den gerade schon genannten 501 abgezogen. Wer zuerst exakt auf 0 kommt, gewinnt. Eine Besonderheit ist, dass man den letzten Pfeil, damit man 0 Punkte erreicht, in ein Doppel-Feld treffen muss.

Also eigentlich relativ einfach. Und das ist laut Michael Sander, dem Ansprechpartner beim DDV (der Deutscher Dart Verein) auch ein Grund, warum viele Fans diesen Sport mögen.

Zu den Fans kommen wir auch gleich, aber erstmal weiter zu Punkt eins “Bis zur letzten Minute bleibt es spannend“, weil in Legs und Sets gewertet wird. Ein Leg erhält man wie gerade schon beschrieben, wenn man als Erster von 501 Punkten auf 0 kommt. Nach drei gewonnen Legs erhält man ein Set. Und nach drei Sets hat man das Spiel gewonnen. In dieser Zeit entstehen laut Robert Marijanovic enge und spannende Situationen. Somit kann also ein Spieler am Ende gewinnen, auch wenn er zuvor schon zwei Legs zurücklag.

Fans

Ein wichtiger Faktor sind die gerade schon angesprochenen Fans. Sie sind einfach nur verrückt. Sie kommen bemalt und verkleidet und es ist alles eine einzige große Party. Die meisten Fans sind vor allem zum Feiern dort, oftmals habe ich den Eindruck, dass sie gar nicht das Match richtig verfolgen, sondern nur singen, tanzen und schreien. Auch vor dem Fernseher zittern die Fans mit. 1,55 Millionen Fans sahen durchschnittlich das diesjährige WM-Finale. Der Höchstwert lag sogar bei 2,09 Millionen und damit hatte Sport1 einen Marktanteil von 4,9%.

Spieler

Als letzten Grund möchte ich die Spieler in den Vordergrund stellen, die man laut Basti Schwele, ein Dart-Kommentator von Sport 1, als die netten Nachbarn von nebenan beschreiben kann. Äußerlich entsprechen sie nicht immer dem sportlichen Idealbild: muskulös und athletisch. Und auch protzen sie nicht so wie beispielsweise Fußballer mit ihren Autos oder ihrer Kleidung. Meistens haben sie ein kleines Bäuchlein und wirken auf den ersten Blick nicht als die Sportlichsten. Diese “Normalität” wirkt sehr sympathisch und man denkt auch gleichzeitig, dass es nicht so schwer sein kann, ein paar Pfeile auf eine Scheibe zu werfen. Aber jeder, der das mal probiert hat, weiß, wie schwer es ist, platziert und konstant zu werfen. So macht es unfassbar viel Spaß mit den Spieler mitzufieber und zu zittern.

Text: Pavel

Bild: https://unsplash.com/@silvanarnet

Digitalisierung der Schule: Geht es jetzt endlich los?

woman biting pencil while sitting on chair in front of computer during daytime

Es ist doch irgendwie traurig, dass wir 2021 in der Schule immer noch mit einem Overheadprojektor arbeiten und wir es nicht hinkriegen, heutzutage ein You-Tube Video mit einer hohen Qualität und „flüssig“ zu schauen.

Dieses Problem ist der Politik nicht erst seit dem ersten Lockdown und dem daraus resultierendem Homeschooling bekannt.

Die Politik hat schon vor einiger Zeit den Digital-Pakt beschlossen, damit aus einer Federtasche ein Apple Pencil wird und aus einem Stapel Bücher ein Tablet.

Aber was ist der Digital-Pakt, wie wird das Geld verteilt, wie ist der Ist-Zustand an unserer Schule und wie stehen die Schüler*innen und Lehrer*inne der Digitalisierung gegenüber?

Der Digital-Pakt wurde im Mai 2019 von Bund und Bundesländern beschlossen. Um den Pakt durchzubringen, wurde der Artikel 104c des Grundgesetzes geändert, das bedeutet, dass ab sofort der Bund die Länder für die Bildung finanziell unterstützen kann, aber auch Mitspracherecht über die Verteilung der Gelder besitzt.

Der Umfang der Vereinbarung enthielt 5,5 Mrd. Euro, welche in den nächsten 5 Jahren an alle Bundesländer verteilt werden sollte. Diese Summe wurde wegen der Pandemie aber um weitere 1,5 Mrd. Euro aufgestockt. So stehen jetzt 6,5 Mrd. Euro den Schulen für einen digitalisierten Unterricht zu Verfügung.

Im konkreten Fall sieht das wie folgt aus: Berlin erhält 257 Millionen Euro, damit nimmt Berlin den fünften Platz der Rangliste ein. Auf Platz eins ist Nordrhein-Westfalen mit ca. 1.154 Mio. Euro, damit erhält NRW 21 Prozent des ganzen Digital-Paktes. Es folgt auf Platz zwei Bayern mit 856 Mio. Euro und Baden-Württemberg mit 717 Mio.

Die Verteilung beruht auf den Königsteiner Schlüssel, dafür wird zu zwei Drittel das Steueraufkommen und zu einem Drittel die Anzahl der Einwohner einbezogen.

Laut des Bundesbildungsministeriums erhält jede Schule durchschnittlich 137.000 Euro. Bezogen auf jeden Schüler sind das ca. 500 Euro.

Aber wie erhalten die Schulen jetzt das Geld, um damit zum Beispiel digitale Geräte zu kaufen?

Zu Beginn erhalten die Länder ihren, durch den Königsteiner Schlüssel zugeteilten Anteil. Anschließend geben die Länder das Geld an die Schulträger weiter. Die Größe des Betrages entscheidet sich je nach Anzahl der Schüler*innen und Schulen. Die Schulträger erhalten von den einzelnen Schulen ihre Medienkonzepte, dort steht genau drin, was sie in der Zukunft im Bereich Digitalisierung planen und dafür benötigen. Ein Beispiel: In dem Medienkonzept der Max-Mustermann-Oberschule steht, dass sie 5 Smartboards und 4 Tablets benötigen. Dieser Antrag geht dann zu den Schulträgern. Diese entscheiden, welche sie ausstatten möchten und welche nicht. Diese Information reichen sie zu den Ländern. Dort wird nun auf Landesebene entschieden, wer den Zuschuss erhält. Es kann auch dazu kommen, dass die Schule in unserem Beispiel jetzt nur noch 2 Smartboards und 2 Tablets erhält.

Nach dem Einreichen des Konzeptes kann sehr viel Zeit vergehen, da die Konzepte mehrere dieser Runden durchlaufen müssen.

Jetzt wissen wir, wie es theoretisch abläuft und wie viel Geld vorhanden ist. Aber kommen wir doch vom Großen/Ganzen zum Kleinen/Konkreten – in dem Falle: zu unserer Schule.

Wie ist der Ist-Zustand an der Kurt-Schwitters-Schule:

Zurzeit stehen uns 32 Tablets, 16 Smartboards, 66 PCs und eine Internetleitung mit 100 Mbit zur Verfügung.  Vor allem sind die 100 Mbits für 100 Endgeräte ein großes Problem, was ein digitales Lernen sehr schwierig macht. Deshalb wurden 15.000 Euro für ein besseres Wlan aller drei Häuser investiert – die Umsetzung steht auch kurz bevor. Zudem ist die Verbesserung der PCs geplant. Die beantragten 7 Whiteboards mit Beamern im Wert von 27.000 Euro wurden leider nicht genehmigt, weil man verpflichtet ist, interaktive Boards zu kaufen. Davon nahm unsere Schule jedoch erst einmal Abstand, weil sie teurer, störanfällig und unflexibel seien.

Das ist der derzeitige Zustand. Umso spannender ist nun zu schauen, wie das zukünftige Lernen und das Klassenzimmer aussehen soll.

Die Informationen dazu kann man im Medienplan der Schule nachlesen:

So ist es das langfristige Ziel, dass 2029 alle Lehrer*innen und Schüler*innen mit einem Tablet arbeiten können, damit das Schreiben von Notizen etc. auf Papier ersetzt wird, aber vor allem eben die Vorteile digitalen Lernens genutzt werden können. Das bedeutet aber nicht, dass Schulbücher nun aussortiert werden. Im Gegenteil: Bücher sollen ein elementarer Bestandteil bleiben. Letztendlich sollen alle Klassenzimmer so ausgestattet werden, dass der  Unterricht sehr flexibel gestaltet werden kann: analog und digital, hybrides Lernen genannt. Das schon vorhin angesprochenes Wlan soll 2029 kein Problem mehr darstellen. Geplant ist eine 3,5 Gbit-Anbindung über Glasfasernetz in den Gebäuden getrennt voneinander zu installieren.

white and black tablet computer

Um zu dieser Vision zu gelangen, bedarf es einiger Zwischenschritte: So wurden 2019 schon erste Musterräume ausgestattet, sowie Erfahrungen mit 32 Schüler*innen-Tablets gesammelt. Die gerade schon angesprochenen Musterräume sehen wie folgt aus: Es sollen erstmal zwei iPads pro Klassenzimmer zur Verfügung stehen, damit nahezu ein gesamtes Kollegium ausgestattet werden kann. Durch die Kombination aus iPad, Beamer und Whiteboard können die Schüler*innen flexibel lernen und die Vorteile des analogen sowie des digitalen Unterrichtes verknüpfen.

Da Apple-TV genutzt wird, könnten Arbeitsblätter, Websiten, Präsentationen, Videos und das Tafelbild in Echtzeit übertragen werden. Mithilfe des Apple Pencil können Schüler*innen mehr in den Unterricht eingebunden werden und das Tafelbild selbst mitgestalten.

Das soll den Grundstein für Unterricht mit Schülertablets legen.

Alles was sich auf dem Papier schön lesen lässt, sieht in der Realität manchmal doch anders aus. Deswegen habe ich eine Umfrage bei Schüler*innen und Lehrer*innen durchgeführt, um herauszufinden, wo die Probleme und Herausforderungen, aber auch die schon vorhandenen positiven Entwicklungen liegen.

Es nahmen 33 Lehrer*innen und 35 Schüler*innen an der Umfrage teil.

Positiv fällt die Akzeptanz auf, mit welcher Lehrer*inne und Schüler*innen grundsätzlich der Digitalisierung gegenüberstehen. So stimmten 81 Prozent der Lehrer*innen bei meiner Frage „Wie bewerten Sie die zunehmende Digitalisierung der Schule?“ mit eher positiv und sehr positiv ab. Dies begründeten viele mit der hohen Flexibilität der Medien, da man einfacher Unterrichtsideen umsetzen kann, z. B. kann man Videos oder Bilder einspielen.

Heute arbeiten bereits 83 Prozent der Lehrer*innen sehr gerne mit den neuen digitalen Werkzeugen und auch sehr regelmäßig. In der Umfrage gaben 18 von 33 Personen an, diese mind. 7 mal oder häufiger in der Woche einzusetzen, wobei 72 % sogar mehr als 10 mal ankreuzten.

Dass die Lehrer*innen den sicheren Umgang mit den digitalen Werkzeugen verbessern müssen, wissen sie natürlich selbst, aber das bescheinigen ihnen auch über 50 % der Schüler*innen mit der Note 3 zu der Frage: „Wie kann dein/deine Lehrer*in deiner Meinung nach mit den digitalen Geräten umgehen?“

Da stellt sich auch die Frage, wie sie bisher auf diese digitale Herausforderung vorbereitet wurden?

Laut der Umfrage haben sich viele Lehrkräfte vieles durch Selbststudium angeeignet, z. B. über You-Tube Videos. Es gab aber auch von der Schule ausgehende Weiterbildungen z. B. zur Einführung der I-Pads und Smartboards. In der Zukunft sollen die Lehrer*innen durch Fortgeschrittenenfortbildungen Apple TV, Microsoft-Office 365 und Web-Untis besser kennen lernen. Zudem sollen sie fit werden im Umgang mit geistigem Eigentum und Bildrechten.

Ein weiterer und wichtiger Punkt, worauf man nach der Meinung der Lehrer*innen achten sollte, ist, dass es weiterhin eine Mischung aus analogem und digitalem Unterricht geben sollte.

Eine Verbesserung oder eher eine Forderung, die sowohl Lehrer*innen als auch Schüler*innen aufgreifen, ist eine bessere und stabilere digitale Infrastruktur. Also ein funktionierendes Wlan, Whiteboards und schnellere Server für die PC-Räume.

Die Bereitschaft der Schüler*innen für die Digitalisierung erkennt man gut daran, dass sie sich komplexere Aufgaben wünschen, zum Beispiel die Entwicklung von Filmen, Blogs oder Websiten.

Auch fordern sie mehr Aufklärung zum Thema Datenschutz, vor allem im kritischen Umgang mit Medien. So formuliert ein/e Schüler*in: „jetzt nicht im Sinne von ´lasst die Finger davon, euch werden eure Daten geklaut´, sondern halt: Was sind Daten? Warum und wie werden sie gesammelt?“.

Zum Abschluss ein persönlicher Kommentar: Digitalisierung ist gut und vor allem wichtig, da in der Zukunft die Arbeitswelt immer weiter in diese Richtung ausgelegt wird. Das gilt nicht nur für studierende Berufe, sondern auch für viele Handwerksberufe.

Es muss aber darauf geachtet werden, dass die Schülerschaft nicht langfristig gespalten wird. Denn das digitale Lernen passiert auch zu Hause. Und so wird es Kinder geben, deren Eltern alle Möglichkeiten bieten können, um den digitalen Weg der Schule mitzugehen, und Schüler*innen, deren Eltern sich das nicht leisten können. Ich hoffe, dass das Ungleichgewicht besser im Blick behalten wird als zu Zeiten von Corona.

Text: Pavel

Bild: JESHOOTS.COM / @kellysikkema

 

 

Es gibt ein neues Gesetz in Berlin gegen strukturelle Diskriminierung

Am 04.06.2020 beschloss das Berliner Abgeordnetenhaus das Landesantidiskriminierungsgesetz (LADG) des Landes Berlin. Das Gesetz ist bundesweit einmalig und hat deshalb auch heftige Diskussionen ausgelöst. Es besagt, dass öffentliche Behörden zur Rechenschaft gezogen werden können, wenn durch sie, oder ihre Mitarbeiter*innen nachweislich eine Person diskriminiert wurde.

Eine Diskriminierung muss nachwievor von der diskriminierten Person bewiesen werden, aber durch das neue Gesetz muss jetzt beispielsweise auch die Polizei beweisen, dass es keine Diskriminierung gegeben hat. Es gibt Stimmen, vor Allem von Polizeigewerkschaften, die sich durch das Gesetz in ihrer Arbeit eingeschränkt sehen. Doch ich denke, dass das Gesetz ein Schritt zu einer toleranteren und vielfältigeren Gesellschaft ist.

Durch das LADG kann die Bevölkerung rechtlich gegen Diskriminierung vorgehen und im besten Fall auch einen Schadensersatz vom Land Berlin erhalten. Auf der anderen Seite sehen sich Polizistinnen und Polizisten sowie Polizeigewerkschaften, wie oben genannt, in ihrer Arbeit eingeschränkt. Das ist aber nicht der Fall, da der ursprüngliche Gesetzentwurf stark verändert wurde und im geltenden Entwurf keine Einschränkungen der Behörden vorzufinden sind.

Ein weiterer Vorteil ist, dass durch die rechtlichen Schritte nach einer Diskriminierung die Anzahl an Diskriminierungen durch öffentliche Behörden stark zurückgehen wird, da viele Behörden durch die Schadensersatzklagen abgeschreckt werden und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Vorsicht hinweisen werden. Durch die hitzige Diskussion und viel Kritik an der Regelung, haben die Innenminister von CDU und CSU alle anderen Innenminister der Bundesländer aufgefordert, keine Polizistinnen und Polizisten mehr zu Großeinsätzen nach Berlin zu entsenden.

Die Sorge ist, dass die einzelnen Polizistinnen und Polizisten Schadensersatz an die Diskriminierten zahlen müssten. Jedoch ist diese Sorge völlig unberechtigt, da die Einsatzkräfte im Auftrag der Berliner Polizei handeln würden und so nur Ermittlungen gegen diese eingeleitet würden. Alle Schadensersatzzahlungen würden also vom Land Berlin übernommen werden.

Ein weiterer entscheidender Vorteil ist, die Regelung zur Verbandsklage. Diese ermöglicht es Verbänden, mit Sitz in Berlin und Geltungsbereich innerhalb des Landes, per Klage geltend zu machen, dass Verwaltungshandeln gegen das Antidiskriminierungsgesetz verstößt. Etwas einfacher ausgedrückt bedeutet das, dass Verbände öffentliche Ämter verklagen dürfen, wenn ein Verstoß vorliegt. Das stellt insofern einen Vorteil dar, als dass betroffene Menschen sich an Verbände wenden können und so gemeinsam klagen und das Gerichtsverfahren auch finanziell tragen können.

Wir sollten aufhören das neue Gesetz zu kritisieren und stattdessen die Vorteile davon sehen. Menschen die Diskriminierung erfahren, können jetzt besser gehört werden und gemeinschaftlich dagegen vorgehen. Außerdem ist es leichter Behörden zur Rechenschaft zu ziehen. Das Landesantidiskriminierungsgesetz des Landes Berlin ist ein wichtiger Schritt in Richtung Toleranz, Chancengleichheit und Gerechtigkeit.

Text: Jurek (11a)

Ich möchte Schulsprecherin werden

Hey, ich bin LILO aus dem 8. Jahrgang und möchte Schulsprecherin werden. Ich bin noch nicht so lange an der Schule, habe jedoch letztes Jahr schon in der GSV und verschiedenen GSV-AGs mitgearbeitet.

Da ich in der 8. Klasse bin, kann ich die Meinungen und Interessen der Mittelstufe gut vertreten. Ich möchte gern die GSV im Team mit den älteren Mitschülerinnen leiten und dabei von Ihnen lernen.

Mir ist mehr Mitbestimmung von uns Schüler*innen wichtig. Deshalb will ich die Arbeit der GSV sichtbarer machen, z.B. durch den Newsletter, übersichtlichere Aushänge oder einen Vormittag der offenen GSV-AGs.

Willst Du Schulsprecher*in sein?

 

Du bist durchsetzungsfähig und arbeitest gerne im Team? Du hast keine Angst vor Konflikten, schon gar nicht vor solchen mit Erwachsenen? Du hast politisches Talent und möchtest die Welt verändern?

Dann bewirb dich als Schulsprecher*in.

Wie das geht? Gib bis zum 19.08.2020 eine aussagekräftige Bewerbung um das Amt des Schulsprechers/ Schulsprecherin in einem Sozialarbeiterbüro ab und sende sie möglichst auch per E-Mail an fauter@kurt-schwitters.schule oder spitz@kurt-schwitters.schule

Checkliste für die Bewerbung:

  • Name
  • Klasse
  • Foto von Dir
  • Kurzer Text, in dem Du erklärst, warum Du Schulsprecher*in werden willst

Deine Bewerbung wird dann hier auf qurt.news veröffentlicht – und wir hängen sie im Schulhaus aus. Wir freuen uns!

Für den Notfall

Liebe Schüler*innen! Für den Fall, dass es Euch (in den Ferien) so richtig dreckig geht und ihr Euch komplett isoliert und mit Euren Problemen alleinegelassen gefühlt, hier ein paar Nummern für den Notfall:

Umwelt-AG gewinnt Engagement Preis 2020

 

Neben all den weniger schönen Nachrichten der letzten Zeit, hier ein Lichtblick, der Lust auf die Zukunft macht: Die Umwelt AG der KSS hat den Engagement Preis 2020 bei der Ausschreibung “AG aktive SchülerInnen” der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung in Berlin e.V. (DVPB e.V.) abgeräumt.

Ihr großartiger Einsatz für eine energieeffiziente Schule und vor allem ihr erfolgreicher Kampf, um eine Änderung des Schulmenüs zu veganem Essen an einem Tag in der Woche und regelmäßigen vegetarischen Varianten, hat das Komitee des DVPB e.V. ganz besonders beeindruckt. Aber lest selbst:

“Besonders hat uns beeindruckt, dass ihr als AG eine umfangreiche Verantwortung für die nachhaltige Gestaltung eurer Schule übernehmt. Dass ein veganes Menü angeboten wird, ist ein toller Erfolg und für eine Schulkantine sicherlich nicht selbstverständlich. Eine solch positive Entwicklung zeugt von großer Durchsetzungskraft. Sicherlich habt ihr auch so einige Debatten in eurer Schule ausgelöst. Genau durch solche Aktionen kann eine aktive Diskussionskultur und das Hinterfragen eigener Gewohnheiten angestoßen werden.”

Liebe Umwelt AG, Eure Sozis sind stolz auf Euch und beglückwünschen Euch zu diesem Erfolg. Weiter so!

“Unsere ganze Gesellschaft ist so sexistisch”

Jetzt kommt der zweite Teil von meinem Interview mit Lina Burghausen.

Im ersten Beitrag zu 365 Female MCs haben Sie geschrieben: „Frauen im Rap, Frauen am Mic. Ein Thema, das auch 2018 viel diskutiert wird.“. Würden Sie das Gleiche auch 2020 schreiben?

Ja, auf jeden Fall. Es wird immer noch viel diskutiert und viel darüber geredet, aber es hat sich auch etwas getan. Es hat sich jedoch noch nicht so viel getan, so dass ich sagen würde, ich müsste so eine Aktion heute nicht mehr starten, das ist definitiv nicht der Fall. Aber was sich verändert hat, ist ein stückweit, dass Frauen auf jeden Fall im Hip-Hop mehr wahrgenommen werden.

Das liegt sicher zum Teil an meiner Aktion, das liegt aber auch daran, dass es inzwischen auch mehr erfolgreiche Rapperinnen gibt. In den letzten 2 Jahren sind Loredana und Juju auf 1 gegangen und es gibt echt viele Female-Rap-Alben, sowohl in Deutschland, in den USA, einfach in der ganzen Welt. Da hat sich auf jeden Fall echt noch mal was getan, was die Legitimation von Frauen am Mic anbelangt, dass sie erfolgreicher und sichtbarer geworden sind […].

Zum Beispiel haben größere Festivals gemerkt, dass man dort was machen muss, dass man auch irgendwie eine Verantwortung hat und nicht nur dieselben 20 Kerle buchen kann. Von daher würde ich sagen, es gibt eine Veränderung, aber wahrscheinlich müsste ich es heute nochmal genauso schreiben, weil wir definitiv noch einen langen Weg vor uns haben.

 

Kann man den ganzen Deutschrap so pauschalisieren und sagen, er sei sexistisch, oder sollte man das differenzieren?

Man kann Rap und Hip-Hop nie pauschalisieren „never“. Hip-Hop und Rap sind so divers und auch Deutschrap ist so divers, dass ich nie sagen würde, Rap ist per se sexistisch. Es gibt aber natürlich weite Teile im deutschen Hip-Hop und im deutschen Rap, die sexistisch sind. Entweder durch Inhalte oder Verhaltensweisen anderen männlichen oder vor allem weiblichen Menschen gegenüber, wo es auf jeden Fall ein Thema ist, das würde ich unterschreiben.

Aber was mir auch immer wichtig ist zu sagen: das ist ein Problem im Hip-Hop, aber kein explizites Problem im Hip-Hop. Unsere ganze Gesellschaft ist so sexistisch.

Ich finde es immer schade, wenn mit dem Finger auf den Deutsch-Rap gezeigt wird: ihr seid alle voll sexistisch, und dann laufen die Leute bei einem Werbeplakat vorbei, wo eine halbnackte Frau zu sehen ist und das ist dann kein Problem. Ich finde, wir müssen Sexismus auch dort diskutieren und angehen. Oder da läuft auf Pro7 „Milf oder Missy“, wo auch Frauen objektifiziert werden, da sagt dann keiner was, aber im Rap ist es ein Problem. Das haut einfach nicht hin.

Deshalb finde ich es wichtig, dass sich Hip-Hop mehr reflektiert und auch innerhalb der Szene etwas gesagt wird, wenn es Sexismus gibt. Aber das einfach nur auf Hip-Hop zu beschränken […] ist auch Blödsinn.

 

Sie haben ja Ihr Label schon angesprochen. Wie ist die Idee zu einem Label nur für weibliche Künstlerinnen entstanden und wie haben Sie sie umgesetzt?

Das war so: ich habe die 365 Female MCs-Reihe im November 2018 gestartet. Ein Jahr später habe ich im September dafür den internationalen Musikjournalismuspreis erhalten, was ziemlich verrückt war. Das war in Hamburg beim Reeperbahn-Festival, da kam das Musiklabel PIAS auf mich zu […]. PIAS ist ein Independent Label, eins der größten der Welt, das kommt aus Belgien, ist aber auf der ganzen Welt aktiv […].

Die kamen auf mich zu und meinten: Hey Lina, wir verfolgen dein Projekt und wir wollten dich fragen, ob du nicht Bock hast etwas Gemeinsames aufzuziehen. Von denen kam die Idee für ein Label für explizit Female Hip-Hop. Ich habe dann erstmal darüber nachgedacht, wie das wirkt. Ich will halt nicht, dass es so wirkt wie die Paralympics für Frauen, wo man ein extra Label machen muss, weil sie sich in der normalen Musikindustrie nicht durchsetzen können. Das ist ja nicht Sinn und Zweck, sie sollen ja in der normalen Musikindustrie bestehen.

Was mich dann davon überzeugt hat, war, dass ich mit ganz vielen Rapperinnen Gespräche geführt habe und […] gehört habe, dass, wenn sie sich bei Labels oder bei Booking Agenturen vorgestellt haben, es dann immer hieß: ja, ist voll cool, was du da machst, aber wir haben schon eine Frau. Als könne man nur eine Frau haben und 15 männliche Rapper. Als gebe es nur die Quoten-Frau.

Was auch viele Rapperinnen erlebt haben, war, dass von ihnen erwartet wurde auf eine bestimmte Art und Weise Musik zu machen, besonders sexy und weiblich zu sein, halt eine bestimmte Nische zu bedienen. Und so konnten sie sich gar nicht entfalten wie ihre männlichen Kollegen.

Das Ding mit 365XX ist halt einfach, dass wir ein Label haben, wo das Geschlecht keine Rolle spielt, weil wir von Vornherein nur Frauen zeigen. Die dann halt machen können, was sie wollen und ihre künstlerische Freiheit haben und es wirklich einfach darum geht, dope Musik zu pushen, grandiosen Hip-Hop weiterzubringen und den Frauen eine Atmosphäre zu schaffen, wo sie sich save fühlen, ihre Musik machen können und wo wir einfach nichts anderes wollen als ihre reine künstlerische Vision. Das geht halt mit einem Label wie PIAS und damit bin ich richtig happy.

Wir haben das Ding im Februar angekündigt, haben jetzt das erste Signing, am Freitag kommt das erst release […]. Ich bin mega stolz auf die Künstlerin, auf das Signing und auch super gespannt, aber auch super übermüdet.

 

Was ist Ihre Aufgabe in diesem Label?

Als A&R bin ich die Person, die die Künstlerinnen auswählt, also ich höre ganz viele Demos […], wo dann unveröffentlichte Songs drauf sind. Diese höre ich mir an und entscheide dann, welche Künstlerin ich kennen lernen möchte und wen ich im Label unter Vertrag nehmen möchte. Das ist so der Hauptjob.

Dann nehme ich Kontakt zu den Künstlerinnen auf, treffe sie. Meist wird ganz lange verhandelt, bis man auf einen Nenner kommt und dann bin ich die kreative Ansprechpartnerin für die Musikerinnen, quasi die Person, wenn sie darüber sprechen wollen, wie sie sich künstlerisch weiterentwickeln wollen und wo die Reise hingehen soll. Ich versuche sie dabei zu supporten, so gut wie es geht.

Zudem bin ich mit meiner PR-Agentur „Mona-Lina“ für die Pressearbeit verantwortlich. Also wenn wir ein fertiges release […] haben, sorge ich dafür, dass HipHop-Medien wie rap.de, 16 Bars darauf aufmerksam werden. Das ist dann halt auch mein Job, den ich aber auch mit zwei fantastischen Team-Kolleginnen mache, die mich da unterstützen.

 

Was steht in der Zukunft noch so alles an?

Es geht natürlich weiter mit dem Blog, 365 Female MCs, da arbeiten inzwischen mehrere freie Autorinnen und Autoren und mehre Illustratorinnen mit. Da erscheint jetzt auch jeden Tag ein neues Portrait von einer neuen Rapperin, das kann man auch alles per Instagram und auf der Website verfolgen.

Mit dem Label geht es auch weiter, gerade arbeiten wir am zweiten Signing. Ich darf leider noch nicht verraten mit wem. Da wird es auf jeden Fall auch weiter gehen.

Ich hoffe halt, dass, wenn Corona es zulässt, ich wieder mehr auflegen darf. Es gibt ja auch 365 Female MCs-Partys, z. B. in Berlin im Klunkerkranich, wo dann den ganzen Abend nur Rap von Frauen läuft und weibliche DJs auflegen. Das Auflegen fehlt mir natürlich ganz schön. Ansonsten denke ich über coole Formate nach, die es vielleicht in naher bis mittelfristiger Zukunft geben wird. Da ist jetzt noch nicht so viel spruchreif.

 

 

„Ich habe Hip-Hop quasi studiert.“

Wie viele weibliche Rapperinnen kennt ihr? In meinem Fall sind das 4 oder 5. Diese Zahl möchte Lina Burghausen mit ihrem Projekt 365 Female MCs ändern. Die 30-jährige lebt in Leipzig und arbeitet als Musikjournalistin, Musikpromoterin und DJ und seit diesem Jahr auch als A&R (Artist&Repertoire) von einem Musik-Label namens 365XX. In diesem Interview stelle ich Fragen rund, um ihr Projekt 365 Female MCs, ihr Label und die Ungerechtigkeit gegenüber Frauen im Hip-Hop.

 

Wie kamen Sie auf die Idee, das Projekt 365 Female MCs ins Leben zu rufen, gab es da ein bedeutendes Erlebnis oder einen wichtigen Grund?

 Ich bin seit über 20 Jahren Hip-Hop-Fan, bin mit 9 Jahren Hip-Hop-Fan geworden und hörte seit diesem Zeitpunkt Rap. Seitdem war es normal, dass ich irgendwie eine von wenigen Frauen war, die das mochten. Ich hatte auch keine anderen weiblichen Freunde, die Hip-Hop gehört haben, als ich Teenager war. Das war für mich irgendwie normal und ich habe das nie so richtig hinterfragt.

Erst später, als ich in dem Bereich auch angefangen habe zu arbeiten und mit ganz vielen, auch jungen Frauen gesprochen habe, die auch Hip-Hop-Fan waren, selbst rappten oder als DJ auflegten und die es genauso erlebten. Es gibt offenbar ja ganz viele Frauen im Hip-Hop, entweder stehen sie im Publikum, auf der Bühne oder arbeiten hinter den Kulissen, wie ich. Aber irgendwie heißt es immer, es gäbe ja keine, und auch viele Frauen haben das Gefühl […]. Und woran liegt das?

Und das war das erste Mal, dass mir das bewusst geworden ist, vielleicht mit Anfang 20. Dann habe ich immer wieder Diskussionen geführt, auch […] über Facebook, Twitter und so. Wenn Leute meinten: es gibt ja keine guten Rapperinnen, sagte ich: doch es gibt sie, aber sie bekommen einfach nicht die gleiche Aufmerksamkeit wie ihre männlichen Kollegen und das ist unfair. Und dagegen muss man halt was machen. Das ist ein strukturelles Problem.

Ich hatte unter anderem auch so eine Debatte mit dem Rapper Fler auf dem Reeperbahn-Festival 2018. Das hat mir einen ziemlichen Shitstorm eingebracht, als ich ihm widersprochen habe und Partei für Frauen im Hip-Hop ergriffen habe. Das war […] ein Trigger für mich, warum ich gesagt habe: Du musst irgendwas machen, damit du den Leuten zeigst, dass Frauen im Rap keine Randerscheinung sind.

Deshalb startete ich dieses Projekt und überlegte, wer fällt mir ein und welche Rapperinnen gibt es denn so. Dann habe ich auch im Freundeskreis nachgefragt, ein wenig recherchiert. Die Idee von 365 Female MCs war: ein Jahr lang jeden Tag eine Rapperin vorzustellen, möglichst unterschiedliche Frauen, ganz verschiedene Geschichten. Jeder Mensch, der sich für Hip-Hop interessiert, sollte auf jeden Fall in jedem Monat eine neue Lieblingsrapperin finden. Inzwischen ist die Reihe schon im zweiten Jahr, wir haben jetzt im Juli unser 500. Portrait und haben eine Datenbank mit über 1600 Rapperinnen aus der ganzen Welt.

 

Worin sehen Sie die Ursachen, dass der Frauen-Rap unterrepräsentiert ist?

 Das ist eine sehr schwierige und komplexe Frage, die du da stellst. Und zwar ist es so, dass Hip-Hop aus dem Süden der Bronx in New York stammt. Es war halt zuerst eine Straßenkultur, da haben ganz viele Leute mitgewirkt, ganz viele Frauen waren dabei, aber wenn man heute darüber spricht, wer so die prägenden Menschen waren, fallen vielen nur Männernamen ein. Obwohl es nachweisbar Frauen gab, wie z. B. eine der ersten Rap-Aufnahmen von einer Frau namens Sweet Tee […]

Es gab wirklich ganz viele wegweisende Charaktere im Hip-Hop, aber irgendwie haben sie nicht diese Aufmerksamkeit bekommen. Ich glaube, es hat viel mit der Entwicklung vom Hip-Hop zu tun, aber es ist nicht nur ein reines Hip-Hop Problem. Wenn du in andere spezielle Musikrichtungen schaust, wie Electro, Techno, Punk uns so, ist alles auch super männerdominiert.

Ich glaube, das hat viel mit der Erwartung zu tun, die wir gegenüber Frauen haben, dass sie nur singen oder schmückendes Beiwerk im Hintergrund sind. Zum anderem auch, dass Hip-Hop sehr die Männlichkeit in den Vordergrund stellt, seit Gangster-Rap das prägende Genre ist, und da haben Frauen einen bestimmten Platz. Das hat mit Hip-Hop selbst aber gar nicht so viel zu tun. Was auch noch ganz wichtig ist, dass auch in der Musikindustrie vor allem Männer arbeiten, also in den Plattenlabels und als Veranstalter, die die Konzerte planen.

Es ist nachgewiesen, dass Jungs und Männer andere Jungs und Männer anrufen, wenn sie ein Konzert planen und nicht unbedingt eine Frau buchen oder unter Vertrag nehmen. Dadurch wurde Frauen-Rap als eigene Musikrichtung abgestempelt, was eigentlich gar nicht zutrifft. […] 

 

Sie haben ja schon gerade erwähnt, dass Sie über 1000 Künstlerinnen auf Ihrer Festplatte haben. Wie und mit welchen Kriterien suchen Sie die Künstlerinnen aus? Treten einige Künstlerinnen auch auf Sie zu?

Ja, das kommt auf jeden Fall vor. Es ist eine Mischung […] Ich kenne natürlich viele, weil ich viel im Internet unterwegs bin und dann werden mir auch Leute empfohlen, da das Projekt ja relativ bekannt ist. Aber wir werden auch immer öfter angeschrieben, zum Teil aus anderen Ländern […], ob wir nicht die und die featuren können. Das nimmt zu, aber das meiste ist tatsächlich immer noch Eigenrecherche oder dass uns Rapperinnen über den Weg laufen, z. B., wenn ich über Instagram scrolle. Unter dem Hashtag Female Rapper entdecke ich irgendwie immer eine andere krasse Rapperin, die ich noch nie auf dem Schirm hatte. Ich hatte immer mal wieder diesen Punkt gehabt, wo ich dachte: Boa, jetzt kennst du aber alle. Und dann hast du wieder eine andere Krasse entdeckt, wo ich mir dachte: wie kann das sein, dass ich sie nicht kenne. Deswegen werden es immer mehr und jetzt sind wir bei 1615 aktuell […].

 

Denken Sie, dass einige weibliche Künstlerinnen Ihr Projekt als Sprungbrett nutzen, weil es ja relativ viel Aufmerksamkeit generiert hat?

 Ich denke, das wird so sein. Ich bekomme auf jeden Fall sehr viel gutes Feedback von Rapperinnen, aber ich bekomme auch sehr tolles Feedback von z. B. Veranstaltern. Ich war z. B. letztes Jahr auf dem Hip-Hop Camp, das ist ein Hip-Hop Festival in Tschechien, was ziemlich cool ist. Da kam die Bookerin zu mir, die dort die Künstler*innen mit bucht und somit entscheidet, wer spielt. Sie meinte zu mir: Ja, die und die Künstlerin habe ich gebucht, weil ich sie in deinem Blog entdeckt habe, und das ist dann natürlich cool, einfach zu wissen, da spielt eine Künstlerin auf so einem großen Festival, weil sie eine Plattform bekommen hat und andere Leute sie dadurch auf den Schirm bekommen haben […].

Und das ist schon ein paar Mal so gewesen, dass eben Leute, die Entscheidungen treffen oder Veranstaltungen machen, eben eine coole Künstlerin entdeckt haben […]. Das freut mich natürlich besonders und […]  wenn das halt dazu führt, dass die Künstlerin in ihrer Musik weiterkommt, einfach dadurch, dass wir sie featuren.

 

Ich habe sehr viele Interviews von Ihnen gelesen, dabei waren nicht nur Zeitungen, die im Rap aktiv sind, sondern auch öffentlich-rechtliche. Haben Sie mit der medialen Aufmerksamkeit für Ihr Projekt gerechnet?

 In dem Maße gar nicht. Als ich das Projekt gestartet habe, da war ich vor allem wütend. Über Jahre habe ich immer und immer wieder dieselbe Diskussion geführt, wenn du halt als Frau im Hip-Hop unterwegs bist, wirst du so oft behandelt wie ein Einhorn: uh, das ist ja außergewöhnlich, dass du dich mit Hip-Hop auskennst. Darauf hast du verschiedene Reaktionen.

Einige Leute sprechen dir ab, dass du davon Ahnung haben kannst und dann hast du halt irgendwelche Typen, die zu dir kommen und dir sagen: ja, komm jetzt, ich erklär dir jetzt mal wie Hip-Hop funktioniert, und meine Reaktion ist dann: du brauchst mir nicht erklären, wie Hip-Hop funktioniert, weil ich beschäftige mich das ganze Leben mit Hip-Hop und ich habe Hip-Hop quasi studiert an der Uni, mehr oder weniger. Ich arbeite in dem Bereich du brauchst mir nichts erklären, I know.

Das ist die eine Reaktion, die andere ist, dass Leute voll fasziniert sind: Boa, das ist aber selten.  Und ich denke mir, nein das ist nicht selten. Es gibt ganz viele von mir. Ich war einfach so sauer, dass ich immer dieselbe Situation erleben musste, so dass 365 Female MCs eine ziemliche Trotzreaktion war.

Ich dachte schon, dass es Wellen schlagen wird. Ich habe auch einen relativ großen Bekanntenkreis von Leuten, die auch im Hip-Hop unterwegs sind. Und da dachte ich mir schon, dass es einige Leute teilen, aber ich habe das gepostet und es ging so durch die Decke. Ab dem zweiten Monat kamen die Interviewanfragen rein und das war richtig verrückt für mich. Ich habe echt nicht damit gerechnet, dass ich damit so eine Aufmerksamkeit bekomme.

Und vor allem von Medien, wie du schon sagst, die überhaupt nicht typische Hip-Hop-Medien sind. Wobei ich mich bei den Hip-Hop-Medien krass darüber freue, wenn sie es featuren, weil sie ja sonst oft eher über männliche Künstler berichten, und ich, mit dem was ich mache, denen ein bissen den Zeigefinger zeige: warum berichtet ihr denn nicht über die Rapperinnen, die ich gefunden habe. Es gibt sie ja, warum sind auf eurer Seite nur Männer, was ist euer Problem?  […]

 

Im zweiten Teil dieses Interviews sprechen wir über ihr Label, über die Auswirkungen ihres Projektes und über die Zukunft.

 

Text: Pavel 9.e

Bild: Vanessa Seifert

Wir sind für Euch da!

Guten Tag, hier schreiben die Sozis. Da sich in dieser Corona-Zeit so viel verändert, ist auch der Schulalltag nicht mehr derselbe, wie vorher. Von heute auf morgen wurden wir quasi alle nach Hause verfrachtet – und da kann man*frau*mensch sich genauso schnell alleine fühlen. Deshalb wollen wir Euch sagen: Wir sind (immer noch) für Euch da!  Und damit ihr uns Sozis auch von zuhause aus erreichen könnt – und Euch an uns erinnert – stellen wir uns hier nochmal mitsamt Foto vor. Meldet Euch gerne! 

Sozi: Fine

Ich bin Fine, 29 Jahre alt. Seit 2016 bin ich für euch an der Schwitters.  Auch in diesen schwierigen Zeiten kann ich für euch da sein. Ruft gern bei mir an oder schreibt mir per Whatsapp. Montag bis Freitag erreicht ihr mich unter: Da ich ein kleines Kind habe, rufe ich euch dann sobald wie möglich zurück: O1776236546

 

Sozi: D

Olá crianças! 😛 Algumas pessoas estão sofrendo com o isolamento, outras achando ótimo. Não há certo, nem errado. Mas às vezes precisamos de alguém para conversar, dar um alô e tentar fazer sentido da realidade atual. Então aqui estou para lembrar que eu estou disponível no meu novo número de trabalho 015734872907 (Whatsapp, inclusive!), e no Microsoft Teams (por ex. para vídeo-chats, que devem ser marcados antes). Fico feliz de poder entrar em contato com vocês!

Hallo-chen! Manche leiden unter der physischen Isolation, manch andere finden sie herrlich. Es gibt weder richtig noch falsch. Aber manchmal brauchen wir tatsächlich jemanden mit dem wir reden können, entweder, um ein kurzes Hallo zu sagen oder auch, um zu versuchen, der Situation einen Sinn zu geben. Deswegen will euch zu sagen, dass ich ab jetzt an meinem neuen Diensthandy 015734872907 zur Verfügung bin (auch per Whatsapp!), und auf Microsoft Teams (z.B. für Video-Chats, die bitte vorher vereinbart werden sollen). Ich freue mich auf euch!

Sozi: Claudia

Ich, Claudia, bin für die jungen Menschen im 9. Jahrgang da. Mein Motto zur Zeit: Nicht Milch und nicht Quark – Solidarität macht uns stark! Wo immer gerade der Schuh drückt – Ihr könnt mich unter 0177-7828 719 kontaktieren.

 

Sozi: Kurt

Hey Ihr Lieben, auch wenn wir uns gerade nicht live sehen können, in Gedanken bin ich immer bei Euch. Die Welt steht Kopf und wir sind mitten drin. Habt ihr Sorgen, Nöte, Fragen oder einfach Bock mal ein wenig zu plaudern? Dann meldet Euch gerne bei mir! Zu erreichen bin ich Werktags von 9-17Uhr via Phone oder Whatsapp über 0177/6236546 und wir machen nen Termin für ne Online Beratung. Bleibt tapfer, wild und solidarisch!

 

Rassismus in deutschen Stadien

Wir müssen reden. Über den „kack″ Rassismus. Und ja, auch in Zeiten von Corona, denn das Problem des Rassismus verschwindet nicht in diesen Zeiten; es bleibt weiterhin bestehen.

„Erst Torunarigha, dann Kwadwo, dann gibt’s Tote“, so reagiert der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger auf die rassistischen Vorfälle in den deutschen Stadien. Selbst sieht er den eindeutig rassistischen Anschlag in Hanau als „Endpunkt″.

Derzeit nimmt der Hass in deutschen Stadien wieder zu. Einige wenige Menschen gehen jede Woche ins Stadion, um Spieler rassistisch anzugreifen. Sie beschimpfen die Spieler mit Affen Geräuschen oder bewerfen sie mit Bananen.

Ich glaube man muss nicht erwähnen, dass Rassismus keinen Platz in der Gesellschaft genießen darf, aber diese angeblichen „Fans″ haben es nicht verstanden. Auch wenn viele sagen: „Man sollte diesen Menschen keine Aufmerksamkeit schenken”, darf man diese Beleidigungen nicht so stehen lassen und muss ein Zeichen setzen.

Das beginnt beim DFB und endet bei den Fans im Stadion. Aktuell ist die Stimmung zwischen dem DFB und den vielen Ultra-Gruppierungen angespannt, aber beim Thema Rassismus stehen beide auf einer Seite. Nur den Weg zu einem Stadion ohne Rassismus halten viele Ultras als nicht zielführend.

Der DFB hat nämlich einen Drei-Punkte-Plan eingeführt. Er sieht ein strenges Vorgehen gegen rassistische oder diskriminierende Äußerungen vor. Der erste Schritt wäre eine Spielunterbrechung mit einer Stadiondurchsage. Bei Stufe 2 gehen die Mannschaften in die Kabine und es folgt eine weitere Stadiondurchsage.

Wenn die rassistischen oder diskriminierenden Äußerungen nach den zwei Maßnahmen nicht eingestellt werden, folgt der Spielabbruch und die Mannschaft, deren Fans diese Äußerungen getätigt haben, verliert Zwei zu null. Nicht nur Regelungen können die rassistischen Äußerungen bekämpfen.

Es ist wichtig, direkt in der Situation einzugreifen und andere Menschen darauf aufmerksam zu machen. Das Stichwort ist hier Zivilcourage. Es ist leicht zu sagen, dass man einschreiten soll, wenn jemand rassistisch beschimpft wird. Das ist es aber nicht.

Deshalb muss das ganze Stadion zusammenhalten und sich ein Beispiel bei den Preußen Münster Fans nehmen, die nach dem Rassismusvorfall gegen Leroy Kwadwo eine starke Reaktion zeigten.

Diese Fans konterten die Affengeräusche gegen den 23-jährigen Verteidiger mit „Nazi raus″ Sprüchen und zeigten auf den Mann, damit der Ordnungsdienst ihn festnehmen konnte.

Der Fußball ist auch immer ein Abbild der gesamtgesellschaftlichen Lage, weil ein breiter Querschnitt der Gesellschaft ins Stadion geht. Wäre doch schön, wenn sich das Engagement, welches sich im Fußball dargestellt hat, auch auf der Straße wiederspiegeln lässt.

Text: Pavel (9e) | Foto: Martin Gasiorek, Unsplash

Kunst in der Coronakrise: Teil II

Anschließend zum ersten Text unserer Kunst-Aktion veröffentlichen wir nun Teil II der Illustrationen und Bildern, mit denen die Schüler:innen der Kurt Schwitters Schulle die Zeit Zuhause im Corona-Kotext verarbeiten. Vorhang auf!

Raquel Engel Bras, 8g

Tyra Anyangbe, 8g

Shoana Chaiya, 8g

Eliano Candidi Simao, 8g

Evandro Kammel, 8g

Iadorin Mertens Oliveira, 8g

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