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Zivilcourage in der U-Bahn

Viele Menschen haben sich in der U-Bahn schon einmal oder mehrmals bedroht gefühlt. Aber wie viele denn genau? Im Deutsch-Lehrbuch der 8. Klasse der Kurt-Schwitters-Schule (KSS) ist ein Kreisdiagramm angegeben, nach dem sich 24% der Befragten schon einmal bedroht gefühlt haben. Das ist fast ein Viertel – jede vierte Person also!

Alarmiert durch diese Zahl haben wir zu diesem Thema an unserer Schule eine Umfrage durchgeführt. Das Ergebnis unserer Umfrage war sogar noch dramatischer: 43% der 54 Befragten fühlten sich mindestens schon einmal bedroht. Das ist fast die Hälfte! Laut der gleichen Umfrage waren sogar 32% der Befragten schon einmal Zeuge einer Straftat und 15% wurden selbst schon einmal zum Opfer einer Straftat in der U-Bahn.

Die Ergebnisse der Umfrage sind hochaktuell, da die diese Umfrage im September 2019 an der Kurt-Schwitters-Schule durchgeführt wurde. Laut Kriminalstatistik der Berliner Polizei wurden im Jahr 2016 in der Berliner U-Bahn 16960 Straftaten registriert. Das sind 10,9% mehr als im Vorjahr. Um zu vermeiden, dass so viele Straftaten geschehen, muss man Zivilcourage zeigen.

Doch was ist Zivilcourage eigentlich genau?

Die Bedeutung, die der Duden vorschlägt lautet: ‚Mut im bürgerlichen Leben‘. Das bedeutet in Bezug auf Straftaten in der U-Bahn: Eingreifen! Hilfe holen! – Ohne sich selbst zu gefährden. Die ‚goldenen Regeln der Zivilcourage‘ sollen helfen, damit die Hilfeleistung nicht für dich selbst gefährlich wird.

Die erste Regel lautet: Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen. Man sollte also bei einer Straftat eingreifen, dazu verpflichtet sogar ein Gesetz. Allerdings nur im Rahmen der eigenen Möglichkeiten. Manchmal reicht schon ein beruhigendes Wort, um die Lage zu lockern und zu entschärfen. Ein psychologischer Rat der Polizei besagt: Niemals den Täter duzen!

Die zweite Regel lautet: Ich fordere andere Personen aktiv und direkt zur Mithilfe auf. Durch das Eingreifen zusammen mit einer größeren Personengruppe ist man zum einen selbst besser geschützt und zum anderen können mehrere Personen häufig größere Autorität ausstrahlen.

Die dritte Regel kann eigentlich jeder befolgen, auch wenn man große Angst hat oder aus anderen Gründen nicht eingreifen will oder kann. Sie lautet: Beobachte genau. Präge dir Tätermerkmale ein. Jedes Detail ist wichtig. Für die nächste goldene Regel braucht man nicht mehr als ein Handy. Sie lautet:

Organisiere Hilfe unter Notruf 110. Besonders wichtig dabei ist die Klärung der Fragen: Was ist passiert? Wer sind die beteiligten Personen? Wo ist es passiert? Wann ist es passiert? Die fünfte Regel lautet: Kümmere dich um das Opfer. Wenn jemand verletzt ist, ist erste Hilfe die beste Hilfe. Die letzte Regel ist auch sehr wichtig und einfach zu befolgen: Stelle dich als Zeuge zur Verfügung. Viele Täter kommen ohne Strafe davon, weil sich Zeugen nicht bei der Polizei melden.

Jetzt weißt du was zu tun ist, wenn du eine Straftat beobachtest. Also greife das nächste Mal ein, denn Zivilcourage in der U-Bahn ist wichtig. Wenn einfach ein paar mehr Leute Zivilcourage in der U-Bahn zeigen würden, würde es weniger Straftaten geben und sich viele Menschen wohler fühlen.

Text: Helen (8.2) / Foto: Fabrizio Verrecchia

Warum Menschen die AfD wählen

„Der Einfluss des Islam wird in Deutschland zu stark“, sagen 92 Prozent aller AfD-Wähler*innen. Woher kommt diese Meinung? Gibt es den AfD-Wähler überhaupt? Eine einfache Antwort gibt es auf diese Frage wahrscheinlich nicht.

Schauen wir zuerst auf einige Fakten:

Die AfD ist inzwischen in allen Landtagen vertreten und hat in sechs Landtagen über 15 %  der Zweitstimmen erhalten. Die AfD Wähler*innen haben einen durchschnittliches Bildungsniveau und verdienen überdurchschnittlich viel.

Die Zustimmung ist im Osten fast doppelt so hoch wie im Westen Deutschlands. Auffällig sind dabei die 26 % der männlichen Zweitstimmen für die AfD. Interessant ist auch, dass die Wähler*innen der AfD zu 56 % eine Arbeit haben und nur 22 % arbeitslos sind.

Doch was bewegt diese Menschen?

Experten stellen fest, dass man von zwei unterschiedlichen Ursachen ausgehen kann. Im Osten spricht man hauptsächlich von einer festgesetzten Enttäuschung, die durch die Entscheidungen und Abläufe der Wendezeit geprägt wurde, wie zum Beispiel die End-Industrialisierung des Ostens.

Es kann aber auch der Grund sein, welcher eher den alten Bundesländern zugesprochen wird: Die Angst vor der Zukunft.

Wir leben aktuell in einer Zeit mit vielen Umbrüchen und Veränderungen in der Politik, im Klima und in der Wirtschaft, die durch die Globalisierung, Automatisierung und den Wechsel der führenden Wirtschaftsnationen verstärkt wird.

Wie geht man mit den vielen Veränderungen um und was tut die Politik dafür?

Viele Fragen, worauf die etablierten Parteien vermeintlich keine oder keine überzeugenden Antworten haben.

Dann kommt eine Partei, die die Themen der Unsicherheit anspricht, verstärkt und sich als „alternativ“ darstellt. Und dabei unter anderem die Lösungen an einem ganz einfachen Gegner festmacht – den Flüchtlingen.

Erstaunlich ist, dass es in manchen der Bundesländer gar nicht so viele Flüchtlinge gibt. Trotzdem holt sie die AfD ihre Wähler*innen mit Themen wie Terrorismusbekämpfung, Kriminalitätsbekämpfung und Stopp der Zuwanderung von Flüchtlingen ab.

Wenn die Zukunft ungewiss ist, hält sich der Mensch gerne an Altbewährtem fest. Das unterstreicht auch die Umfrage, in der 94 % der Befragten sagten, dass sie die Sorge haben, dass „sich unser Leben in Deutschland zu stark verändern wird.“

Diese Sorge, gepaart mit der Tatsache, dass 80 % der Befragten kein Vertrauen in unsere Demokratie haben und dem Gefühl der politischen Benachteiligung, bietet der AfD die Möglichkeit als „Retter“ dazustehen.

Ist eine Partei die vom Verfassungsschutz überprüft wird, eine „Alternative“? Behalten wir sie im Auge!

Text: Pavel (9.5) / Foto: Arnaud Jaegers

Gemeinsam gegen Diskriminierung!

‚Schule ohne Rassismus Schule mit Courage‘, ein Spruch, den ihr bestimmt schon mal gehört habt. Dieser Spruch steht nämlich zum Beispiel an unserem Schultor, Leute tragen ein T-Shirt, auf dem dies steht oder verteilen Sticker. Aber was bedeutet dieser Spruch überhaupt?

Besonders wichtig ist es, dass ihr den Begriff Rassismus kennt, denn der wird euch leider noch öfter begegnen. Rassismus bedeutet, dass Menschen andere Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Hautfarbe diskriminieren, beleidigen, ausschließen und ähnliches.

Das zweite Wort, das euch vielleicht unbekannt ist, ist Courage. Es bedeutet Mut zu haben, sich einzusetzen und etwas zu tun, wenn man das Gefühl hat, dass jemand zum Beispiel ungerecht behandelt wird.

Vielleicht fragt ihr euch jetzt, was diese Wörter mit unsere Schule zu tun haben. Es ist leider so, dass an vielen Schulen Leute diskriminiert werden ( vermutlich oft dann aus dem Grund, dass SchülerInnen nicht richtig über Themen wie ‚Rassismus‘ aufgeklärt sind). Das führt oft zu Mobbing, was Menschen innerlich zerstören und Depressionen auslösen kann.

Um das zu vermeiden, hat man sich das Projekt ‚Schule ohne Rassismus Schule mit Courage‘ ausgedacht. Das ist übrigens kein einfacher Spruch, sondern eine Plakette, die eine Schule auszeichnet für Aktivitäten und Aktionen gegen Rassismus. Es soll Kinder, Jugendliche, Lehrer und Lehrerinnen dazu motivieren, etwas gegen Rassismus zu tun und Courage zu zeigen. Das Klima an der Schule zu bessern und Menschen aufzuklären.

Um diese Plakette zu bekommen muss man verschiedene Dinge tun, die sich nicht nur auf die Vergangenheit sondern auch auf die Zukunft beziehen. Unterschiedliche Projekte sollten veranstaltet werden, man sollte sich aktiv gegen Rassismus und für Courage einsetzen. Die Plakette verpflichtet jeden und jede SchülerIn aktiv mitzuhelfen und gegen Rassismus und jegliche Form von Diskriminierung anzukämpfen und nicht zuzulassen, dass sich Leute an eurer Schule, an unserer Schule schlecht fühlen, weil sie diskriminiert werden.

Die Kurt-Schwitters-Schule ist Teil diese Netzwerkes von 2.500 Schulen – und das schon seitdem 23. September 2005. Schülerinnen und Schüler setzten sich im Rahmen des Projektes „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ in einem zusätzlich eingerichteten Respektclub vertieft für sexuelle Vielfalt ein. Mit Kunstprojekten und Aktionen wie z.B. einem Queer-History-Month sorgen die Schülerinnen und Schüler für mehr Toleranz an der Schule.

Das gleiche Ziel verfolgt auch der ‚Cross-Dressing-Day‘. Das ist ein Tag, an dem man sich als das andere Geschlecht verkleidet, Frauen und Mädchen malen sich zum Beispiel einen Bart an. Sogar Lehrerinnen und Lehrer haben sich an bisher stattfindenden ‚Cross-Dressing-Days‘ beteiligt. Diese Projekte sollen die Vielfalt und Einzigartigkeit der Menschen zeigen und bewirken, dass sich mehr SchülerInnen wohl fühlen. Menschen wird gezeigt, was es bedeutet, Courage zu zeigen.

Tretet der Welt einfach offen entgegen und beurteilt Menschen nicht nach Dingen wie Herkunft, Religion oder Aussehen und zeigt Courage, wenn ihr Rassismus gegenüber treten müsst!

Text: Jule, Klasse 8.2

Tee! Für! Alle!

Beim letzten Schüler:innenhaushalt wurde unter anderem auch was gewählt? Richtig! Tee!

Und jetzt ist er da und kann sowohl im Schulclub (Haus 1), als auch im Freizeitbereich (Haus 2) getrunken werden. Sorten gibt es so viele wie Packungen, es bleibt abzuwarten, ob der Schokotee sein Versprechen hält.

PS: Es gibt sogar Janosch-Tee!